Academie Kloster Eberbach

Academie Kloster Eberbach

Prof. Dr. Susanne Schröter (Ethnologin) über die Gefahren von LINKEN & RECHTEN für unsere Demokratie

SEP 19, 202671 MIN

Description

im Wertepodcast für Gesellschaft, Wirtschaft sowie Politik Folge 15 · Susanne Schröter: Vom Bergdorf auf Flores zu den Feinden der Demokratie Zu Gast: Prof. Dr. Susanne Schröter, Ethnologin, vergleichende Kulturwissenschaftlerin und Publizistin Im Gespräch mit: Sebastian Labonte und Lukas Prandzioch, gemeinsam mit Marcus M. Lübbering, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Academie Kloster Eberbach Aufnahme: September 2026 · Dauer: 1:11:37 · Sprache: Deutsch Was Sie in dieser Folge erwartet Was lernt man über das eigene Land, wenn man mit seinen Kindern in einem indonesischen Dorf lebt, in dem es weder Strom noch Wasser gibt? Susanne Schröter wuchs im ländlichen Niedersachsen auf, fand ihr Leben dort „ein bisschen langweilig“ und las mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Der Großvater, der zur See gefahren war, erzählte von Shanghai, zu Hause wurde Karl May gelesen. Früh beschäftigte sie sich mit dem Koran, mit Buddhismus und Hinduismus. Als Ethnologin ging sie mit Sack und Pack und mit ihren Kindern nach Flores. Sie erzählt von Briefen an die Großmutter, die einen Monat unterwegs waren, von Gastgebern, die kein Deutsch mehr hören wollten, von Hunger in der Regenzeit und von einer Dorfgemeinschaft, die ihr Forschungsthema kurzerhand austauschte. Und davon, warum eine Woche mit den Kindern in einer indonesischen Behörde am Ende das Visum brachte. Im zweiten Teil geht es um die Fragen, mit denen sie sich heute auseinandersetzt: Warum sich Teile der Linken für Islamisten starkmachen, warum der Vergleich der AfD mit der NSDAP ihrer Meinung nach nicht trägt und woran der Kampf gegen rechts in seiner jetzigen Form scheitert. Marcus M. Lübbering fragt, ob auch die Kirchen den Einzelnen aus dem Blick verloren haben, und gemeinsam geht es um die Mystik als das Verbindende zwischen den Religionen. Zum Schluss stellen Susanne Schröter und Marcus M. Lübbering das Institut für Demokratie und Islam (INDEMIS) vor, das sie mit weiteren Mitstreitern gegründet haben. „Ich habe selten so viele glückliche Menschen gesehen.“ — Susanne Schröter über das Leben im Dorf auf Flores „Religion ist immer das, was man daraus macht.“ — Susanne Schröter „Der Mensch braucht noch mehr als Rechte. Der Mensch braucht auch ein soziales Umfeld, in dem er aufgehoben ist.“ — Susanne Schröter Kapitelmarken 00:00 — Begrüßung und Vorstellung von Prof. Dr. Susanne Schröter 01:35 — Kindheit, der Großvater auf See und Karl May 02:48 — Koran, Buddhismus, Hinduismus: die frühe Neugier auf Religion 06:01 — Drei Kinder, Promotion und ein Kraftakt 07:26 — Mit Sack und Pack nach Indonesien 09:29 — Sprache, Gemeinschaftshaus und maximale Integration 11:52 — Glückliche Menschen, Hunger und ein neues Forschungsthema 14:59 — Gesundheit, Magie und die rote Betelpampe 19:54 — Alltag im Dorf, Rituale und die Steyler Missionare 22:06 — Feldforschung, Habilitation und eine Woche in der Visumsbehörde 26:13 — Rückkehr nach Deutschland und die anstrengendste Zeit des Lebens 29:11 — Eine linke Jugend und der Gegenwind an der Universität 34:01 — Die Bücher „Der neue Kulturkampf“ und „Links, rechts, islamistisch“ 37:03 — Das Versagen der bürgerlichen Mitte 41:47 — Ceuta und die Idee der Eroberung 44:43 — Religion als Vehikel der Macht? 