/https://astrogeo.de/wp-content/uploads/2022/02/Logo_quad3-1-scaled.jpg)
AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie
Karl Urban und Franziska Konitzer
Extragalaktische Nebel: Ein Universum voller Welteninseln?
OCT 15, 202687 MIN
/https://astrogeo.de/wp-content/uploads/2026/10/ag148-scaled.jpg)
Description
Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!
Das Mount-Wilson-Observatorium nordöstlich von Los Angeles ist ein Ort, an dem astronomische Geschichte geschrieben wurde: Unter anderem nutzte dort Edwin Hubble das damals größte optische Teleskop der Welt – mit einem Spiegeldurchmesser von 2,54 Metern – um einen ganz besonderen Stern im Andromedanebel zu beobachten. Die Helligkeit dieses Sterns schwankte in schöner Regelmäßigkeit, und Edwin Hubble war klar: Bei diesem Stern handelt es sich um einen sogenannten Cepheiden. Dank dieser dieser schwankenden Helligkeit fand Hubble heraus, wie weit der Andromedanebel von der Erde entfernt ist. Sein Ergebnis: 285.000 Parsec, rund 930.000 Lichtjahre also. Als beobachtender Astronom hielt sich Hubble mit einer Interpretation dieses Ergebnisses zurück, aber seine Kolleginnen und Kollegen verstanden sofort, was das bedeutete: Hubbles Beobachtungen bestätigten die sogenannte „Welteninsel-Theorie“.
Gibt es jenseits der Milchstraße noch andere Galaxien?
Es war der Philosoph Immanuel Kant, der erstmals die Vermutung zu Papier brauchte: Ja, es gibt sie. Zu Kants Lebzeiten war die Astronomie weit davon entfernt, einzelne Sterne im Andromedanebel auflösen zu können, oder überhaupt nur mit den damaligen Fernrohren und Teleskopen die Spiralstruktur des Nebels sichtbar zu machen. Dennoch schrieb Kant in seiner Veröffentlichung „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“, dass es sich bei den nebligen Fleckchen am Himmel weder um Löcher in der Himmelskugel noch um riesige Sterne handele – sondern um „Milchstraßen“, eigenständige Galaxien weit jenseits unserer Heimatgalaxie.
In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi die Geschichte der Entdeckung der Galaxien – und was diese mit dem Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ zu tun hat. Denn von einer Handvoll nebliger Flecken am Himmel zu einem Universum gefüllt mit Abermilliarden von Galaxien war es ein jahrhundertelanger Weg, den Astronominnen und Astronomen dank wachsender Spiegeldurchmesser ihrer Teleskope gehen konnten – und der letztendlich mit einer Entfernungsmessung endete, nämlich der Entfernung von „Cepheiden in Spiralnebeln“, die Edwin Hubble am Mount-Wilson-Observatorium bestimmte.
Weiterhören bei AstroGeo
Folge 49: Der gefräßige Zwerg
Folge 105: Vom Mittelpunkt zum Mitläufer: Wie wir unseren Platz im Kosmos fanden
Folge 145: Kosmisches Lineal: Wie Cepheiden zu Standardkerzen wurden
Weiterführende Links
WP: Mount-Wilson-Observatorium
WP: Empyreum
WP: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels
WP: Messier-Katalog
WP: Planetarischer Nebel
WP: Leviathan (Teleskop)
WP: Whirlpool-Galaxie
WP: Heber Curtis
WP: Shapley-Curtis-Debatte
WP: Cepheiden
WP: Perioden-Leuchtkraft-Beziehung
WP: Standardkerze
WP: Harlow Shapley
WP: Kugelsternhaufen
WP: Immanuel Kant
WP: Edwin Hubble
WP: Leviathan (Teleskop)
WP: Nebel (Astronomie)
Quellen
Website des Mount Wilson Observatory: 100-inch Telescope Reservations
Buch: Marcia Bartusiak (ed.) – Archives of the Universe (2004)
Fachartikel: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels (1755)
Fachartikel: Nebulae or galaxies? The history of a change in astronomical terminology (2024)
Episodenbild: ESA/Hubble and Digitized Sky Survey; Mahdi Zamani (ESA/Hubble)

