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Tägliches SeelenFutter

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Gott ist kein Wunschautomat
MAY 21, 2026
Gott ist kein Wunschautomat
!! Moin! Stell Dir mal vor, Gott würde jedes Gebet, jeden Wunsch sofort erfüllen. Bitte mach, dass das aufhört.Bitte mach, dass er bleibt.Bitte mach, dass ich gewinne.Bitte mach, dass sie endlich merkt, dass ich recht habe.Bitte mach, dass dieser Mensch verschwindet.Bitte mach, dass ich mich endlich konzentrieren kann.Bitte mach, dass ich mehr Zeit habe.Bitte mach, dass das Geld reicht.Bitte mach, dass ich nie wieder Angst haben muss. Und zack. Erfüllt. Klingt im ersten Moment schön. Vielleicht sogar gerecht. Endlich keine Wartezeit mehr.Kein Schweigen. Kein Aushalten.Kein „Warum nicht?“ Aber je länger ich darüber nachdenke, desto unheimlicher wird mir der Gedanke.Denn meine Wünsche sind nicht immer weise. Manche kommen aus Liebe.Andere aus Angst.Manche aus Schmerz.Andere aus Trotz.Manche aus Sehnsucht.Andere aus gekränktem Stolz. Und manchmal wünsche ich mir Dinge, die mich kurzfristig erleichtern würden, aber langfristig zerstören könnten. Ich wünsche mir, dass etwas sofort aufhört, obwohl ich vielleicht gerade lerne, nicht mehr wegzulaufen.Ich wünsche mir, dass jemand sich ändert, obwohl vielleicht auch in mir etwas ändern müsste.Ich wünsche mir Türen, die sich öffnen, obwohl ich nicht sehe, was dahinter wartet.Ich wünsche mir Antworten, obwohl ich vielleicht gerade lernen muss, mit offenen Fragen weiterzuleben. Vielleicht wäre ein Gott, der jeden Wunsch sofort erfüllt, am Ende gar nicht liebevoll.Vielleicht wäre er gefährlich gehorsam. Ein himmlischer Automat, der alles ausspuckt, was ich drücke. Auch das Unreife.Auch das Verletzte.Auch das Harte in mir. Jesus sagt nicht: Gott erfüllt alles, was Ihr wollt. Jesus sagt: „Euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.“ – Matthäus 6,8 Und vielleicht liegt genau darin der Unterschied.Zwischen Wunsch und Bedürfnis. Blödes Dilemma.Ich finde das manchmal echt schwer auszuhalten. Weil ich oft ziemlich genau weiß, was ich will.Aber längst nicht immer weiß, was ich wirklich brauche. Vielleicht ist Gebet deshalb kein Bestellformular.Keine Garantie auf meine Version vom guten Ausgang. Und es gibt auch kein Rückgaberecht, nur weil die Antwort anders ausfällt, als ich gehofft habe. Ich muss vor Gott nicht so tun, als wäre ich schon weiter, als ich bin. Aber vielleicht muss ich meine Wünsche auch nicht zum Maßstab für Gottes Liebe machen. Denn wenn Gott nicht tut, was ich will, heißt das nicht automatisch, dass er nicht hört.Und wenn etwas nicht sofort passiert, heißt das nicht automatisch, dass ich ihm egal bin. Ich glaube, Gott ist kein Automat, weil ich kein Kunde bin. Sondern Mensch. Mit Wünschen. Mit Wunden. Mit leeren Händen. Und manchmal mit Gebeten, die mehr nach „Bitte sofort!“ klingen als nach Vertrauen. Aber Gott hält genau das aus. Er gibt nicht immer, was ich verlange.Aber vielleicht öfter, als ich merke, was ich wirklich brauche. In diesem Sinne, schönes Wochenende!Mandy © Foto von Egor Myznik auf Unsplash
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Nicht nur die anderen
MAY 20, 2026
Nicht nur die anderen