49:24 — Debattenkultur, Dialogformate und Einsamkeit 53:38 — Mystik als das Verbindende zwischen den Religionen 59:04 — Erlebnisse in Libyen, Antisemitismus und Extremismen 68:21 — INDEMIS: das neue Institut für Demokratie und Islam Im Gespräch erwähnt Personen Susanne Schröter — unser Gast, Ethnologin, vergleichende Kulturwissenschaftlerin und Publizistin. Marcus M. Lübbering — Gründer und Vorstandsvorsitzender der Academie Kloster Eberbach, Mitgründer von INDEMIS. Karl May — seine Bücher las Susanne Schröter als Kind, ebenso wie ihr Bruder und ihr Vater. Mouhanad Khorchide — ihr „Lieblingstheologe muslimischerseits“, der den Islam als Religion der Barmherzigkeit versteht. Ruhollah Chomeini — von ihm waren iranische Linke nach dem Sturz des Schahs zunächst begeistert. Antonio Gramsci — marxistischer Theoretiker, dessen Ideen Lukas als Vorbild linker Kulturpolitik nennt. Alain de Benoist — Autor von „Kulturrevolution von rechts“, im Gespräch als rechtes Gegenstück zu Gramsci genannt. Donald Trump — Lukas fragt nach der Unterstützung evangelikaler Kreise für ihn und die MAGA-Bewegung. Maximilian Krah — AfD-Politiker, der laut Susanne Schröter um Erdoğan-Anhänger geworben hat. Recep Tayyip Erdoğan — türkischer Präsident, den Krah gelobt hat. Hans-Thomas Tillschneider — AfD-Politiker, von Susanne Schröter als Fan von Wladimir Putin genannt. Wladimir Putin — Beispiel für die Begeisterung extremer Ränder für autoritäre Charaktere. Uwe Becker — Antisemitismusbeauftragter des Landes Hessen, unterstützt INDEMIS. Bücher Susanne Schröter: Der neue Kulturkampf. Wie eine woke Linke Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bedroht — Herder, 272 Seiten; das zweite Buch des „Dreierbogens“. Susanne Schröter: Links, rechts, islamistisch. Die wahren Feinde der Demokratie — Herder, 240 Seiten; ihr neues Buch, um das es im zweiten Teil geht. Alain de Benoist: Kulturrevolution von rechts — von Lukas als Beispiel rechter Kulturstrategie angeführt. Institutionen und Initiativen INDEMIS – Institut für Demokratie und Islam — das neue Institut, das Susanne Schröter und Marcus M. Lübbering mit weiteren Mitstreitern gegründet haben. Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam — das an der Goethe-Universität abgewickelte Zentrum, auf das INDEMIS folgt. Goethe-Universität Frankfurt — hier war Susanne Schröter ab 2008 Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen. Johannes Gutenberg-Universität Mainz — hier hat sie Ethnologie studiert. Yale University, University of Chicago und Universität Passau — weitere Stationen ihrer Lehrtätigkeit. Deutsche Forschungsgemeinschaft — bei ihr beantragte sie die Mittel für die Feldforschung auf Flores. Steyler Missionare — missionierten auf Flores; ihre ethnografischen Arbeiten und Wörterbücher waren eine wichtige Quelle. Dialogforum Islam Hessen — das Dialogformat, in dem Susanne Schröter mitwirkt. Hessisches Ministerium der Justiz — der hessische Justizminister hat bei INDEMIS die Schirmherrschaft übernommen. Hamas — im Gespräch über die Parole „Queers for Palestine“. Auswärtiges Amt — Marcus M. Lübbering fragt, ob ein Weg in den diplomatischen Dienst je eine Option war. Ein Forschungsprojekt zu politisierter Religion in Chicago — aufgelegt in den 90er Jahren; es zeigte Gemeinsamkeiten politisierter Religionen über alle Weltreligionen hinweg. Kloster Eberbach — hier hat Susanne Schröter bereits gesprochen; hier wurde, so Marcus M. Lübbering, schon einmal vor dem Kreuz in Stille meditiert. Orte und Begriffe Nienburg und Worms — Stationen ihrer Kindheit und Jugend. Flores — die indonesische Insel, auf der sie mit ihren Kindern in einem Dorf lebte und forschte. Ceuta — die spanische Stadt in Nordafrika, über die Susanne Schröter einen Artikel gelesen hatte. MAGA-Bewegung — Beispiel für religiös unterfütterte Politik in den USA. Sufismus — die mystische Strömung im Islam, in der ebenfalls meditiert wird. Jakarta, Singapur, Tripolis, Mossul, Iran und Afghanistan — weitere Orte, die im Gespräch vorkommen. Über die Academie Kloster Eberbach Die Academie Kloster Eberbach versteht sich als Raum für Denken, Glauben und persönliches Wachstum. Sie steht auf christlichem Fundament und ist offen für alle, die gelebte Spiritualität im Alltag suchen. Eberbacher Stimmen ist ihr Podcast. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie Eberbacher Stimmen in Ihrer Podcast-App und empfehlen Sie uns gerne weiter. Fragen, Anregungen und Themenwünsche: [email protected] Mehr über die Academie: kloster-academie.de