Wie können Städte gleichzeitig intelligenter und nachhaltiger werden? Und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz? Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich Josefine Hintz heute als Doktorandin an der Technischen Universität Berlin, zugleich ist sie als Gastwissenschaftlerin am Mercator Institute on Global Commons and Climate Change und der Hertie School tätig. In Josefines Forschung geht es weniger um technische Möglichkeiten als vielmehr um die Frage, wie Technologien sinnvoll umgesetzt werden können. So erforscht sie, wie Städte Daten nutzen können, um etwa Energieverbräuche besser zu verstehen oder gezielt Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu planen. Außerdem legt sie die Hürden offen, die aktuell diesbezüglich noch bestehen.
Schon früh konnte sich Josefine für Fragestellungen begeistern, die über klassische Fachgrenzen hinaus gedacht und untersucht werden müssen. Ihr Studium Individuale mit dem Nebenfach Rechtswissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg, das sie bis 2016 als eine der ersten in diesem Studiengang absolvierte, hat genau das gefördert: Indem sie als „Indi“-Studentin aus dem gesamten Kursangebot der Leuphana auswählen und sich ihren Stundenplan mit wenig Vorgaben vonseiten der Universität selbst zusammenstellen durfte, konnte sie in ganz unterschiedliche Bereiche hineinschauen und neue Perspektiven entdecken.
Auf die Zeit an der Leuphana folgten ein Auslandssemester in Seoul, Südkorea, ein Masterstudium in Sustainable Urbanism am University College London und Arbeit in einer internationalen NGO. Diese Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung nicht getrennt voneinander gedacht werden sollten, sondern eng miteinander verwoben sind.
In ihrer heutigen Forschung sieht Josefine großes Potenzial, aber auch Verantwortung. Künstliche Intelligenz versteht sie nicht als neutrale Technologie, sondern als Werkzeug, über dessen Einsatz wir uns aktiv Gedanken machen müssen. Aus ihrer Sicht entscheidet sich gerade, in welche Richtung sich diese Entwicklung bewegt: Wird KI bestehende systemische Probleme weiter verstärken oder dazu beitragen, unsere Gesellschaft nachhaltiger und gerechter zu gestalten? Was sie antreibt, ist die Möglichkeit, mit ihrer Arbeit einen konkreten Beitrag zu Letzterem zu leisten. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen mit Themen wie KI und Klimaschutz auseinandersetzen und eigene Perspektiven einbringen, unabhängig davon, ob sie selbst in einem technischen Bereich arbeiten oder nicht.
Davon und von vielem mehr berichtet Josefine Hintz in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Welche Chancen stecken in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz? Welche Rolle spielen Städte als Treiber nachhaltiger Transformation? Und warum ist es gerade jetzt so entscheidend, Technologien aktiv mitzugestalten?
Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.
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