#130 Immunologie und Kir-Gene - Evas Fehlgeburten hatten einen Grund
MAR 3, 202642 MIN
#130 Immunologie und Kir-Gene - Evas Fehlgeburten hatten einen Grund
MAR 3, 202642 MIN
Description
<p>In dieser Folge spreche ich mit <strong>Eva (32</strong>), Tierärztin vom Niederrhein, über ein Thema, das für viele Frauen mit wiederholten Fehlgeburten eine entscheidende Rolle spielen kann – und dennoch oft nicht abgeklärt wird: Immunologie und KIR-Gene.</p><p>Eva hatte innerhalb von zwei Jahren vier Fehlgeburten. Sie wurde immer wieder schwanger – konnte aber nie schwanger bleiben. Die Ärzte sagten: „Eine Fehlgeburt ist keine“, „Sie sind jung, da wird schon nichts sein“. Erst nach der dritten Fehlgeburt begann eine unvollständige Diagnostik. Hormone-Check? Angeblich unnötig. Immunologie? Abgelehnt. Überweisungen? Kaum zu bekommen. </p><p>Eva aber blieb hartnäckig, auch als (Tier-)ärztin empfand sie die Diagnostik als unzureichend, die Aussagen der Ärzte zu dünn. </p><p>Durch eigene Recherche stieß Eva auf das Thema <strong>KIR-Gene</strong>. Der Weg zur immunologischen Diagnostik war steinig: niemand wollte das Laborbudget einsetzen, Überweisungen wurden verweigert, sie musste kämpfen, insistieren und teils die Arztpraxis wechseln. Doch am Ende gab es endlich eine Erklärung – und einen Behandlungsplan.</p><p>KIR-Gene steuern bestimmte Immunzellen (sogenannte natürliche Killerzellen) in der Gebärmutter. Diese Zellen sind eigentlich dafür da, eine Schwangerschaft zu schützen und den Aufbau der Plazenta zu unterstützen.<br />Da ein Embryo zur Hälfte fremdes Erbgut trägt, braucht es ein gutes Gleichgewicht aus schützenden (aktivierenden) und bremsenden (hemmenden) KIR-Genen.</p><p>Bei Eva fehlten jedoch zu viele der schützenden KIR-Gene, so konnte das Immunsystem den Embryo nicht ausreichend unterstützen. <br />Hinweis: Keine Frau hat alle schützenden KIR-Gene, aber wenn mehrere fehlen, kann es schwierig werden, eine Schwangerschaft zu halten, es kommt zu häufigen Fehlgeburten.</p><p>Für Eva war die Diagnose eine enorme Erleichterung: Endlich gab es einen Grund – und sie musste sich nicht „einfach nur entspannen“ oder "mal in den Urlaub fahren".<br />Diese Folge ist ein eindringlicher Appell, aus Sicht einer Ärztin hat Eva folgende Wünsche an Kiwukliniken:</p><ul><li>Ärzte müssen auf dem aktuellen Stand bleiben, auch wenn Immunologie noch kein großes Feld ist</li><li>Fortbildungen sind Pflicht – gerade im sensiblen Bereich Kinderwunsch</li><li>Frauen müssen ernst genommen und unterstützt werden, <strong>schwanger zu bleiben</strong>, nicht nur schwanger zu werden</li></ul><p>Eine Folge über medizinische Lücken, emotionale Grenzerfahrungen – und darüber, wie wichtig Aufklärung, Eigeninitiative und ganzheitliche Diagnostik im Kinderwunsch sind.</p><p><br /></p>