Ihr Lieben,es gibt Momente, da erschrecke ich über mich selbst.Weil ich mich etwas sagen höre. Oder eben etwas nicht sagen höre.Ich merke, wie ich innerlich hart werde.Wie ich urteile.Wie ich jemanden abschreibe.Wie ich dicht mache.Und plötzlich denke ich: Autsch. Das bin ja ich.Nicht „die anderen“.Nicht nur die, über die ich mich aufrege.Nicht nur die, von denen ich denke: Wie kann man nur?Sondern ich.Ich habe Werte. Ich habe Überzeugungen. Ich würde sagen, dass ich ziemlich genau weiß, wie Menschen miteinander umgehen sollten. Doch dann gibt es Situationen, da werde ich selbst hart. Ungerecht. Nachtragend. Feige. Selbstgerecht. Verletzend.Mit einem Blick. Mit einem Satz. Mit Rückzug. Mit Schweigen.Mit diesem inneren: „Na, selber schuld.“Vielleicht ist genau das so schwer auszuhalten:Dass ich nicht nur die gute Absicht in mir trage. Sondern auch den Schatten.Paulus schreibt im Römerbrief: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ – Römer 7,19Ich mag diesen Satz nicht, weil er schön ist. Ich mag ihn, weil er ehrlich ist.Da schreibt keiner von oben herab.Keiner, der alles im Griff hat.Keiner, der sagt: „Streng Dich halt mehr an.“Da schreibt einer, der sich selbst kennt.Einer, der weiß, wie es ist, wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinanderfallen.Wenn ich eigentlich liebevoll sein will. Aber genervt reagiere.Wenn ich gerecht sein will. Aber innerlich längst mein Urteil gesprochen habe.Wenn ich vergeben will. Aber die alte Rechnung doch noch irgendwo in mir aufbewahre.Wenn ich mutig sein will. Aber lieber schweige.Und vielleicht beginnt genau da etwas Echtes.Nicht dort, wo ich mich für besser halte.Sondern dort, wo ich aufhöre, mich selbst auszunehmen.Denn es ist leicht, über Hartherzigkeit zu reden.Schwerer ist es, die eigene zu erkennen.Es ist leicht, Lieblosigkeit bei anderen zu sehen.Schwerer ist es, den Moment zu bemerken, in dem ich selbst lieblos werde.Es ist leicht, über Menschen zu urteilen, die verletzen.Schwerer ist es, ehrlich zuzugeben, wo auch ich Spuren hinterlasse.Und nein.Das heißt nicht, dass alles egal ist.Es heißt nicht, dass Schuld keine Rolle spielt.Es heißt nicht, dass man alles relativieren muss.Aber vielleicht bewahrt mich diese Ehrlichkeit vor einer gefährlichen Sorte Gutsein.Vor einem Gutsein, das immer nur nach außen zeigt.Da sind die Falschen.Da sind die Bösen.Da sind die, die es endlich kapieren müssten.Und ich?Ich stehe nicht automatisch auf der richtigen Seite, nur weil ich das Richtige wichtig finde.Vielleicht brauche ich deshalb Gnade.Nicht als frommes Wort.Sondern als etwas, das mich unterbricht.Bevor ich mich selbst erhöhe.Bevor ich andere innerlich abschreibe.Bevor ich vergesse, dass auch ich ein Mensch bin, der Hilfe braucht.Vielleicht ist das kein angenehmer Gedanke.Aber ein heilsamer.Denn wer die eigenen Schatten kennt, muss andere nicht so schnell verurteilen.Und wer weiß, wie sehr er selbst auf Gnade angewiesen ist,wird vielleicht vorsichtiger mit dem Finger,den er auf andere richtet.Vielleicht beginnt Menschlichkeit genau da:Nicht dort, wo ich mich zu den Guten zähle.Sondern dort, wo ich ehrlich genug werde, mich selbst mit hineinzunehmen.In diesem Sinne, alles Gute für den heutigen Tag!Mandy © Foto von Sora Sagano auf Unsplash
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Gut. Böse. Und ich mittendrin.
MAY 19, 2026
Gut. Böse. Und ich mittendrin.
