Bildungsfern

Marco Bakera

BF60: IT-Sicherheit

7 АПР, 202564 МИН

Описание

Ich war wieder zu Gast beim Podcast /var/log/podcast und habe beim 38C3 im Sendezentrum mit Lukas und Hendrik über IT-Sicherheit gesprochen. /var/log/podcast Folge 3: Wie steht es um die IT-Sicherheit in Deutschland und Europa (/var/log/podcast) Transkript Das Transkript wurde maschinell erstellt und kann Fehler enthalten. Es zählt das gesprochene Wort. Ausklappen 00:00–0:00:13 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Bildungsfern. Die erste Ausgabe im Jahr 2025 startet direkt 0:00:13–0:00:20 mit einem Rückblick in das Jahr 2024. Da war ich mal wieder eingeladen in einem anderen 0:00:20–0:00:27 Podcast und würde ja gerne diese Folge dann jetzt hier auch nochmal replizieren. Ja, warum 0:00:27–0:00:35 ging es? Es ging um IT-Sicherheit in Deutschland, Europa und sowohl auf der privaten Ebene, 0:00:35–0:00:44 als auch auf der Ebene von Firmen und Behörden. Lukas hatte mich eingeladen in seinen Podcast und 0:00:44–0:00:50 ich war dann zusammen dort mit Henrik, der genau in diesem Bereich arbeitet und damit dann deutlich 0:00:50–0:00:56 mehr Kompetenz beisteuern konnte, als ich dazu in der Lage war. Trotzdem konnte ich dann da nochmal 0:00:56–0:01:03 so eine Perspektive einbringen, die so aus dem Bildungsbereich bzw. berufliche Bildung und auch 0:01:03–0:01:08 der private Bereich so ein bisschen abdeckt. Also irgendwie kommt ja dann doch vieles an 0:01:08–0:01:16 der Stelle zusammen und das Ganze hat stattgefunden auf dem 38. Chaos Communication Congress, 0:01:16–0:01:25 also dem Kongress des Chaos Computer Club, der in Hamburg stattgefunden hat und zum Ende des 0:01:25–0:01:31 Jahres im Dezember zwischen den Jahren, also zwischen Weihnachten und Neujahr dort eine 0:01:31–0:01:38 ganze Reihe von interessierten Wesen zusammengetragen hat. Und ja, so war ich dann auch dort zusammen mit 0:01:38–0:01:45 Lukas und Henrik. Ja, hört euch den Podcast oder diese Folge jetzt einfach mal hier an. Ich hoffe, 0:01:45–0:01:52 bereitet euch genauso viel Freude das Anhören, wie mir die Produktion. Insofern hört ihr dort auch 0:01:52–0:01:58 im Hintergrund die Geräusche der Leute, die dort vor Ort waren. Das war so eine kleine Sendebühne, 0:01:58–0:02:02 genannt Sendezentrum, wo jeder vorbeigehen konnte und seinen Podcast aufnehmen konnte. 0:02:02–0:02:07 Eigentlich eine ganz schöne Veranstaltung, also kann ich nur empfehlen für jeden, 0:02:07–0:02:11 der sowieso beim Kongress ist und mal immer so überlegt hat, ja, so ein Podcast mal aufnehmen, 0:02:11–0:02:17 das wäre doch mal was, das ist tatsächlich sehr niederschwellig dort möglich und führt auch immer 0:02:17–0:02:24 wieder dazu, dass dann interessiertes Publikum, was das dann in den Ankündigungen sieht, 0:02:24–0:02:31 vorbeischaut und noch gute Beiträge mitliefern kann. Ja, ich wünsche euch viel Spaß mit der Aufnahme. 0:02:31–0:02:40 Ja, herzlich willkommen zur dritten Folge vom Podcast War und Lock Podcast, heute mit dem Titel 0:02:40–0:02:48 "Wie steht es um die IT-Sicherheit in Deutschland und Europa?". Diese Sendung ist hier aufgezeichnet 0:02:48–0:02:58 am 28. Dezember 2024 live vom Sendezentrum beim 38. Chaos Communication Kongress hier in Hamburg. 0:02:58–0:03:08 Und ja, wir steigen direkt ein. In erster Linie möchte ich erstmal überhaupt die Frage klären, 0:03:08–0:03:24 was ist IT-Sicherheit eigentlich und warum ist das richtig? Vielleicht sollten wir vorher erstmal 0:03:24–0:03:28 mal anfangen, wer ich überhaupt bin, also wer in dem Mikrofon ist, das bin einmal ich, 0:03:28–0:03:35 das ist Lukas, der Host vom Podcast. Ich habe den Marco neben mir sitzen und ich habe den Hendrik 0:03:35–0:03:44 neben mir sitzen. Genau. Und wir drei werden jetzt quasi in dem Podcast so ein paar Sachen zum Thema 0:03:44–0:03:49 IT-Sicherheit sagen und fangen an mit der Frage, was ist IT-Sicherheit eigentlich und warum ist es 0:03:49–0:03:55 wichtig, sich damit zumindest so ein Stück weit zu beschäftigen? Ich würde erst einmal anfangen mit 0:03:55–0:04:03 einer Definition von IT-Sicherheit, um mal überhaupt den Begriff so ein wenig klarzustellen. 