042: Chronisch glücklich? Wie Perspektivwechsel dein Leben verändert – mit Eva Maria Tappe

SEP 4, 202543 MIN

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Mut statt Ohnmacht – Evas Weg vom Opfer zur Managerin ihres Lebens **"Chronisch glücklich klingt vielleicht provokativ. Es heißt nicht, dass man jeden Tag feiert, krank zu sein. Es heißt: Mut zu finden, trotzdem ein glückliches Leben zu gestalten." **– Eva Maria Tappe In dieser Folge von „HAUT COUTURE – ICH BIN ICH und das ist gut so“ spreche ich mit einer Frau, die ihre schwerste Krise in ihre größte Kraft verwandelt hat. Eva Maria Tappe lebte sieben Jahre in Ungewissheit, bevor sie die Diagnose Morbus Crohn erhielt. Sieben Jahre voller Schmerzen, Arztbesuchen und Zweifeln lagen hinter ihr. „Irgendwann dachte ich, vielleicht hab ich’s einfach an der Birne.“ erzählt sie im Gespräch. Eine Aussage, die leider viele kennen, besonders Frauen, deren Beschwerden in einer männerdominierten Medizin lange nicht ernst genommen wurden. Doch Eva gab nicht auf. Weitere drei Jahre brauchte sie, um ihre Erkrankung zu akzeptieren. Und aus dieser Akzeptanz wurde ihre größte Kraft. „Es geht nicht darum, jeden Tag zu feiern, krank zu sein. Es geht darum, den Mut zu finden, trotzdem ein glückliches Leben zu gestalten.“ Heute unterstützt sie mit ihrem Verein CHRONISCH GLÜCKLICH e.V. andere Betroffene dabei, einen selbstbestimmten und erfüllten Alltag zu gestalten. **Vom „Opfer“ zur „Managerin“ ** Eva beschreibt ihren Weg als einen Perspektivwechsel: vom „Opfer“ zur „Managerin des eigenen Lebens“. Sie weiß heute, dass Resilienz nicht bedeutet, immer stark zu sein. Es bedeutet, auch Wut, Angst und Frustration zuzulassen – und trotzdem die Entscheidung zu treffen, sich nicht unterkriegen zu lassen. „Ich musste lernen, meinen Körper neu kennenzulernen. Symptome ernst zu nehmen, statt sie zu ignorieren. Und mir zu erlauben, auch mal ‚nein‘ zu sagen.“ **Die Kraft der Gemeinschaft ** 2017 gründete Eva den Verein CHRONISCH GLÜCKLICH e.V. – ein Netzwerk, das Betroffene verbindet und Selbsthilfe neu denkt. „Selbsthilfe ist nicht Jammern im Stuhlkreis, sondern ein Ort, an dem sofort Verständnis herrscht. Wir nennen das Bauchfreunde-Zauber.“ In diesem Netzwerk entstehen Räume, in denen Menschen ihre Geschichten teilen, voneinander lernen und sich gegenseitig stärken. Für viele ist es ein Ort der Hoffnung: Wer frisch die Diagnose erhält, sieht durch andere, dass es Wege gibt, ein erfülltes Leben zu führen. **Achtsamkeit als Überlebens-Tool ** Besonders berührend erzählt Eva, wie sie Achtsamkeit als ganz praktisches Werkzeug entdeckt hat: „An Tagen, an denen du morgens schon vom Schmerz wach wirst, such dir eine Stelle am Körper, die dir gerade nicht weh tut. Oder denk an etwas, das dir guttut. Es klingt banal, aber es verändert, worauf du dich konzentrierst.