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Tägliches SeelenFutter

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Als wären wir Gott
MAY 28, 2026
Als wären wir Gott
Ihr Lieben,ich glaube, wir Menschen kommen erstaunlich schlecht damit klar, nicht Gott zu sein.Wir möchten verstehen. Kontrollieren. Festlegen.Wissen, was richtig ist. Bestimmen, wie was zu laufen hat.Und wenn das Leben nicht macht, was wir wollen, werden wir wütend.Oder bitter. Oder verzweifelt. Machen auf beleidigte Leberwurst.Vielleicht steckt genau darin etwas von dem, was die Bibel schon ganz am Anfang beschreibt.Diese alte Versuchung: „Ihr werdet sein wie Gott.“ – 1. Mose 3,5Klingt erstmal gar nicht so böse.Eher nach: endlich unabhängig sein. Selbst entscheiden.Niemanden mehr brauchen. Selbst wissen, was gut und richtig ist.Und ganz ehrlich?Ich glaube, dieser Gedanke lebt bis heute in uns weiter.Nicht unbedingt so offensichtlich, aber in uns mit diesem stillen:„Ich weiß es besser.“„Ich brauche mir nichts sagen zu lassen.“„Ich will mein eigenes Ding machen.“„Ich will bestimmen.“„Ich will die Kontrolle behalten.“Vielleicht beginnt das Problem des Menschen nicht erst bei Gewalt oder Hass.Vielleicht beginnt es viel früher.Da, wo wir uns selbst in die Mitte setzen. Als wären wir Gott.Und gleichzeitig passiert etwas Merkwürdiges:Je mehr wir versuchen, alles zu kontrollieren, desto unruhiger werden wir oft.Weil wir schnell checken: Wir können das Leben eben doch nicht komplett festhalten.Nicht Menschen. Nicht Liebe. Nicht Zeit. Nicht Gesundheit.Vielleicht liegt genau darin auch etwas Heilsames: Nicht Gott sein zu müssen.Nicht alles tragen zu müssen.Nicht alles wissen zu müssen.Nicht über allem stehen zu müssen.Sondern Mensch sein zu dürfen.Begrenzt. Fehlerhaft. Abhängig. Bedürftig. Und trotzdem geliebt.Vielleicht beginnt Glaube manchmal genau da: Nicht auf dem Thron sitzen zu wollen.„Gott widersteht den Hochmütigen; aber den Demütigen gibt er Gnade.“ – Jakobus 4,6In diesem Sinne: Bleib auf dem Boden. Nicht klein. Nicht wertlos. Sondern menschlich.Danke, dass Du diese Woche beim SeelenFutter dabei warst.Hab ein schönes Wochenende!Bis nächste Woche.Mandy © Foto von Rob Wicks auf Unsplash
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Das Risiko der Freiheit
MAY 27, 2026
Das Risiko der Freiheit
Ihr Lieben,manchmal stolpere ich über diesen Gedanken: Gott hat den Menschen mit freiem Willen erschaffen.Also mit der Möglichkeit, zu lieben. Zu vertrauen.Gutes zu tun. Für andere da zu sein. Sich hinzugeben.Aber eben auch mit der Möglichkeit, alles zu verdrehen.Zu verletzen. Zu zerstören.Macht zu missbrauchen. Menschen kleinzumachen.Wegzusehen. Sich selbst zum Mittelpunkt zu machen.Und dann frage ich mich: Hat Gott das vorher gewusst?Hat er gewusst, was wir Menschen mit dieser Freiheit anstellen würden?Und wenn ja: Warum hat er uns dann trotzdem so erschaffen? Warum nicht einfacher?Warum nicht Menschen, die immer das Richtige tun?Die gar nicht anders können, als gut zu sein?Die niemanden verletzen.Die nicht hassen.Die nicht zerstören.Die nicht wegsehen.Klingt erstmal nach einer besseren Welt.Die Antwort, die darauf oft kommt: „Gott hat uns eben freien Willen gegeben.