0:04:03–0:04:08 Und zwar habe ich hier mir eine Definition rausgesucht, die doch recht treffend ist. Naja, 0:04:08–0:04:15 und zwar Zitat "Unter IT-Sicherheit versteht man Strategien und Maßnahmen, um die Verfügbarkeit von 0:04:15–0:04:20 IT-Systemen zu gewährleisten und den Unerlaubten zu rufen, also wie die unberechtigte Veränderung von 0:04:20–0:04:29 Informationen zu vermeiden." Und ja, das ist so die Definition, die wenn man IT-Sicherheit sucht, 0:04:29–0:04:39 bei Wikipedia steht. Und häufig ist es so, dass Informationssicherheit und IT-Sicherheit quasi 0:04:39–0:04:44 als synonym verwendet werden, dem ist aber nicht so. Denn IT-Sicherheit ist nur ein Teilaspekt der 0:04:44–0:04:53 Informationssicherheit. Ich steige da mal ein. Ich bin hier, weil Lukas und Marco gefragt hat, 0:04:53–0:04:58 was ich mitmachen möchte. Wie gesagt, ich bin Hendrik. Ich komme beruflich aus der IT-Sicherheit, 0:04:58–0:05:05 mache das jetzt auch schon ein paar Jahre. Und ja, das ist ja ein unheimlich komplexes Thema. Die 0:05:05–0:05:14 Definition von Lukas ist natürlich auch soweit richtig. Die klassische Definition, wenn wir über 0:05:14–0:05:20 IT-Sicherheit reden, ist eigentlich immer diese CIA-Triade. Naja, das heißt "Confidentiality, 0:05:20–0:05:25 Integrity, Availability", das ist Vertraulichkeit. Es dürfen nur Informationen an Leute herausgegeben 0:05:25–0:05:30 werden oder an Parteien herausgegeben werden, die dazu berechtigt sind. Vertraulichkeit. Dann 0:05:30–0:05:35 Integrität, das heißt Daten sollen nicht verändert werden, außer von Leuten, die dazu berechtigt 0:05:35–0:05:41 sind. Und Availability, das ist die Verfügbarkeit. Also ich möchte dann, wenn ich auf Daten zugreifen 0:05:41–0:05:45 muss und möchte und das auch so vorgesehen ist, dann sollen die auch da sein. Die sollen nicht 0:05:45–0:05:49 verschwunden sein. Ich soll jetzt nicht drei Stunden warten müssen oder gegebenenfalls noch 0:05:49–0:05:55 länger. Das ist so die Idee. Also die Idee ist, ich möchte sicherstellen, dass Daten, die benötigt 0:05:55–0:06:00 werden, von den Leuten, die berechtigt sind, auch benutzt werden können. Darum geht es in der IT-Sicherheit. 0:06:00–0:06:06 Nichts mehr, nichts weniger. Und daraus entsteht halt ein Riesenfeld an Komplexität. Was einmal die 0:06:06–0:06:11 IT-Sicherheit ist, das ist so der technische Bereich, der technische Aspekt mit "Ich sichere 0:06:11–0:06:17 meine Server ab, ich sorge dafür, dass Backups da sind und eingespielt werden können" und die ganze 0:06:17–0:06:23 Strategie drumherum. Wie plane ich das? Wie baue ich meine Architekturen? Wie baue ich Systeme? Wie 0:06:23–0:06:27 mache ich Personalplanung drumherum? Und auch vielleicht auch die Kommunikation dazu. Das ist 0:06:27–0:06:31 der große Bereich der Informationssicherheit. Informationssicherheit ohne IT-Sicherheit 0:06:31–0:06:37 funktioniert per se nicht. Es ist aber auch nur ein Baustein von der Informationssicherheit. 0:06:37–0:06:48 Genau. Und naja, jetzt ist die Frage, warum sollte man denn auf IT-Sicherheitkarte im Privaten, 0:06:48–0:06:55 warum sollte man darauf achten? Das ist wieder so ein "Komm drauf an"-Ding. Als Normalanwender muss 0:06:55–0:07:00 ich immer gucken, nervt mich das, habe ich da irgendwie Bock drauf. Meistens ist das lästig, 0:07:00–0:07:04 soll überall Passwörter eingeben, mir Passwörter merken, dann kommen irgendwie so Schlaumeier und 0:07:04–0:07:10 erzählen mir, ich soll hier 2-Faktor-Authentifizierung benutzen. Ich weiß gar nicht so richtig, was das 0:07:10–0:07:14 ist und dann muss ich mal mein Handy dabei haben und ein zweites Passwort irgendwo. Das kann ich mir 