“ Sie nennt Atmung als eine ihrer wichtigsten Strategien, um das vegetative Nervensystem zu beruhigen und die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen. Kein esoterisches „Schönreden“, sondern erlernte Techniken, die ihr und vielen anderen durch den Tag helfen. **Selbstwirksamkeit statt Ohnmacht ** Ein zentrales Learning von Eva: Selbstwirksamkeit. „Ich finde bei dem Wort Mindset manchmal schwierig, dass es so klingt, als müsse man alles positiv sehen. Es geht nicht darum, alles schönzureden. Sondern darum, ehrlich zu sein, Gefühle wie Wut oder Angst zuzulassen – und trotzdem den Mut zu haben, sein Leben aktiv zu gestalten.“ Dieser Mut kann heißen, einen anderen Karriereweg einzuschlagen, sich Wissen über die eigene Erkrankung anzueignen, neue Therapien auszuprobieren oder schlicht: auf die eigenen Signale zu hören. Gesellschaftlicher Blick Zum Ende unseres Gesprächs wagen wir den Blick in die Zukunft: „Eine Gesellschaft, in der chronische Erkrankungen entstigmatisiert sind, wäre eine, in der wir weniger urteilen und mehr fragen: Wie geht es dir? Was brauchst du?“ Eva glaubt, dass Verständnis nur wachsen kann, wenn Begegnungen stattfinden – schon im Kindergarten, in Schulen, in Familien. Ihre eigene Nichte, die mit Diabetes lebt, zeigt ihr jeden Tag, dass Kinder viel natürlicher mit Einschränkungen umgehen, wenn sie sie im Alltag erleben. **Take-aways für dich ** Diese Folge ist nicht nur für Menschen mit Morbus Crohn oder Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) relevant. Sie ist ein Plädoyer für Selbstannahme und mutige Gestaltung des eigenen Lebens. Du nimmst mit: • Akzeptanz ist kein Aufgeben, sondern der erste Schritt zur Selbstermächtigung. • Dein Körper spricht mit dir – hör hin, bevor er dich stoppt. • Netzwerke sind keine Schwäche, sondern ein Schlüssel zu Stärke. • Gefühle wie Wut oder Angst gehören dazu – sie machen dich nicht weniger „gut“. • Selbstwirksamkeit heißt: Du bist die Managerin oder der Manager deines Lebens. **Evas Botschaft ** „Sei nicht so streng mit dir. Sag dir öfter: ‚Du machst das gut.‘ Und wenn es dir schwerfällt – such dir Menschen, die dich tragen. Netzwerke wie unseres sind ein absoluter Gewinn. Denn am Ende geht es darum, ein Leben zu gestalten, das dir Freude gibt.“ 👉 Wenn du mehr über Eva und CHRONISCH GLÜCKLICH e.V. erfahren möchtest, findest du unten alle Links 👉 Wenn dich diese Folge berührt hat, teile sie mit jemandem, der gerade Kraft braucht. 👉 Abonniere den Podcast, damit du keine Folge mehr verpasst. 👉 💌 Und wenn du tiefer in das Thema Selbstwert, Sichtbarkeit und Empowerment eintauchen möchtest und Lust auf Impulse, Inspiration und exklusive Inhalte hast, dann melde dich für meine NANÉE News an: 👉 www.nanee-emmerich.de/newsletter Was hat dich am meisten bewegt? Welcher Gedanke hallt nach? Schreib mir auf Instagram @nanee.emmerich oder hinterlasse einen Kommentar unter dem Post zur Folge. Alle Links zu Eva Maria Tappe & Chronisch Glücklich e.V. findest du hier: 🔹 Website Chronisch Glücklich e.V.: https://www.chronisch-gluecklich.de 🔹 Instagram Chronisch Glücklich e.V.: https://www.instagram.com/chronisch_gluecklich/ 🔹 Website & Blog Eva: https://evalescam.com/ 🔹 Instagram Eva: https://www.instagram.com/evalescam/ 🔹 Facebook Eva: https://www.facebook.com/gluecklichtrotzmorbuscrohn Und denke immer daran: Denn: ICH BIN ICH und das ist gut so. Deine NANÉE Mit freundlicher Unterstützung vom Nävus Netzwerk Deutschland e.V.