“Aber irgendwie klingt das so … lasch.Als ginge es nur darum, dass Menschen eben mal lügen.Mal egoistisch sind. Mal unfreundlich.Mal zu bequem. Mal unfair.Aber es geht um mehr.Es geht um Abgründe.Um Auschwitz.Um Mord an Kindern.Um Kriege.Um Vergewaltigung.Um Folter.Um Gewalt, die nicht aus Versehen passiert, sondern geplant wird.Organisiert. Befohlen. Ausgeführt.Gott, Du hast das gewusst?Du hast gewusst, wozu Menschen fähig sind? Und trotzdem hast Du uns Freiheit gegeben?Trotzdem keinen Schalter eingebaut, der irgendwann sagt:Bis hierhin.Und nicht weiter.Ich finde, darauf gibt es keine Antwort, die nicht weh tut.Denn wer vor den Gräbern steht, vor den Bildern, vor den Geschichten, vor dem Leid von Kindern, Müttern, Vätern, Familien, ganzen Völkern, der sollte nicht zu schnell sagen: „Ja, aber … freier Wille.“Als wäre damit alles erklärt.Ist es nicht.Freier Wille erklärt das Leid nicht weg.Er macht es eher noch schwerer.Weil er sagt: Das war nicht einfach ein Unfall …Das waren Menschen.Menschen mit Entscheidungen.Menschen mit Verantwortung.Menschen, die hätten anders handeln können.Menschen.Von Gott geschaffen.Und genau das ist kaum auszuhalten.Vielleicht beginnt Glaube für mich genau da nicht mit einer fertigen Antwort.Sondern mit dem Mut, diese Fragen nicht fromm wegzuschieben.Nicht so zu tun, als wäre alles halb so schlimm.Es ist schlimm.Manches ist so schlimm, dass ich es mit Worten nie beschreiben könnte. Die Bibel erzählt von einem Gott, der das Böse nicht schönredet.Der nicht sagt: Ach, ist doch nicht so wild.Sondern von einem Gott, der klagt.Der weint. Der zornig wird über Unrecht.Der die Schreie der Unterdrückten hört.Und dann kommt Jesus. In unsere schöne kranke Welt …Eine Welt, in der Menschen verraten.Lügen. Foltern. Schlagen.Töten.Jesus kommt in eine Welt, die ihn ablehnen kann.Verspotten kann.Anspucken kann.Ans Kreuz schlagen kann.Und genau dort zeigt sich etwas, das ich kaum begreifen kann:Gott bleibt nicht kühl auf Abstand.Er kommt hinein.In unsere Gewalt. In unsere Schuld.In unsere Abgründe. In unser Sterben.Gott steht nicht auf der Seite der Täter.Nicht auf der Seite der Gewalt.Nicht auf der Seite derer, die Menschen entmenschlichen.Sondern bei den Verwundeten.Bei den Verfolgten.Bei den Erniedrigten.Bei denen, denen man die Würde nehmen wollte.In der Bibel steht:„Ihr seid zur Freiheit berufen. Nur gebraucht die Freiheit nicht als Freibrief … sondern dient einander durch die Liebe.“ – Galater 5,13Das trifft mich.Denn diese Freiheit, die jeder von uns bekommen hat, heißt nicht:Mach, was Du willst. Nimm Dir, was Du brauchst.Setz Dich durch. Denk zuerst an Dich.Freiheit ist nicht der Freifahrtschein für Egoismus.Freiheit ist Berufung. Und Verantwortung.Sie ist die Möglichkeit, nicht nur um mich selbst zu kreisen.Sondern zu lieben.Zu dienen.Zu schützen.Aufzustehen.Barmherzig zu sein.Aber genau diese Freiheit kann sich verdrehen.Macht wird zu Machtmissbrauch.Freiheit wird zu Egoismus.Stärke wird zu Härte.