0:07:14–0:07:19 auch nicht merken. Per se muss ich mir aber darüber Gedanken machen, was will ich eigentlich schützen 0:07:19–0:07:23 und welches Problem möchte ich damit lösen, dass ich das ich IT-Sicherheit mache. Das ist ja kein 0:07:23–0:07:29 Selbstzweck, sondern ich möchte dafür sorgen, dass mir keinen Schaden entsteht. Das triviale 0:07:29–0:07:33 Beispiel, das gängige Beispiel ist halt das Online-Banking. Da soll jetzt niemand Geld von 0:07:33–0:07:38 meinem Konto verweisen können, dann muss ich mir Gedanken machen. Das geht aber noch weiter. Wir 0:07:38–0:07:43 haben ja nicht nur Online-Banking, wir haben Facebook, die meisten jetzt hier auf dem Kongress 0:07:43–0:07:49 wahrscheinlich nicht mehr oder auch noch nie gehabt. Wir haben unsere E-Mail-Accounts. Über unsere 0:07:49–0:07:54 E-Mail-Accounts haben wir, vermutlich die meisten von uns haben wir über einen E-Mail-Account ihr 0:07:54–0:07:59 komplettes digitales Leben organisiert. Das heißt, wenn man irgendwo ein Passwort 0:07:59–0:08:04 zurücksetzen möchte und jemand hat Zugriff auf meinen E-Mail-Account, dann kann er für jeden Account wo 0:08:04–0:08:07 anders über diesen E-Mail-Account das Passwort zurücksetzen. Das heißt, der ist mir irgendwie 0:08:07–0:08:15 wichtig, den muss ich sichern. Ich kann, ich habe vielleicht eine Dating-App irgendwo drauf. Da soll 0:08:15–0:08:21 jetzt niemand wissen, dass ich bestimmte Vorlieben habe. Das soll ich dann auch sichern, das ist 0:08:21–0:08:28 der Nutzen dabei. Insgesamt geht es halt darum, dass man versteht, welchen Zweck Privatsphäre an 0:08:28–0:08:36 in meinen Anwendungsfällen hat in meinem Alltag. Und das bringt sehr viel Komplexität mit sich, 0:08:36–0:08:42 wie zum Beispiel mit meinem Standard-E-Mail-Account, den viele Leute haben, dass der eigentlich so der 0:08:42–0:08:48 Ankerpunkt meiner kompletten Digitalidentität ist. Also es ist halt schwer abzusehen, was passiert, 0:08:48–0:08:54 wenn ich meine IT-Sicherheit nicht im Griff habe. Das eskaliert dann quasi direkt in die 0:08:54–0:08:57 Informationssicherheit, nicht in die IT-Sicherheit, weil meine Informationen nicht mehr sicher sind. 0:08:57–0:09:03 Du hast es ja gerade schon mit Kennwörtern angesprochen. Was wird sich denn da anbieten, 0:09:03–0:09:09 wenn man sagt, okay, starke Kennwörter haben ja gewisse Kriterien, je länger, desto besser, 0:09:09–0:09:14 mindestens acht Zeichen, acht bis zwölf Zeichen, rohes Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen 0:09:14–0:09:19 sollen dort enthalten sein und das Passwort selber sollte nicht irgendwo in einem Wörterbuch vorkommen, 0:09:19–0:09:24 geläufige Zahlenfolgen oder Tastaturmuster sollten auch nicht da sein. Wie soll man sich das alles 0:09:24–0:09:29 merken oder soll man sich das gar nicht merken? Und was ist da vielleicht die technische Anbindung, 0:09:29–0:09:32 die man dafür nehmen könnte? Ich gebe das mal Marco weiter, der guckt gerade so interessiert, 0:09:32–0:09:36 der wird da sicher auch was zu sagen haben. Ich kann vielleicht einmal kurz anbinden. Also ich 0:09:36–0:09:41 komme aus dem Bereich der beruflichen Bildung, habe also mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu 0:09:41–0:09:46 tun, die genau diese Argumente, die du jetzt gerade angebracht hast, warum mache ich das eigentlich 0:09:46–0:09:50 alles? Ich habe doch Gmail, ich habe doch Google und für die verschlüsselte Kommunikation habe ich 0:09:50–0:09:59 doch Whatsapp. Das sind nicht mal falsche Argumente, ne? Eben und ich glaube auch nicht, dass sie den 0:09:59–0:10:03 Argumenten unzugänglich sind, aber die Hürde ist tatsächlich dann immer wieder so diese Praxis im 0:10:03–0:10:07 Alltag. Ich sehe jetzt hier auf dem Pad irgendwie auch gerade so, was die E-Mail-Verschlüsselung 0:10:07–0:10:12 angeht, was nehmen wir da jetzt an der Stelle oder eben auch die Passworter. Also wer benutzt einen 0:10:12–0:10:19 