Travelholics - Podcast der Touristik

travelholics.media - Roman Borch

Das Team schläft nie

SEP 17, 202638 MIN

Description

2 Gründer, 1 Startup, 40 KI Agenten Wenn die Firma plötzlich aus Software besteht Seit Beginn der Digitalisierung haben wir Maschinen vor allem als Werkzeuge betrachtet. Der Computer steht auf dem Schreibtisch, die Software läuft darauf und der Mensch arbeitet damit. Generative künstliche Intelligenz beginnt dieses Verhältnis zu verändern. Denn wenn Software recherchieren, programmieren, analysieren, planen, kontrollieren und mit anderer Software kommunizieren kann, entsteht eine interessante Frage: Wann hört ein Werkzeug auf, nur Werkzeug zu sein – und wann beginnt es, Teil einer Organisation zu werden? Mein Gespräch mit Travee-Mitgründer Conrad Mildenstrey ist eben nicht die Vorstellung von Travvee, einem neuen KI-Reiseplaner, den das StartUp aus Berlin entwickelt hat. Dazu ist die Herangehensweise von Lamy und Conrad einfach zu spannend, denn Travee ist ein kleines Experiment über die Zukunft von Arbeit. Zwei Menschen haben ein Unternehmen gegründet und um sie herum entsteht eine Organisation aus Agenten. Alle mit eigenen Jobs im Team. Einer beobachtet den Markt. Ein anderer arbeitet im Marketing. Ein weiterer kümmert sich um Growth und ein Produktmanager existiert ebenfalls. Für größere Entwicklungsaufgaben kommen weitere Spezialisten hinzu. Zwanzig.Manchmal vierzig gleichzeitig. Keine Menschen.Software. Natürlich darf man daraus noch keine vollständig autonome Firma konstruieren. Conrad macht das im Gespräch auch sehr deutlich, dass die Gründer weiterhin Ziele definieren, Prioritäten setzen, korrigieren und Inspiration liefern müssen. Aber die Verschiebung ist trotzdem fundamental. Ein kleines Unternehmen kann heute Dinge ausprobieren, für die es noch vor wenigen Jahren zunächst erhebliche Investitionen in Personal und Entwicklung benötigt hätte. KI wird damit von einer Effizienztechnologie zum Ermöglicher von Unternehmertum. Das Ganze Ding ist aber trotzdem oder gerade deshalb total komplex. Zahlreiche Systeme müssen miteinander sprechen, bevor für den Reisenden vorne etwas erscheint, das möglichst einfach wirken soll. Travee versucht auch auf Produktebene, diese Komplexität durch Agenten zu orchestrieren. Der Nutzer spricht mit einem zentralen Reiseassistenten. Im Hintergrund entscheidet dieser, welcher Spezialist gebraucht wird, wobei Recherche, Routenplanung, Websuche, Audio und etliche weitere Werkzeuge zum Einsatz kommen. Die technische Komplexität verschwindet dabei jedoch hinter einem Gespräch. Damit könnte eine Organisationsidee entstehen, die weit über dieses eine Start-up hinausreicht. Denn irgendwann werden Agenten wahrscheinlich nicht nur innerhalb eines Unternehmens miteinander sprechen und werden dabei Unternehmensgrenzen überschreiten. Mein persönlicher Reiseagent könnte einen Spezialisten von Travee fragen. Dieser könnte wiederum auf touristische Inventare, Daten und Services zugreifen. Dann beginnt eine neue Form digitaler Wertschöpfung. Das klingt futuristisch aber bei Lamy und Conrad ist ein Teil dieser Zukunft bereits Arbeitsalltag. Nach einer Travelholics-Episode über Kennzeichnungspflichten, AI Act und die rechtlichen Grenzen der KI wollte ich diesmal bewusst die andere Seite betrachten, wo Menschen plötzlich Dinge bauen können, für die sie früher sehr viel mehr Menschen gebraucht hätten. Viel Freude beim #schlauhören! Roman Borch Podcaster & Producer travelholics.media übrigens: Ist travelholics - der Podcast für Touristiker bei Instagram und freut sich dort über Abonnenten. ;-) Achtung! Und für alle, die mehr Podcast, Hintergründe und Goodies wollen: Eine exklusive Einladung in den Travelholics Listeners Club