Überzeugung wird zu Selbstgerechtigkeit.Angst wird zu Hass.Vielleicht hat Gott all das nicht übersehen.Vielleicht wusste er, wie gefährlich Freiheit ist.Und vielleicht hat er sich trotzdem dafür entschieden, weil eine Welt ohne Freiheit zwar sicherer wäre, aber auch leerer. Ohne echte Liebe. Ohne echtes Vertrauen. Ohne echte Entscheidung füreinander.Denn Liebe, die nicht frei ist, ist keine Liebe.Vertrauen, das nicht anders kann, ist kein Vertrauen.Güte, die programmiert ist, ist keine Güte.Dann wäre der Mensch kein Gegenüber.Sondern eine Maschine, die brav das tut, wofür sie gebaut wurde.Gott wollte keine Automaten.Er wollte Menschen.Menschen, die antworten können.Menschen, die wählen können.Menschen, die Ja sagen können.Und leider auch Nein.Und dieses Nein kann furchtbar werden.Nicht nur irgendwo weit weg.Auch in mir.Wenn ich hart werde.Wenn ich schweige, obwohl ich reden müsste.Wenn ich urteile.Wenn ich mich rausrede.Wenn ich nur mich sehe.Freiheit klingt groß.Aber sie ist nicht nur ein schönes Geschenk.Sie ist auch Verantwortung. Manchmal auch Überforderung.Vielleicht bleibt deshalb am Ende nicht die schnelle Antwort.Sondern eher eine Bitte: Gott, hilf mir, mit meiner Freiheit nicht achtlos umzugehen. Nicht gleichgültig zu werden.Nicht hart. Nicht blind. Nicht stumm, wenn ich reden müsste.Nicht laut, wenn ich besser zuhören sollte.Nicht bequem, wenn Menschlichkeit Mut braucht.Vielleicht hat Gott uns Freiheit gegeben, weil Liebe ohne Freiheit keine Liebe wäre.Aber vielleicht erinnert uns Jesus daran, wofür diese Freiheit gedacht ist:Nicht zum Herrschen.Nicht zum Verletzen.Nicht zum Wegsehen.Sondern zum Lieben.Zum Schützen.Zum Aufstehen.Zum Barmherzigsein.Nicht weil wir müssen.Sondern weil wir frei sind. Fetten Segen für Dich.Mandy © Foto von Naveen Chandra auf Unsplash
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Mehr als Dein Stempel
MAY 26, 2026
Mehr als Dein Stempel
Ihr Lieben,wir Menschen kleben einander ziemlich schnell Etiketten auf.Der ist schwierig.Die ist anstrengend.Der ist peinlich.Die ist kompliziert.Der ist gefährlich.Die ist zu empfindlich.Der ist undankbar.Die ist selber schuld.Und zack. Da ist nicht mehr zuerst ein Mensch. Sondern ein Stempel.Ein Wort.Eine Schublade.Eine Geschichte, die scheinbar alles erklärt.Ich war mal in einer Wohngruppe, da stand an der Tür sinngemäß: „für Schwererziehbare“.Vielleicht war das organisatorisch gemeint.Einrichtungen, Behörden und Akten drücken sich manchmal geschwollen aus.Aber als Mensch liest Du sowas nicht neutral. Du liest es wie einen Stempel.Nicht: Da ist ein Kind mit einer Geschichte.Nicht: Da ist jemand, der Schutz braucht. Geduld. Halt. Ein Zuhause.Sondern: Schwierig. Problemfall.Und ich glaube, genau so funktionieren Etiketten oft.Sie machen aus einem Menschen eine Überschrift.Eine Diagnose.Eine Rolle.Eine Akte.Eine Meinung.Einen Fehler.Und manchmal bleibt so ein Wort länger an einem kleben, als anderen bewusst ist.Man trägt es mit sich, irgendwo tief drinnen.Vielleicht beschäftigt mich deshalb die Frage: Hat Gott eigentlich auch ein Etikett für uns?So