Passwortmanager? Außer er wird vielleicht dann durch Smartphones oder so vielleicht irgendwie 0:10:19–0:10:26 schon erzwungen oder durch eben auch Google Chrome, der dann auch meine Passwörter abspeichert. Soll 0:10:26–0:10:34 er das tun oder soll er das besser nicht tun? Und da wäre für mich eben, also was sind die starken 0:10:34–0:10:37 Argumente oder die, also Argumente nicht, also wie kann ich das quasi plastisch irgendwie 0:10:37–0:10:45 verargumentieren, dass es gut ist, weil es ist ja immer ein, es macht es kompliziert, es macht es 0:10:45–0:10:53 umständlich und ich muss immer diesen Goodwill haben, um IT-Sicherheit zu benutzen. Außer es wird 0:10:53–0:10:57 dann vielleicht wirklich erzwungen, wie zum Beispiel HTTPS und so. Da haben sich auch irgendwie alle 0:10:57–0:11:03 erst aufgeregt und dann war es auf einmal einfacher, da diese Zertifikat mit Encrypt zu erzeugen und 0:11:03–0:11:08 mittlerweile ist das eben gar nicht mehr so oder wurde bei Google irgendwie runtergerankt, wenn man 0:11:08–0:11:12 das nicht angeboten hatte oder sowas. Also es war immer irgendwie so ein Zwang, der dann dahinter 0:11:12–0:11:20 steckte, aber das macht man nicht so aus einem Selbstzweck. Aus Argumente hast du jetzt, hast du 0:11:20–0:11:26 ein plastisches Bild vielleicht oder was man transportieren könnte, außer so dieses, ja du 0:11:26–0:11:31 verschickst ja auch keine Postkarten, wenn man noch weiß, was das ist, wo persönliche Informationen 0:11:31–0:11:36 drauf stehen an vielleicht Menschen, die ihr öffentliches Leben ja auch auf Instagram oder 0:11:36–0:11:42 privates Leben ja auch auf Instagram gerne teilen. Ja, das ist mal aus der Kategorie "Es kommt drauf 0:11:42–0:11:46 an" und das ist auch ganz schwer zu vermitteln, damit die Leute nicht einsehen, dass sie was zu 0:11:46–0:11:50 verlieren haben oder dass es Probleme geben kann, weil sie das zum Beispiel noch nicht erlebt haben, 0:11:50–0:11:59 dann kannst du reden, so viel du willst. Entweder glauben dir das, weil du irgendwie als Botschafter 0:11:59–0:12:04 für die IT-Sicherheit glaubwürdig bist oder die glauben dir das nicht und die haben auch keine 0:12:04–0:12:11 schlechten Erfahrungen gemacht. Das ist, du wirst die da auch nicht ohne Weiteres erreichen. Du hast 0:12:11–0:12:18 gerade das Beispiel HTTPS gebracht. Da ist es so, dass Google und die Browser-Hersteller die 0:12:18–0:12:23 Kosten-Nutzen-Kalkulation verschoben haben, indem sie das aufgezwungen haben mehr oder weniger. Die 0:12:23–0:12:29 haben dafür gesorgt, dass Webseiten, die HTTPS anbieten, nicht mehr funktionieren oder das sind 0:12:29–0:12:35 nur danach, ich muss eine Bestätigung klicken und was diese ganzen Internetfirmen hassen, wie die 0:12:35–0:12:41 Pest ist zusätzlich ideologe, weil das drückt die Conversion-Rate nach unten und dann verkauft man weniger 0:12:41–0:12:47 und das ist richtig schmerzhaft und da ist dann auf einmal eine intrinsische Motivation da, in der 0:12:47–0:12:54 Security besser zu werden. Das ist bei Passwörtern, ist das ganz, ganz schwierig. Wir haben auch bei 0:12:54–0:13:01 uns in der Firma Password-Manager, wir haben das etabliert, wir sind dabei, also wir versuchen die 0:13:01–0:13:07 Nutzung durchzusetzen. Das kriegen wir aber nicht über Schreckgeschichten hin, sondern wir kriegen 0:13:07–0:13:13 das über bessere Kollaboration innerhalb der Teams hin, dass keine Excel-Sheets mehr geshared werden 0:13:13–0:13:19 mit Passwörtern, dass ich dafür sorgen kann, dass Zugriffe beschränkt werden. Das muss praktisch 0:13:19–0:13:23 einen Vorteil haben, sonst erreicht das einfach keinen Nutzer. Das muss man ehrlicherweise sagen. 