Ihr Lieben, gibt es eigentlich gute und schlechte Menschen? Manchmal wäre es ja fast beruhigend, wenn die Welt so einfach wäre. Hier die Guten.Dort die Bösen. Hier die, die es richtig machen.Dort die, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Schublade auf.Mensch rein.Schublade zu. Fertig. Nur leider funktioniert das Leben nicht so sauber. Natürlich gibt es Menschen, die Schlimmes tun.Menschen, die verletzen.Lügen. Ausnutzen. Zerstören.Manche nicht aus Versehen, sondern immer wieder. Und ich finde wichtig, das nicht kleinzureden. Böses bleibt böse.Schuld bleibt Schuld.Verantwortung bleibt Verantwortung. Aber trotzdem frage ich mich: Ist ein Mensch dann ein schlechter Mensch?Oder ein Mensch, in dem etwas Schlechtes Raum bekommen hat? Vielleicht klingt das nach Haarspalterei. Aber ich glaube, dazwischen liegt eine ganze Menge. Denn sobald ich andere Menschen einfach als „schlecht“ abstemple, passiert etwas Merkwürdiges: Ich selbst stehe plötzlich ziemlich gut da. Ich bin dann auf der richtigen Seite.Bei den Anständigen.Bei denen, die es besser wissen. Und ganz ehrlich? Das fühlt sich manchmal viel zu angenehm an. Denn dann muss ich nicht mehr so genau hinschauen.Nicht auf meine eigenen Gedanken.Nicht auf meine Härte.Nicht auf meinen Neid.Nicht auf meine kleinen Gemeinheiten, die ich vielleicht nie ausspreche, aber trotzdem denke. Nicht auf die Kälte in mir, wenn mir jemand zu anstrengend wird.Nicht auf mein Rechthabenwollen.Nicht auf meine Lust, andere innerlich kleiner zu machen. Jesus sagt einmal: „Warum siehst Du den Splitter im Auge Deines Bruders, aber den Balken in Deinem eigenen Auge bemerkst Du nicht?“ – Matthäus 7,3 Autsch. Ich glaube, er sagt das nicht, weil alles egal ist. Nicht, weil man nichts mehr benennen darf.Nicht, weil man Unrecht weglächeln soll.Nicht, weil Täter keine Verantwortung tragen. Sondern weil der Blick auf andere so schnell scharf wird. Und der Blick auf mich selbst so schnell verschwimmt. Ich sehe den Splitter beim anderen oft gestochen klar. Seinen Ton.Seinen Fehler.Seine Schuld.Seine Unmöglichkeit. Aber meinen eigenen Balken? Den nenne ich dann Persönlichkeit.Schutzmechanismus.Schlechten Tag.War halt nicht so gemeint. Vielleicht ist kein Mensch nur gut.Und vielleicht ist kein Mensch nur schlecht. Vielleicht sind wir alle fähiger zum Guten, als wir manchmal glauben.Und fähiger zum Bösen, als uns lieb ist. Das ist unbequem. Aber vielleicht auch ehrlich. Denn wenn ich weiß, dass auch in mir dunkle Ecken wohnen, werde ich hoffentlich vorsichtiger. Vorsichtiger mit schnellen Urteilen.Vorsichtiger mit großen Etiketten.Vorsichtiger mit diesem Satz: „So jemand bin ich nicht.“ Vielleicht wäre ehrlicher: So jemand will ich nicht sein. Und genau deshalb muss ich hinschauen. Nicht panisch.Nicht voller Selbsthass.Aber wach. Was füttere ich in mir?Was lasse ich wachsen?Welchen Gedanken gebe ich Raum?Welche Grenze ziehe ich, bevor aus Bitterkeit etwas Größeres wird? Ich glaube nicht, dass Gott uns in Schubladen sortiert. Gut.Schlecht.Brauchbar.Verloren. Ich glaube, Gott sieht tiefer. Er sieht Schuld, ohne sie schönzureden.Er sieht Wunden, ohne sie als Entschuldigung für alles zu nehmen.Er sieht, was ein Mensch getan hat.Und er sieht, was aus einem Menschen noch werden könnte. Vielleicht ist das Gnade. Nicht: Alles ist halb so wild. Sondern: Du bist mehr als Dein schlechtester Moment.Aber Du bist auch verantwortlich für das, was Du daraus machst. Und vielleicht beginnt Gutsein nicht damit, dass ich mich zu den Guten zähle. Sondern damit, dass ich ehrlich bleibe. Auch über mich. © Foto von Redd Francisco auf Unsplash
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Zu Besuch bei Martha und Maria
