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Klassik für Taktlose
Die Presse
Wer hat Mozarts Requiem wirklich geschrieben?
SEP 26, 202645 MIN
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Description
Mozart konnte seine eigene Totenmesse nicht mehr vollenden. Nach seinem Tod haben das andere für ihn erledigt. Wie viel Mozart steckt noch drin?
1791 schrieb Mozart seine eigene Totenmesse. Auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war: Das berühmte Requiem wurde sein letztes Werk – und es blieb unvollendet. Zumindest eine Weile lang. Denn schon bald nach Mozarts Tod setzten sich andere Komponisten an die leeren Notenblätter und füllten sie auf. Wie viel davon ist dann eigentlich noch von Mozart selbst?
Zehn Prozent? Oder 78? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz gehen nicht nur den unterschiedlichen Zählweisen nach und erörtern, wie viel „musikalische Substanz“ ein Takt braucht, um als „Original“ zu gelten. Sie erzählen den ganzen Requiem-Krimi: beginnend mit einem anonymen „grauen Boten“, der auf geheimnisvolle Art eine Totenmesse bestellt, über einen schrulligen Grafen, der fremde Kompositionen gern als die seinen ausgibt, bis hin zur Frage, ob man einen Auftrag auch erfüllen muss, wenn man tot ist. „Wenn ein solcher Komponist über der Arbeit an einem Requiem stirbt, sorgt das natürlich über Jahrhunderte für die ärgsten Legenden und Sagenbildungen“, sagt Sinkovicz – der auch gleich erklärt, was das Requiem musikalisch so besonders macht, dass sich die Fragen nach dem Ursprung eigentlich erübrigen: „Das, was da ist, ist _das _Requiem schlechthin. Es gibt kein besseres!“
Auf dem Weg begleitet uns Raphaël Pichon mit seinem Ensemble. Den Ausschnitt aus Verdis Requiem singt der Wiener Singverein, begleitet von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (DG).
Über den Podcast
In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.