0:13:23–0:13:29 Ich kann das in der Familie, die glauben mir, da bin ich als als Markenbotschafter IT-Sicherheit 0:13:29–0:13:34 glaubwürdig genug, dass die sagen, die nutzen einen Password-Manager, den bezahle ich aber. 0:13:34–0:13:39 Den bezahlen die nicht. Apple hat das auch gesehen und bietet jetzt einen Password-Manager auf iOS 0:13:39–0:13:47 und so weiter an, der auch ausgereift ist und in der Usability gut ist. Aber... Also sind diese 0:13:47–0:13:53 Kriterien mit, Achzeichen, Sonderzeichen oder ist das eigentlich eher unwichtig, weil das soll 0:13:53–0:13:59 entweder der Passmanager machen oder Pass-Keys und so das neue Ding, da ich gar keine Passwörter mehr 0:13:59–0:14:10 habe. Also das Problem bei Passwörtern ist, wenn man die wiederverwendet, da muss man muss man sich 0:14:10–0:14:16 Beispiele angucken, was schiefgehen kann. Denn auf einmal ist nicht nur mein Problem, dass mein 0:14:16–0:14:23 Passwort bekannt werden kann öffentlich, sondern unter Umständen gibt es einen Anbieter. Du bist 0:14:23–0:14:27 bei irgendeinem Onlineshop-Kunden, hast da dein Standard-Passwort und deine Standard-E-Mail-Adresse 0:14:27–0:14:32 eingegeben und die machen was falsch und speichern die Passwörter einfach so ab, damit sie nachher 0:14:32–0:14:38 vergleichen können, ob du dich wirklich anmeldest. Und dann werden die gehackt und dann wird dir eine 0:14:38–0:14:42 komplette Liste mit den Passwörtern rausgetragen. Was Angreifer dann machen, ist die nehmen deine 0:14:42–0:14:46 User-Daten, zum Beispiel eine E-Mail-Adresse und das Passwort und probieren die einfach überall 0:14:46–0:14:52 aus. Bevorzug erst mal bei deinem E-Mail-Account, weil das ja der Anker deiner digitalen Identität ist, 0:14:52–0:14:57 wenn du online bist. Sie werden das bei Ebay ausprobieren, bei Amazon, bei allen großen 0:14:57–0:15:03 Firmen, wo man standardmäßig irgendwelche Accounts hat. Das trifft jetzt nicht auf jeden zu, 0:15:03–0:15:08 der überall einen Account hat, aber die Trefferrate ist gut. Was dann im Anschluss passiert, 0:15:08–0:15:13 ist, dass die in diesem ominösen Darknet zum Verkauf angeboten werden oder vielleicht auch 0:15:13–0:15:17 einfach so hochgeladen werden, auf Pastebin oder irgendwelchen anderen Seiten. Das heißt, 0:15:17–0:15:20 in dem Moment ist deine Millionstar-Namen-Passwort-Kombination, die ist dein öffentliches 0:15:20–0:15:25 Datum, die ist dahin. Vielleicht das weißt du nicht, weil vielleicht nicht sofort was passiert und das 0:15:25–0:15:29 kann sein, dass dir erst im Jahr irgendwas passiert, was jemand gekauft hat oder brute-force-mäßig 0:15:29–0:15:35 irgendwo durchprobiert. Wie gesagt, das wirst du aber erst mitkriegen, wenn der Schaden passiert ist. 0:15:35–0:15:45 Was würdest du sagen, ab wann sollte man quasi so Sachen wie auf so Sachen wie Passwörter oder 0:15:45–0:15:50 so was achten? Ab wann sollte man so was Menschen beibringen? Schon irgendwie in der Grundschule, 0:15:50–0:15:55 natürlich dann didaktisch so runtergebrochen, dass sie das verstehen? Schwierig. Oder ab der 0:15:55–0:16:01 Allgemeinbildschule oder ab der Berufsbildenschule oder so? Im Endeffekt ab dem Zeitpunkt, 0:16:01–0:16:07 wo sie damit umgehen müssen. Wir fangen an, unseren Kindern Verkehrsregeln zu erklären, 0:16:07–0:16:10 in dem Moment, wo sie das erst mal selbstständig auf der Straße an der Hand laufen. Sagen, 0:16:10–0:16:14 bleiben wir am Rand stehen, sagen, guck links, guck rechts. Im Endeffekt ist das der Zeitpunkt, 0:16:14–0:16:19 wo wir anfangen müssen, unsere Kinder zu beziehen. Im Straßenverkehr haben wir aber eine sehr reale 0:16:19–0:16:24 Gefahr, weil jeder kann sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn man mit 70-80 Kilo von zwei Tonnen 0:16:24–0:16:29 Stahl getroffen wird. Und bei solchen Sachen hat man dann eher eine abstrakte Gefahr? Das ist eine 0:16:29–0:16:35 sehr abstrakte Gefahr, die nicht greifbar ist. Denn viele Leute sagen so, fürs Online-Banking, 0:16:35–0:16:39 da habe ich ja noch den Tannen-Generator. Was soll denn da passieren? Und da haben die auch recht. 