eine Art erstes Wort über den Menschen. Eine Grundbotschaft.Etwas, das vor allem anderen steht.Vor Leistung. Vor Scheitern. Vor Anpassung.Noch bevor Schuld, Scham, Streit und Angst in die Geschichte kommen.Vor allem, was Menschen über einen sagen.Und dann habe ich ganz am Anfang der Bibel nachgeschaut.Da, wo der Mensch zum ersten Mal auftaucht.Und da steht: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“ – 1. Mose 1,27Was für ein Satz … Der Mensch geschaffen nach dem Bild Gottes.Da fragste Dich natürlich, warum der Mensch gleichzeitig voller dunkler Abgründe ist.Warum kann ein Mensch lieben — und trotzdem verletzen?Warum kann er sich nach Nähe sehnen — und andere benutzen?Warum kann er Schönes schaffen — und gleichzeitig so viel kaputtmachen?Vermutlich bedeutet „Bild Gottes“ nicht, dass der Mensch harmlos und immer sauber ist.Es bedeutet eher: Da ist etwas in uns angelegt, das nach Gott aussieht.Liebe. Sehnsucht. Verantwortung. Mitgefühl. Freiheit.Die Fähigkeit, nicht nur um sich selbst zu kreisen.Aber all das kann sich verdrehen.Vielleicht ist Sünde genau das: Wenn etwas Gutes aus der Spur gerät.Liebe wird zu Besitz.Sehnsucht zu Gier.Freiheit zu Rücksichtslosigkeit.Verantwortung zu Kontrolle.Mitgefühl zu Selbstinszenierung.In der Bibel ist der Versucher oft nicht der, der einfach nur plump sagt: „Mach mal was Böses.“Sondern eher der, der verdreht.Der Diabolos.Der Durcheinanderwerfer.Der aus Vertrauen Misstrauen macht.Aus Freiheit Überheblichkeit.Aus Sehnsucht Anspruch.Aus Würde Ego.Ich glaub, das Bild Gottes in uns ist nicht weg, aber es ist beschädigt.Wie ein Spiegel mit Rissen.Da ist noch etwas zu erkennen. Aber nicht mehr unverzerrt.Und vielleicht ist genau das die Spannung: Da ist wirklich etwas kaputt.Aber das Kaputte ist nicht der Ursprung. Nicht das erste Wort. Nicht die ganze Wahrheit.Vielleicht brauche ich diesen Gedanken gerade dann, wenn ich hart werde.Nicht, um naiv zu werden. Sondern um menschlich zu bleiben.Denn wer im anderen nur noch das Etikett sieht, verliert irgendwann den Blick für den Menschen dahinter.Und vielleicht brauche ich diesen Gedanken auch für mich.Für die Tage, an denen ich mich selbst nur noch über das definiere, was nicht reicht.Was ich falsch gemacht habe.Was ich nicht geschafft habe.Wo ich schwierig bin.Wo ich mich schäme.Was andere vielleicht über mich gesagt haben.Vielleicht steht dann ganz leise dieser alte Satz dagegen: Du bist mehr als das.Weil Dein Wert nicht erst entsteht, wenn Du fehlerfrei bist.Er war vorher da. Von Anfang an.Vielleicht ist das einer der stärksten Gedanken des Glaubens:Der erste Blick Gottes auf den Menschen ist kein Vorwurf.Kein Stempel. Kein „Problem“. Kein Unfall.Sondern Mensch. Geliebt. Gewollt. Mit Würde beschenkt. Und manchmal reicht mir das schon als Anfang.Nicht, um alles zu erklären. Aber um anders hinzusehen.Auf andere. Auf mich.Versuchs doch auch mal Deine MandyAuf diese Welt.In diesem Sinne, alles Gute für den heutigen Tag! Mandy © Foto: Mandy
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Von Beginn an böse?
MAY 25, 2026
Von Beginn an böse?
