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Gordian Scheuermann und Jan Timm

VZU16 Kino-Talk aus Hamburg: Wes Anderson verstehen – Phoenician Scheme

OCT 8, 202681 MIN

Description

Jan und Gordian dieses Mal unterwegs als Cineasten mit einem Deep Dive über Wes Anderson und „The Phoenician Scheme“: Symmetrien, Miniaturen, Familie – von Grand Budapest Hotel bis Moonrise Kingdom. Wir waren wieder unterwegs und zwar im Kino. Wir sprechen über „The Phoenician Scheme“ (deutsch: „Der phönizische Meisterstreich“) – den letzten Film von Wes Anderson – und sortieren sein Werk von den Royal Tenenbaums über Die Tiefseetaucher und bis Moonrise Kingdom und dem aktuellen Werk ein. Natürlich bei leckerem Craftbier: Ein kräftiges Elephant (10,5 %) mit auffällig gut verstecktem Alkohol und ein alkoholfreies polnisches IPA sorgen für den passenden Rahmen. Wes Andersons Ästhetik: Symmetrie, Miniaturen, Pastellfarben Was macht einen Anderson-Film erkennbar? Wir diskutieren seine geometrischen Sets, die Vorliebe für Eisenbahnen und Züge als rollende Puppenstuben-Kulissen, seine handgefertigten Miniaturen – vom Paris aus „The French Dispatch“ bis zur Modelllandschaft des neuen Films. Auch Andersons Retro-Welt kommt zur Sprache: Ein Telefon ist ein Telefon, Briefe werden handschriftlich geschrieben – eine bewusste Reduktion. The Phoenician Scheme: Geld, Glauben und Familie Benicio del Toro spielt einen skrupellosen Geschäftsmann, der seine Tochter – eine Novizin – zur Alleinerbin erklärt und mit ihr durch ein fiktives „Phönizien“ reist, um Investoren für seinen „Meisterstreich“ zu gewinnen. Wir fragen uns: Ist die dünne Story ein Makel oder genau der Punkt? Zu sehen gibt es auch eigenartige in schwarz-weiß gehaltene Nahtod-Visionen mit einem himmlischen Gericht – ein Rückgriff auf Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ und die Tradition des Totentanzes, den auch Woody Allen in „Love and Death“ zitierte? Am Ende bleibt: ein Film für Wes-Anderson-Fans, ein Augenschmaus wie ein Bild von Hieronymus Bosch, aber kein Einstiegswerk. Einordnung in die Filmgeschichte Wie Fellini, Truffaut und Bergman verzichtet auch Anderson zugunsten von Bildern und Anordnung auf eine klassische Story. Unser Fazit fällt zwiespältig aus – und genau das macht das Gespräch aus: zwei Perspektiven, viel Humor, keine Belehrung. 4. In dieser Episode erfährst du: welche Stilmittel Wes Anderson so unverwechselbar machen – von Symmetrie und Miniaturen bis zur Schaumstoff-Himmels-Kulisse warum „The Phoenician Scheme“ für Einsteiger:innen schwer, für Fans aber ein Muss ist welche filmgeschichtlichen Referenzen hinter den Nahtod-Szenen stecken warum Andersons Figuren in Puppenhäusern oder auf Schienen stehen – und Züge sein liebstes Set sind welche Rolle das Astor Kino, das Abaton und Hamburger Kinogeschichte für unsere Filmsozialisation spielten Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Erfahrungen mit Filmen von Wes Anderson. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. 00:00 – Intro 00:17 – Biere der Woche: Nepo Brewing Hopollo Polish IPA vs. Carlsberg Elephant Extra strong 11:08 – Kinobesuch Wes Anderson „Der phönizische Meisterstreich“ 21:25 – Die Stories von Wes Andersons 25:30 – Die Hamburger Kinowelt 31:29 – Fantasy-Settings 40:12 – Rückblick auf den Film 49:13 – Filmhistorische Einordnung 54:35 – Die Figuren ändern nie ihre Richtung 1:02:32 – Wes Andersons Alterswerk 1:10:13 – Abschlussbetrachtung 1:15:25 – Filme großer Regisseure