MAY 18, 2026
Zu Besuch bei Martha und Maria
Ihr Lieben,Jesus ist unterwegs und kommt in ein Dorf.Martha empfängt ihn bei sich zu Hause. Ihre Schwester Maria ist auch da. Und wer schon mal Besuch bekommen hat, weiß: Damit ist es meistens nicht getan. Bevor es heißt: „Schön, dass Du da bist“, steht oft noch jede Menge anderes auf der Agenda. Tisch decken. Essen vorbereiten. Getränke hinstellen.Vielleicht noch schnell etwas wegräumen, was keiner sehen soll.Der Blick in die Küche.Klo und Waschbecken nochmal durchwischen.Der Blick auf die Uhr.Der Gedanke: Hoffentlich reicht alles. Und damals war das alles nochmal anders als heute. Da stand nicht einfach eine Kaffeemaschine auf dem Küchentresen.Es gab keinen Lieferdienst. Nicht mal einen Kühlschrank, aus dem man schnell noch etwas rausholt. Wenn Besuch kam, bedeutete das Arbeit. Wasser ranschleppen.Brot backen.Essen vorbereiten.Platz schaffen.Schüsseln hier, Schüsseln da.Abspülen.Hände, die tun, was getan werden muss. Vielleicht war das Haus klein. Vielleicht gab es irgendwo einen Hof.Irgendwo eine Feuerstelle. Irgendwo das, was wir heute Küche nennen würden. Nur ohne all das, was uns in unseren Wohnküchen mit vorherrschend schwedischem Design das Leben leichter macht. Einen Thermomix hatten die Mädels jedenfalls nicht. Martha ist also beschäftigt. Sie kümmert sich. Ihre Schwester Maria dagegen setzt sich zu Jesus.Sie hört ihm zu. Ist ganz bei ihm. Und irgendwann platzt Martha der Kragen. Sie sagt zu Jesus: „Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“ – Lukas 10,40 Ich finde: Das ist ein ziemlich menschlicher Satz. Sowas kommt dabei raus, wenn man schon viel zu lange geschluckt hat. Und dann sagt Jesus nicht:„Martha, stell Dich nicht so an.“ Er sagt auch nicht:„Deine Arbeit ist unwichtig.“ Er sagt: „Martha, Martha, du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.“ – Lukas 10,41–42 Und genau da wird diese Geschichte spannend. Denn ich glaube nicht, dass Jesus Martha abwertet. Martha macht ja nichts Schlechtes. Sie lädt Jesus ein.Sie sorgt. Sie denkt mit. Sie sieht, was getan werden muss. Ohne Menschen wie Martha läuft nichts. Vielleicht ist Martha nicht falsch.Vielleicht ist sie nur müde. Vielleicht geht es Jesus gar nicht um das, was Martha tut.Vielleicht berührt ihn, dass sie sich darin verliert. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Nicht das Tun ist falsch.Nicht das Kümmern.Nicht das Mitdenken.Nicht dieses praktische Herz, das sieht, wo etwas fehlt. Aber manchmal verliert man sich sogar im Guten. Man macht.Und macht.Und macht. Und irgendwann ist da nicht mehr Liebe, sondern Druck.Nicht mehr Freude, sondern Gereiztheit.Und dazu dieser stille Vorwurf: Sieht eigentlich irgendwer, was ich hier alles mache?Was ich mitdenke?Was ich trage? Vielleicht kennt das mancher. Dass man äußerlich tut, was richtig ist, und innerlich längst nicht mehr frei ist. Und man macht weiter und merkt, wie unglücklich man dabei wird. Vielleicht sagt Jesus zu Martha nicht: „Mach nichts mehr.“ Vielleicht sagt er eher:„Martha, ich sehe Dich.Nicht nur Deine Arbeit.Dich.“ Wir müssen nicht erst zusammenbrechen, damit wir uns setzen dürfen. Wir müssen nicht beweisen, dass wir gebraucht werden. Nicht alles halten. Nicht alles schaffen.Nicht immer die sein, die noch eben schnell die Welt rettet. Manchmal ist wichtig, kurz aufzuhören, sich über die eigene Leistung zu definieren. Sich hinsetzen.Atmen.Zuhören.Empfangen. Und vielleicht dabei merken: Jesus sieht nicht nur, was ich alles mache.Er sieht auch, was das alles mit mir macht. © Foto von Sofie D. auf Unsplash
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Warum hältst Du uns nicht auf?
MAY 17, 2026
Warum hältst Du uns nicht auf?