Ihr Lieben, manchmal frage ich mich, was eigentlich mit uns Menschen los ist. Ich mein, wir können so viel Gutes. Wir können lieben.Trösten. Teilen. Uns kümmern. Einander halten.Uns entschuldigen. Wieder anfangen. Wir können wunderschöne Dinge schaffen.Musik. Geschichten. Häuser. Gärten. Freundschaften. Und gleichzeitig können wir so unfassbar viel kaputtmachen. Mit Worten. Mit Macht. Mit Gleichgültigkeit. Mit Gier. Mit Angst.Mit diesem alten Reflex: Erstmal ich. Man muss dafür nicht lange suchen. Ein Blick in die Nachrichten reicht … oder eher in die Nachbarschaft.Oder in Familien. Vereine. Kommentarspalten. Beziehungen. Kirche. Überall da, wo Menschen sind, passiert Gutes.Aber manchmal eben auch ziemlich Dunkles. Vielleicht ist das eine der unangenehmsten Wahrheiten über uns: Der Mensch ist nicht harmlos. Nicht einfach nur lieb, wenn man ihn lässt.Nicht automatisch gut, wenn die Umstände stimmen.Nicht nur Opfer seiner Zeit, seiner Prägung, seiner Verletzungen. Natürlich prägt uns vieles.Natürlich werden Menschen verletzt.Natürlich gibt es Geschichten hinter Geschichten. Aber trotzdem bleibt da diese ernüchternde Frage: Warum wissen wir so oft, was richtig wäre — und tun doch etwas anderes? Warum sehnen wir uns nach Frieden — und bauen trotzdem Feindbilder?Warum wünschen wir uns Liebe — und verletzen die, die uns nah sind?Warum rufen wir nach Gerechtigkeit — und drehen sie manchmal doch so, dass sie uns selbst nützt? In der Bibel gibt es dazu einen ziemlich harten Satz. Nach der Sintflut, also nach diesem großen Neustart der Welt, sagt Gott: „… denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ – 1. Mose 8,21 Kein Vers für ne hübsche Postkarte.Klingt düster. Spannend ist, wo dieser Satz steht. Nicht vor der Flut als Begründung für Vernichtung.Sondern nach der Flut — als Teil seines Entschlusses, nicht wieder so zu handeln. Gott sieht den Menschen nüchtern. Ohne romantische Verklärung. Ohne Filter.Ohne dieses: „Ach, eigentlich sind doch alle ganz ok.“ Er weiß, was in uns möglich ist. Wie schnell aus Angst Härte werden kann.Aus Sehnsucht Besitzanspruch.Aus Überzeugung Fanatismus.Aus Verletzung Rache.Aus Macht Missbrauch. Und trotzdem macht Gott die Tür nicht zu. Er kennt den Menschen.Und bleibt. Irgendwie find ich das interessant, denn wenn ich glaube, der Mensch sei völlig harmlos, werde ich blind. Blind für Macht.Blind für Manipulation.Blind für das, was aus Angst, Verletzung oder Gier entstehen kann.Blind auch für das, was Menschen einander antun können, wenn niemand mehr widerspricht. Aber wenn ich glaube, der Mensch sei nur böse, werde ich hart. Dann bleibt nur noch Abgrund. Nur noch Schuld. Nur noch Misstrauen.Nur noch: Es hat eh alles keinen Sinn. Aber hey, ich versuche das so zu sehen: Vielleicht ist der Mensch nicht von Grund auf gut.Aber er ist von Grund auf gemeint. Gewollt.Gerufen.G e l i e b t. Nicht, weil alles in ihm schön ist.Sondern weil Gott mehr sieht als das Dunkle. Und manchmal, wenns hart kommt, dann versuch ich dran zu denken … Ich muss den Menschen nicht schönreden.Mich selbst nicht. Andere nicht. Die Welt nicht. Aber ich muss auch nicht aufgeben. Denn der Mensch ist nicht harmlos.Aber bei Gott ist er auch nicht hoffnungslos. In diesem Sinne, alles Gute für den heutigen Tag!Und vielleicht auch ein bisschen Mut: Wir sind alle nicht fertig. Gott sei Dank. Mandy Foto von Kevin Hendersen auf Unsplash
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Pfingsten: Nicht weg, nur anders.
MAY 24, 2026
Pfingsten: Nicht weg, nur anders.
