Planen und bauen- das sind die Tätigkeitsfelder einer Bauingenieurin, die zunächst simpler klingen, als sie in der Realität sind. Diese Erfahrung hat auch Caroline „Caro“ Gaube gemacht, die nach ihrem Studium an der Hochschule Darmstadt und einer kurzen Auszeit direkt bei ihrem heutigen Arbeitgeber HEAG Mobilo als technische Projektleiterin eingestiegen ist. Das Darmstädter Unternehmen arbeitet im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs, und verantwortet unter anderem Neubaustrecken sowie Instandhaltungsmaßnahmen im Straßenbahnnetz.
Die Entscheidung, Bauingenieurwesen zu studieren, traf Caro aufgrund ihrer persönlichen Begeisterung für Mathe und logisches Denken, die sie bereits in der Schule entdeckt hatte. An der Hochschule Darmstadt begann sie zunächst den Bachelor, später folgte der Master, ebenfalls dort. Ab dem dritten Semester wählte sie die Vertiefungsrichtung Verkehrswesen, mit dem kleinen Traum im Hinterkopf, eines Tages selbst in der Stadt Brücken planen und bauen zu können.
Woran sie sich heute aus dem Studium am besten erinnert, sind nicht die Vorlesungen, sondern die Laborpraktika: Hier konnte Caro, wie sie es selbst mit einem Augenzwinkern ausdrückt, nach Herzenslust „im Dreck wühlen“ und in kleinen Gruppen selbstständig Versuche konzipieren und durchführen. Sie hebt lobend hervor, dass es hier dazugehört habe, sich die Situation in echten Städten anzusehen und zu überlegen, wo man den Verkehr verbessern könnte. Prägend war außerdem, was sie erst im Master wirklich verstand: Bauingenieurwesen, so technisch der Studiengang auch ist, hat auch immer mit Menschen und politischen Entscheidungen zu tun. Man baut nicht im luftleeren Raum, sondern für Menschen, im öffentlichen Raum, unter Beteiligung von Kommunen, Behörden und Öffentlichkeit.
Nach dem Masterabschluss war sie zunächst fünf Monate in Schweden und Norwegen unterwegs, eine Zeit, in der sie intensiv die Natur Skandinaviens genießen konnte und nur wenig vor dem Bildschirm saß. Den Einstieg in den Vollzeitjob, direkt in die Projektleitung, beschreibt sie als herausfordernde, aber gute Umstellung. Caro berichtet, wie sie ihre intensive Bewerbungsphase erlebt hat, worauf sie bei der Wahl ihres Arbeitgebers wertgelegt hat und warum sie nicht direkt nach der ersten Zusage aufgehört hat, nach einer Stelle zu suchen.
Außerdem sprechen wir über ihr spannendstes berufliches Projekt und ihre größten beruflichen Learnings, unter anderem darüber, warum Rückschläge und Verzögerungen im Projekt gerade im Feld des Bauingenieurwesens nicht unbedingt etwas darüber aussagen, ob die eigene Arbeit gut oder schlecht war. Auch verrät Caroline, warum es, anders als oft behauptet, gut sein kann, wie sie selbst streng mit sich selbst zu sein und auch zu bleiben.
Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum ist Neugierde die wichtigste Eigenschaft für den Berufseinstieg, noch vor allem Fachlichen? Welche Erkenntnisse aus dem Studium haben Caroline am meisten überrascht? Und warum empfiehlt sie, sich während der Bewerbungsphase auch das Büro zeigen zu lassen?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck
Das Gespräch fand statt im März 2026
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