Ihr Lieben,wenn etwas Gutes passiert, danke ich Gott.Wenn jemand gesund wird.Wenn etwas bewahrt bleibt.Wenn sich plötzlich eine Tür öffnet …Dann sage ich: Hab Dank, Gott.Danke. Wirklich. Und wenn etwas Schlimmes passiert?Dann sage ich oft: Das war nicht Gott.Das waren Menschen.Das war Gewalt.Das war Gier.Das war Hass.Das war Machtmissbrauch.Das war diese verdammte Freiheit, mit der wir eben nicht nur lieben können, sondern auch zerstören.Und ja. Ich glaube das.Ich glaube nicht, dass Gott Kriege anzettelt.Ich glaube nicht, dass Gott Kinder leiden sehen will.Ich glaube nicht, dass Gott Freude daran hat, wenn Menschen einander kaputtmachen.Aber ganz ehrlich?Manchmal stolpere ich trotzdem über meinen eigenen Glauben.Nicht, weil ich nicht glauben will.Sondern weil da diese Frage ist, die nicht weggeht.Warum hält er uns nicht auf?Warum gibt Gott uns so viel Freiheit, wenn wir damit so tief in den Dreck langen können?Warum lässt er Menschen machen, obwohl er doch sieht, was daraus wird?Und dann kommt manchmal diese Antwort: Jesus.Jesus ist gekommen.Gott ist Mensch geworden.Gott ist nicht oben geblieben.Nicht auf Abstand.Nicht irgendwo über den Wolken, sauber, sicher, unberührt.Er ist hineingekommen in diese chaotische Welt.In Staub.In Angst.In Tränen.In Ungerechtigkeit.In Gewalt.Ans Kreuz.Und das bedeutet mir viel.Wirklich.Aber es löst nicht alles.Denn trotz Jesus gibt es noch immer Leid.Trotz Jesus gibt es Kriege.Trotz Jesus werden Menschen krank.Trotz Jesus verlieren Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder.Trotz Jesus werden Menschen verraten, verletzt, missbraucht, übersehen.Trotz Jesus sitzen manche abends da und wissen nicht, wie sie den nächsten Morgen schaffen sollen. Und ich finde, das darf man sagen.Vielleicht muss man es sogar sagen.Jesus ist keine schnelle Erklärung für alles, was weh tut.Kein Pflaster, das man über eine tiefe Wunde klebt, um dann so zu tun, als wäre alles gut.Vielleicht ist Jesus eher genau das Gegenteil.Er ist der Gott, der nicht sagt: „So schlimm ist es doch nicht.“Sondern der Gott, der weiß, wie schlimm es ist.Jesus hat Angst gekannt.Einsamkeit.Verrat.Schmerzen.Ohnmacht.Den Moment, in dem Menschen urteilen, rufen, lachen, ohne wirklich zu begreifen, was sie da tun.Den Moment, in dem keine Antwort kommt.Nicht von Menschen.Nicht vom Himmel.Von nirgendwo.Vielleicht erklärt mir das nicht, warum Leid geschieht.Aber es nimmt diesem Leid ein kleines bisschen die Einsamkeit.Weil Jesus nicht nur von außen auf Schmerz geschaut hat.Er war mittendrin.In Angst.In Ohnmacht.In Verlassenwerden.In diesem bitteren Gefühl: Jetzt müsste doch jemand kommen.Und genau da sagt er:„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“Johannes 16,33Nicht: Ihr müsst nur stärker glauben.Nicht: Stellt Euch nicht so an.Nicht: Alles hat schon seinen Sinn.Sondern erstmal nur: Ja. Diese Welt macht Angst.Manchmal sehr.Und vielleicht tröstet mich daran nicht, dass ich plötzlich alles verstehe.Sondern dass Jesus diese Angst nicht kleinredet. Er kennt sie.Und trotzdem bleibt da dieser Satz: Angst soll nicht das letzte Wort haben.Nicht über diese Welt. Nicht über uns. Nicht über Dich. Ich verstehe Gott nicht immer. Manchmal gar nicht.Aber ich glaube nicht an einen Gott, der Leid schönredet.Eher an einen, der weiß, wie dunkel es hier werden kann.Und vielleicht ist Trost manchmal nicht, dass alles sofort aufhört.Vielleicht ist Trost manchmal nur: Da ist einer, der bleibt.Auch dann, wenn ich selbst keine Worte mehr habe. In diesem Sinne …. neue Woche, los gehts! Mandy © unsplash.com
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