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Barbara & Heiko
Barbara Messer & Heiko Gruner
0014 Es lohnt sich, zu bleiben
SEP 26, 202629 MIN
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Description
Über Vertrautheit, alte Muster und das Wir, das entsteht, wenn wir auch in schwierigen Momenten nicht weglaufen.
Barbara sagt einen Satz, der zunächst fast erschreckend klingt:
„Es geht nicht mehr, mit jemand anderem zusammen zu sein.“
Damit meint sie nicht Abhängigkeit und auch nicht, dass außerhalb dieser Beziehung niemand anderes existieren könnte. Es geht um die Vertrautheit, die inzwischen zwischen uns entstanden ist.
Wir haben einander nicht nur in unseren schönen Versionen kennengelernt.
Wir kennen uns unter Druck. Wir erleben uns müde, überfordert, gereizt und hilflos. Barbara kann schimpfen, Heiko kann sich zurückziehen. Eine profane Frage kann im falschen Moment einen ganzen Kessel zum Überlaufen bringen.
Und wir beginnen immer besser zu verstehen, dass der andere nicht automatisch die Ursache dessen ist, was gerade in uns geschieht.
Manchmal löst er nur etwas aus, das längst da war.
Das verändert unseren Umgang miteinander.
Wir erzählen in dieser Folge auch von unserem Leben in einer Einzimmerwohnung. Von Dingen, die noch keinen Platz haben. Von Schaffellen und neuen Handtüchern, vom gemeinsamen Mittagsschlaf und davon, sich zwischendurch einfach auf eine Wiese zu legen. Unser altes Leben wird gerade abgebaut, während das neue Wir schon seine ersten Gegenstände, Rituale und Gewohnheiten bekommt.
Barbara heißt inzwischen Gruner. Auch dieser Name macht etwas mit dem Gefühl von Wir.
Und dann sprechen wir über Grenzen.
Müssen wir uns in einer Beziehung wirklich immer stärker abgrenzen? Was geschieht, wenn wir nicht bei jedem unangenehmen Moment sofort sagen: „So darfst du mit mir nicht umgehen“, sondern erst einmal verstehen wollen, was gerade zwischen uns passiert?
Das bedeutet für uns nicht, alles hinzunehmen. Es bedeutet auch nicht, verletzendes Verhalten schönzureden.
Es bedeutet, genauer hinzusehen.
Barbara erkennt in ihrer Pünktlichkeit ihre Großeltern wieder, bei denen um Punkt 13 Uhr gegessen wurde. Heiko erinnert sich an seinen Vater, der im Garten erst seine Arbeit zu Ende brachte, während ein Kind nach dem anderen geschickt wurde, um ihn zum Essen zu holen.
Plötzlich stehen hinter einem Konflikt nicht mehr nur zwei Erwachsene in einer Einzimmerwohnung.
Da stehen ganze Lebensgeschichten mit im Raum.
Und wir merken, wie sehr wir gerade neue gemeinsame Muster entwickeln.
Heiko sagt in dieser Folge, dass er früher in schwierigen Situationen oft gegangen ist. Mit Barbara erlebt er Momente, in denen er kurz vor diesem alten Impuls steht – und bleibt.
Und hinterher ist etwas anders.
Mehr Wissen. Mehr Vertrautheit. Mehr Einvernehmlichkeit.
Wir sind erst im zwölften Monat unserer Beziehung.
Und trotzdem gibt es inzwischen dieses Gefühl:
Wir sind kundig miteinander.
Wir kennen uns nicht fertig. Aber wir kennen einander inzwischen gut genug, um auch in einem schwierigen Moment zu wissen, wer dort gerade vor uns steht.
Und immer häufiger erleben wir:
Es lohnt sich zu bleiben.