0:16:39–0:16:45 Das bringt dich nicht um, in der Regel. Und die meisten Leute, das Schlimmste, was denen passiert 0:16:45–0:16:51 ist, der Amazon-Account wird aufgemacht und es werden Sachen bestellt. Amazon erstattet das, 0:16:51–0:16:55 es ist eine Bekannte von uns passiert. Die hat nicht mal Anzeige erstattet, weil eigentlich ist 0:16:55–0:17:03 ja nix passiert. Hat aber ein Passwort, was ein Werbeslogan von der Firma war vor ein paar Jahren. 0:17:03–0:17:09 So. Ergebnis ist, die hat sich da jetzt auch keine großen Gedanken darüber gemacht, hat aber jetzt 0:17:09–0:17:14 verstanden, dass das irgendwie unangenehm war, weil das drei Tage Arbeit war, Amazon und so zu 0:17:14–0:17:17 hinterher zu telefonieren, um den Schaden zu begrenzen. Aber wie gesagt, die hat nicht mal 0:17:17–0:17:23 Strafanzeige erstattet, weil wofür? Macht für sie ja keinen Sinn. Amazon hat das so erstattet, 0:17:23–0:17:29 ihr Gmail-Account war offen. War jetzt ein bisschen doof, aber ist jetzt eine Anekdote für sie. 0:17:29–0:17:36 Ja, also ich habe das bei mir, ich habe das in der Abwägung gemacht bei der Kreditkarte beispielsweise, 0:17:36–0:17:39 da habe ich explizit meiner Bank gesagt, ich möchte gerne eine Prepaid-Kreditkarte, 0:17:39–0:17:44 die ich vorher aufladen muss, um eben eine Schadensbegrenzung zum Beispiel zu machen. 0:17:44–0:17:48 Also die kann auch gar nicht belastet werden, wenn die nicht aufgeladen ist. Heißt also, 0:17:48–0:17:53 solche Buchen würden dann gar nicht erst so schön gehen. Wäre ja auch eine Möglichkeit. 0:17:53–0:17:57 Ja, die Kreditkartenfirmen und die Banken sind natürlich sehr hinterher, was die IT-Sicherheit 0:17:57–0:18:02 angeht. Ob das immer zielführend ist in allem, was sie tun, das ist eine völlig andere Diskussion. 0:18:02–0:18:10 Aber die haben Multifaktor-Authentifizierung, in dem wir zum Beispiel, wir haben unsere Bank 0:18:10–0:18:14 irgendeine ID, ein Passwort und in der Regel müssen alle Transaktionen nochmal durch ein 0:18:14–0:18:19 TAN-Verfahren oder sowas genehmigt werden oder durch eine Push-Notification wird es bestätigt. Auch 0:18:19–0:18:23 hier kann man jetzt darüber diskutieren, wie sinnvoll es ist oder wie wenig sinnvoll das ist, 0:18:23–0:18:28 aber es gibt zumindest mehrere Stufen und da sehen die Leute das auch ein. Denn Geld und sowas 0:18:28–0:18:32 verstehen sie natürlich als Problem. Aber auch da, wie das Beispiel mit der Prepaid-Kreditkarte, 0:18:32–0:18:37 ist es auch total sinnvoll, weitere Maßnahmen zu treffen, um Schaden zu begrenzen, indem ich zum 0:18:37–0:18:42 Beispiel Auslandsüberweisungen auf einen bestimmten Betrag limitiere oder mein Tageslimit an Überweisungen 0:18:42–0:18:48 limitiere. Das ist auch dann alles eine Erwägung, die man treffen muss. Marco hatte das gerade 0:18:48–0:18:53 angesprochen mit der E-Mail-Verschüsselung. Da habe ich mich an so eine Situation in der Ausbildung 0:18:53–0:19:03 erinnert. Unser Lehrer hat uns in mehreren Stunden zunächst das Prinzip von Verschüsselung 0:19:03–0:19:11 erklärt und dann haben wir OpenBGP-Schlüssel für unsere Schuladressen generiert. Und am Ende ist 0:19:11–0:19:17 dann für unsere ganze Klasse so ein Schlüsselbund angelegt worden, mit dem dann jeder quasi jedem 0:19:17–0:19:23 verschlüsselt schreiben konnte. Und ich weiß ehrlicherweise nicht, ob wenn das der Lehrer 0:19:23–0:19:28 damals nicht gemacht hätte, ob wir das überhaupt dann, ob ich mich damit privat so auseinander 0:19:28–0:19:34 gesetzt hätte und das für alle meine Sachen... PGP ist ein schönes Beispiel insofern, weil ich 0:19:34–0:19:41 keine Ahnung, wie alt das Projekt schon ist. Also es ist ja, glaube ich, schon in Dekaden so. Und 0:19:41–0:19:47 es hat sich bisher nicht durchgesetzt. So irgendwie weder, sage ich mal, konzeptionell noch so von den 0:19:47–0:19:54 Tool-Anbindungen, noch so von der Usability irgendwie. Da gab es viele Versuche in ganz 0:19:54–0:19:58 vielen unterschiedlichen Richtungen. Jetzt