/https://images.podigee-cdn.net/0x,sHf-nsN-y7zKpYDlr9zrTAQFbAudiippSrMIrESeFyOA=/https://main.podigee-cdn.net/uploads/u861/e1f8d2b3-05fb-4e9e-9848-a51ee0eb50f3.jpg)
CTO Need To Know
INNOQ
EU Data Act: Zwischen Datenfreiheit und Geschäftsgeheimnissen
DEC 2, 202572 MIN
/https://images.podigee-cdn.net/0x,s7Kybi_LFofTtq1MoQtzFSnFvZLj3_BrKu9RLEVcqsFk=/https://main.podigee-cdn.net/uploads/u861/5ca701a5-709a-445c-bf27-4454009565e4.jpg)
Description
Zu Gast: Dr. Jens Eckhardt, Fachanwalt für IT-Recht
In dieser Episode von „CTO Need to Know“ spricht Gil Breth mit Jens Schönfeld, Fachanwalt für IT-Recht, darüber, wie der EU Data Act Unternehmen technisch wie organisatorisch herausfordert. Sie beleuchten, warum Datenzugang nicht automatisch Kontrollverlust bedeutet, wie CTOs den Spagat zwischen Transparenz und Schutz von Geschäftsgeheimnissen meistern können und warum Standardlösungen selten ausreichen. Die Folge zeigt, wie technische Architektur, Compliance und strategische Entscheidungen zusammenspielen – und was jetzt wirklich Priorität hat.
Der Inhalt in Kürze:
Einführung in den EU Data Act:
Ziel: Demokratisierung des Datenzugangs bei IoT-Geräten und Cloud-Diensten
Komplexität: auf den ersten Blick regulierungslastig, aber mit großem wirtschaftlichem Potenzial
Erwarteter wirtschaftlicher Nutzen laut EU: bis zu 270 Mrd. Euro bis 2028 – aus Sicht des Gastes eher "juristisches Marketing"
Cloud Switching:
Bis 2027 müssen Cloud-Anbieter Wechsel ohne Gebühren ermöglichen
„Funktionale Äquivalenz“ bedeutet nicht komplette Gleichheit, sondern vergleichbare Nutzbarkeit
Wichtig: Anbieter müssen keine individuellen Lösungen beim neuen Anbieter schaffen, aber Aufwand zum Wechsel ermöglichen
Datenzugang & Sicherheit:
Nutzer erhalten Recht auf Zugang zu Daten, die sie generieren
Herausgabe an Dritte ist möglich – unter Berücksichtigung von Datenschutz, Geschäftsgeheimnissen und Sicherheit
Schutz von Geschäftsgeheimnissen ist explizit im Act geregelt
Technische Umsetzung & Standards:
APIs und Echtzeitdatenzugang gefordert, Definitionen wie „Echtzeit“ jedoch vage
Harmonisierte Standards zur Umsetzung von der EU noch ausstehend
Compliance-Strategien:
Lösungen von der Stange oft nicht ausreichend – individuelle Betrachtung notwendig
Vorrangig technischer Fokus vor vertraglicher Umsetzung
Empfehlung: Daten einstufen, technische Machbarkeit prüfen, Sicherheitsbedenken dokumentieren
Aufsicht & Sanktionen:
Aufsichtsbehörde in Deutschland: Bundesnetzagentur
Strafen bis zu 20 Mio. Euro oder 4 % des globalen Umsatzes
Data Act nicht mit DSGVO vergleichen – Durchsetzung dürfte strenger sein
Internationale Betrachtung und Konflikte:
Kein direkter Konflikt zwischen EU Data Act und US Cloud Act
Datenschutz-Schnittstellen mit UK, Schweiz oder China können Probleme verursachen – nationale Vorschriften beachten!
Chancen (nicht nur Regulierung!):
Sekundärmärkte möglich: Unternehmen können neue Geschäftsmodelle und Dienste auf Basis von geteilten Daten anbieten
Öffnung ähnelt Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts in den 90er Jahren
Handlungsempfehlung (besonders für CTOs):
Innerhalb von 90 Tagen:
Bestandsaufnahme: Was betrifft mich konkret?
Technische Analyse: Was ist möglich, was nicht?
Planung: Welche Schnittstellen & Infrastruktur braucht es?
Risikomanagement: API vs. Sicherheit, Umgang mit Geschäftsgeheimnissen
Keine Panik, aber planvolles Handeln gefragt
Vergleichsslogan:
„Lösungen von der Stange sind nur für Unternehmen von der Stange.“
Weitere Themen:
Verhältnis zum AI Act und zur DSGVO
Öffentliche Stellen & Datenzugriff in außerordentlichen Lagen
Rolle von Gatekeepern im Sinne des DMA
Zitat-Highlight:
„Der Data Act ist kein Innovationsförderungsgesetz, aber er kann Innovation ermöglichen – wenn man ihn richtig umsetzt.“
Fazit:
Nicht in Panik verfallen – strukturiert analysieren & umsetzen. Der EU Data Act ist keine rein juristische Hürde, sondern kann ein Wettbewerbsvorteil sein – mit der richtigen Herangehensweise.

