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Übers Ohr: Sehen im Alter - eine Inforeihe
DBSV – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. Projekt "Sehen im Alter"
Wenn das Gehirn Geschichten erzählt: Das Charles Bonnet Syndrom
JUN 20, 202644 MIN
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Description
Zu Gast: Dr. med. Karsten Klabe, Augenarzt und Augenchirurg aus Düsseldorf
Gastgeber:
Thomas Golka und Emanuel Stadler, Mitglieder Fokusgruppe Sehen im Alter (SiA)
Regie / Technik:
Markus Georg, Projekt Sehen im Alter (SiA)
Diesen Podcast organisiert der DBSV mit Förderung aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Hintergründe zum Partizipationsprojekt unter:
https://www.sehenimalter.org/teilhabe-ermoeglichen
Rückkanal: [email protected]
Aufnahmetermin: 13.05.2026, 17:00 Uhr
Veröffentlichungstermin: 20.06.2026
Inhalt:
Einer der Hosts beschreibt zu Beginn der Episode seine konkreten Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Charles Bonnet Syndrom (CBS), einer „Pseudo-Halluzination“. Im Anschluss daran durchwandert das Gespräch vier Bereiche:
Was ist das CBS?
Was sind Ursachen und Wirkungsweisen?
Wie sehen Diagnose und Behandlung aus?
Wie leben mit CBS?
Was ist das CBS?
CBS ist ein Krankheitsbild, das gar nicht so selten ist, aber häufig gar nicht bedacht wird, obwohl das Syndrom schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Damals hat der Schweizer Naturforscher Charles Bonnet die Beobachtungen seines Großvaters, der unter großen Augenproblemen litt, festgehalten. Der Großvater hatte optische Halluzinationen und wusste doch zugleich, dass diese Dinge nicht real sind.
Diese optischen Pseudo-Halluzinationen bei starker Seheinschränkung, verbunden mit der Einsicht in die Unwirklichkeit dieser Bilder und einem höheren Lebensalter, konstituieren das seit 1967 so klassifizierte CBS. Die
Was sind Ursachen und Wirkungsweisen?
Im visuellen System von Auge, Sehnerv und Gehirn will das Gehirn arbeiten und erhält bei einer Sehbehinderung nur unzureichende Informationen und beginnt dann mit der Produktion eigener Bilder, die der Patient, die Patientin wahrnimmt.
Wie sehen Diagnose und Behandlung aus?
Die Betroffenen berichten eher ungern von diesen Halluzinationen. Denn die Wahrnehmung von nicht-wirklichen Phänomen ist stigmatisiert und das Bekenntnis zu eigener Wahrnehmung ist schambesetzt. Der Arzt kann nicht hinter die Stirn schauen, er ist also darauf angewiesen, dass er von Patientenseite die Beschreibungen erhält.
Zudem gibt es keine Standardtherapie. Das Wichtigste sei die Erklärung der Krankheit und dass der Art damit dem Patienten zeige, dass man ihn verstehe und ihm so die Angst und Scham nehme.
Wie leben mit CBS
Das CBS ist ein zeitlich begrenztes Syndrom, eine höhere Reizbelastung führt ebenso zur Verbesserung wie bestimmte Verhaltensweisen wie mehrfach Blinzeln etc. Ansonsten empfiehlt Dr. Klabe die Betroffenenorganisationen und endet mit dem Tipp: Legen Sie die Scham ab und reden Sie darüber, nehmen Sie sich selbst ernst und tauschen Sie sich aus!
Und ein positiver Aspekt zum Schluss: CBS ist kein Zeichen für eine aufkommende Demenz, wie manche Patientinnen oder Patienten fürchten!
Hausmeisterei:
In Ergänzung zum Gespräch mit Dr. Klabe sei auf ein Forschungsvorhaben zum Charles Bonnet Syndrom an der Augenklinik Sulzbach verwiesen, das genauere Daten erheben und auf das Syndrom aufmerksam machen möchte.
https://www.augenklinik-sulzbach.de/forschung-lehre/klinische-studien/charles-bonnet-studie
Hier erste Ergebnisse in Englisch:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39256212/
Vom SightCity Forum 2026 zeigt ein Schnelldurchlauf zum Vortrag der Fokusgruppe zum Aktiven Alter(n) mit Sehbehinderung sechs Thesen.
Im Mai 2026 konnten aufmerksame Hörerinnen und Hörer die Drehorgel auf dem Fischmarkt von Wyk auf Föhr ausmachen. Das neue Geräuschrätsel stellt etwas vor, das blinde und sehbehinderte Menschen normalerweise nicht selbst steuern. Lösungen gehen an
[email protected]
und dann - mit etwas Glück – wandert einer unserer begehrten Thermobecher zum glücklichen Gewinner oder zur glücklichen Gewinnerin.
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