eben, hattest du es ja auch gesagt, auch auf der didaktischen 0:19:58–0:20:03 Ebene probiert man sowas natürlich. Jetzt ist die Frage, nutzt du das jetzt aktiv im Alltag in 0:20:03–0:20:10 irgendeiner Form? Ja, tatsächlich. Tatsächlich? PGP? Ja, also ich habe, als ich mich zu meinem 0:20:10–0:20:16 aktuellen Arbeitgeber beworben habe in der Bewerbung, stand im Lebenslauf mein extra 0:20:16–0:20:24 Alias für die Bewerbung drin mit einer Fußnote unten, wo dann der Open PGP Fingerprint abgebildet 0:20:24–0:20:32 war und im Link quasi, wo man die Datei quasi, die ASC-Datei herunterladen konnte und dann 0:20:32–0:20:41 verifizieren hätte können, dass das halt wirklich von mir ist. War jetzt über einen Portal quasi, 0:20:41–0:20:45 wo ich die eingereicht habe, aber wenn sie dann mit mir danach hätten schreiben müssen oder sowas, 0:20:45–0:20:51 hätten sie das auch verschlüsselt machen können. "Hätten" heißt, okay. Die Infrastruktur war nicht 0:20:51–0:20:59 da. Okay, ja. Aber ja, ich habe das Konzept für alle Sachen, die ich so habe, irgendwo bei einem 0:20:59–0:21:03 Bestelldienst oder was, Elektronikbestelldienst oder so, habe ich dann immer eine eigenen Mail-Alias 0:21:03–0:21:10 und da habe ich tatsächlich dann auch immer direkt mit einem Open PGP Key quasi immer mit dabei. Ja. 0:21:10–0:21:16 Heißt, ich könnte immer, wenn ich wollte und wenn die Gegenstelle das quasi auch die Möglichkeit hat, 0:21:16–0:21:25 nutzen. Der BFDI hat das ja für alle ihr seine Mail-Adressen. Referat so und so @bfdi.grund.de. Für 0:21:25–0:21:32 alle die gibt es jetzt tatsächlich PGP-Dateien komplett. Das ist manchmal bei den Behörden auch 0:21:32–0:21:37 ein bisschen traurig, weil die Schlüsse sind nicht immer gepflegt. Beim BFDI aber tatsächlich 0:21:37–0:21:42 sind die da hinterher, dass das gepflegt wird. Es gibt Bundesämter, die tun das nicht konsequent und 0:21:42–0:21:49 nachhaltig. Generell ist aber dieses Thema E-Mail-Verschlüsselung, das ist von Nerd für Nerd. 0:21:49–0:21:54 Das sieht man, also sag mal in the wild, siehst du das nicht mehr. Wir haben leider das Thema 0:21:54–0:22:00 Passwortmanager relativ kurz behandelt. Ja. Genau, also wenn es um persönliche Sicherheit geht, 0:22:00–0:22:05 ich glaube, das ist so einer der niederschwerlichsten und besten Empfehlungen, die man machen kann, 0:22:05–0:22:13 ist dieses Verrennen von Passwortmanagern, die einfach auch im Mobilgerät und im Browser 0:22:13–0:22:18 installiert sind. Da kriegen jetzt viele auch ein Kontextkongress, ein bisschen Plug. Aber auch das 0:22:18–0:22:23 ist wieder so eine Interessen- und Zielabwägung, die man da treffen muss. Weißt du, hat Android 0:22:23–0:22:29 da was out of the box? Ich kenne das jetzt nur für iOS, dass es da diesen Passwort irgendwie gibt. 0:22:29–0:22:33 Genau, das hat Apple aber dediziert gemacht und auch erst mit der letzten Version released. Es 0:22:33–0:22:39 gibt kommerzielle Varianten, es gibt Open-Source-Varianten. Die kommerziellen Varianten 0:22:39–0:22:43 zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie synchronisieren über mehrere Geräte hinweg, 0:22:43–0:22:49 ohne dass man selber was machen muss. Ich habe da Meinung zu verschiedenen Anmietern, 0:22:49–0:22:55 werde ich jetzt hier nicht äußern. Aber auch da gibt es, wenn man gucken möchte, gibt es welche, 0:22:55–0:23:01 die sind für ein Individuell, die funktionieren im Familienkontext oder im Gruppenkontext, 0:23:01–0:23:05 wenn man das teilen muss und möchte. Da gibt es ganz verschiedene Anmeldungsfelder. Was könnte 0:23:05–0:23:10 ich denn jetzt jemandem empfehlen, der sagt, ich kenne mich nicht mit IT aus, aber ich würde gerne 0:23:10–0:23:16 was machen, installiere den Passwort-Manager. Aber würde man jetzt achten bei der Auswahl des 0:23:16–0:23:26 Managers? Kann man sagen, bezahlt ist besser als kostenlos? Es hängt davon ab und es kommt drauf an. 0:23:26–0:23:31 Das ist ja auch ganz schwierig zu beantworten. Das ist ja eine individuelle Erwägung. Nein, 0:23:31–0:23:35 man muss natürlich gucken, möchte man das für eine Familie benutzen, für eine Gruppe, möchte 0:23:35–0:23:41 man das für sich alleine benutzen? Für Oma und Opa oder Mama und Papa, die sollen das ja benutzen. 