Ihr Lieben, manchmal verändert sich etwas und man weiß erstmal nicht, wie man jetzt weiterleben soll. Ein Mensch ist nicht mehr da wie früher.Eine Sicherheit bricht weg. Ein Plan löst sich auf. Eine Zeit geht zu Ende. Und dann steht man da. Nicht unbedingt komplett verzweifelt. Aber still unsicher irgendwie. Mit dieser einen Frage: Und jetzt? Ich glaube, genau so könnte es den Freunden von Jesus gegangen sein. Sie hatten mit ihm gelebt. Mit ihm gegessen. Ihm zugehört. Sie hatten gesehen, wie er Menschen ansieht, die andere übersehen.Wie er Schuldige nicht an den Pranger stellt.Wie er Kranke berührt. Wie er von Gott spricht, als wäre Gott nicht weit weg, sondern nah. Dann kam Karfreitag. Jesus stirbt.Dann Ostern. Jesus lebt. Und trotzdem ist danach nicht einfach alles wieder wie vorher.Jesus ist nicht mehr tot. Aber er ist auch nicht mehr so bei ihnen wie früher. Nicht mehr zum Anfassen. Nicht mehr am Tisch. Nicht mehr auf den Straßen. In der Bibel heißt es über Jesus:„Er wurde von ihnen weggenommen und zum Himmel emporgehoben.“ – Lukas 24, 51 Das ist Himmelfahrt. Jesus ist bei Gott.Und seine Freunde, die Jünger, bleiben zurück. Mit allem, was sie erlebt haben.Mit allem, was sie noch nicht verstehen.Mit dem, was Jesus ihnen anvertraut hat.Und vermutlich auch mit der Frage: Wie sollen wir das schaffen? Wie geht es weiter, wenn der, der mich gehalten hat, anders da ist als vorher?Wie glaube ich, wenn ich Gott nicht sehen kann?Wie hoffe ich, wenn meine Kraft nicht reicht?Wie liebe ich, wenn ich selbst müde bin? Genau da setzt Pfingsten an. Pfingsten erzählt: Gott lässt sie damit nicht allein. Er sagt nicht: „Dann reißt euch jetzt zusammen.“Er sagt nicht: „Ihr müsst das aus eigener Kraft schaffen.“ Sondern Gottes Geist kommt. In der Apostelgeschichte wird das so beschrieben: „Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ – Apostelgeschichte 2, 2 Und dann ist da Feuer. Nicht als Zerstörung. Nicht als Bedrohung.Sondern als Zeichen:Da wird etwas lebendig. Die Bibel erzählt:„Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.” –Apostelgeschichte 2,3 Ich weiß: Heiliger Geist klingt für manche erstmal seltsam. Nach Kirchenwort.Nach einem Thema für Theologen, nicht für den Alltag. Aber vielleicht ist Pfingsten gar nicht so weit weg vom Leben.Vielleicht erzählt Pfingsten genau von diesem Moment, den viele kennen: Ich weiß, was richtig wäre. Aber mir fehlt die Kraft.Ich möchte hoffen. Aber ich bin müde.Ich möchte offen bleiben. Aber ich merke, wie ich innerlich hart werde.Ich möchte glauben. Aber ich sehe Gott nicht. Pfingsten bedeutet für mich nicht, dass plötzlich alles leicht wird. Nicht, dass ich immer mutig bin. Nicht, dass ich alles verstehe. Nicht, dass ich keine Angst mehr habe. Pfingsten bedeutet:: Gott ist nicht weg, nur weil ich ihn nicht sehe. Er bleibt. Anders. Als Atem, wenn mir die Luft fehlt.Als Mut, der nicht aus mir selbst kommt.Als Hoffnung, die leise wieder anfängt.Als Liebe, die mich nicht hart werden lässt.Als Kraft, die einen nächsten Schritt möglich macht. Und genau das passiert damals. Aus Menschen, die eher zurückgezogen und unsicher waren, werden Menschen, die rausgehen. Petrus steht auf und redet. In der Bibel heißt es: „Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und begann zu reden.“ – Apostelgeschichte 2,14 Das klingt erstmal unspektakulär. Ein Mensch steht auf. Ein Mensch redet. Aber vielleicht ist genau das manchmal das Wunder. Nicht, dass jemand plötzlich keine Angst mehr hat. Sondern dass er nicht in der Angst sitzen bleibt.Nicht, dass alles geklärt ist. Sondern dass trotzdem ein nächster Schritt möglich wird. Und vielleicht brauche ich genau das heute auch. Nicht mehr Druck. Nicht mehr Lärm.Nicht noch einen Satz, der sagt: „Du musst nur stärker sein.“ Sondern Gottes Geist. Diese leise, heilige Kraft, die mich erinnert: Du bist nicht allein mit dem, was zu groß für Dich ist. Nicht damals. Nicht heute. Vielleicht ist Pfingsten genau das: Gott bleibt nicht auf Abstand. Er kommt nah. Nicht immer sichtbar. Aber wirksam. In diesem Sinne, schöne neue Woche!Mandy © Foto von Dawid Zawiła auf Unsplash
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