0:23:41–0:23:45 Die sollen das benutzen, genau. Da musst du halt gucken, dass die Dinge eine gute Usability haben. 0:23:45–0:23:50 Das ist jetzt keine völlig absurde Empfehlung, zu sagen, Leute solltet ihr ein iPhone kaufen, 0:23:50–0:23:56 weil es wird gepatcht, das ist einigermaßen up to date, ist aber eine Budgetfrage. Kannst 0:23:56–0:23:59 natürlich auch deine abgelegten Geräte runtergehen, aber wir sind hier immer dabei, 0:23:59–0:24:03 dass es ein Geldbild ist. Wenn du es dir leisten kannst, eine kommerzielle Variante von irgendwas 0:24:03–0:24:09 zu kaufen, guck, dass du mit der Usability klarkommst. Guck vielleicht in den Wikipedia-Artikel, 0:24:09–0:24:13 ob die Sicherheitslücken hatten in der Vergangenheit, wie die damit umgegangen sind 0:24:13–0:24:20 vor allem, wie Sicherheitsprobleme passieren. Das lässt sich natürlich vermeiden, aber wie 0:24:20–0:24:25 sind die damit umgegangen, haben die das gefixt? Was für mich eine total rote Flagge ist, ist, 0:24:25–0:24:31 dass es verschiedene, dass es eine Vielzahl an Eigentümerwechseln gab über die letzten Jahre zum 0:24:31–0:24:39 Beispiel. Da du da anfängst, Interessen durcheinander zu werfen. Aber es gibt jetzt 0:24:39–0:24:46 nicht das Hütesiegel-Stiftung, Passwortmanager-Tests, die 20 Passwortmanager getestet hat und zu einem 0:24:46–0:24:50 Ergebnis kommt, vielleicht auch, weiß nicht, vom BSI der Grundschutz oder so was hier. 0:24:50–0:24:57 Die machen leider keine Produktempfehlung. Schade. Privat würde ich dir eine machen, 0:24:57–0:25:03 aber nicht aufgezeichnet. Ich habe da Meinungen zu. Tatsächlich ist es aber, 0:25:03–0:25:13 googeln hilft. Wenn man technisch versiert ist, es gibt Anbieter, die haben Whitepaper dazu, 0:25:13–0:25:18 warum sie ihre Lösung wie implementiert haben, welche Angriffsmodelle sie haben. Aber das ist 0:25:18–0:25:25 natürlich für 99,9% der Bevölkerung, ist das erweiterte Esoterik von Nords für Nords. Selbst 0:25:25–0:25:29 da noch mal für eine spezielle Geschmackrichtung. Zumal es kann ja wirklich auch sein, du sagst das 0:25:29–0:25:33 ja gerade, eventuell hast du ja Sachen, wo du mit dem Team das zahlen möchtest. Da wäre dann ja 0:25:33–0:25:41 irgendeine Art Server-Lösung möglich, notwendig oder so. Wenn ich das jetzt privat so nutze oder 0:25:41–0:25:45 so was, reicht vielleicht auch nur einfach eine Datei von den Passwortmanager, dass es halt 0:25:45–0:25:50 dateibasiert ist mit einem Passwort und einem zweiten Faktor oder so. Würde mir ja erst mal 0:25:50–0:25:54 reichen, wenn es auf dem einen Gerät ist, wobei ich weiß auch nicht, wenn man es dann verliert, 0:25:54–0:26:01 auch nicht so gut. Vielleicht. Genau. Tatsächlich, es klingt immer so albern. Früher haben wir über 0:26:01–0:26:09 so was gelacht. Wenn Mutti oder Opa es nicht dazu zu kriegen sind, irgendeine Software zu benutzen, 0:26:09–0:26:14 was ja nachvollziehbar ist, dann sollen die sich das aufschreiben. In ein kleines schwarzes Büchlein, 0:26:14–0:26:18 was sie am Schreibtisch liegen haben. Früher haben wir gesagt, Passwörter nicht aufschreiben. Aber 0:26:18–0:26:24 für Opa oder Oma zu Hause ist das Bedrohungsmodell halt nicht, dass irgendjemand an dem Schreibtisch 0:26:24–0:26:29 vorbeiläuft und in ihrem Passwortbüchlein blättert, sondern für die ist tatsächlich das 0:26:29–0:26:34 Problem, dass sie, weil die 1, 2, 3 als Passwort haben und dadurch dann halt ihre Accounts gehackt 0:26:34–0:26:39 werden und damit sind die halt auch schlimm überfordert in der Regel. Nachvollziehbarer Weise. Also, 0:26:39–0:26:45 wenn nichts anderes geht, schreibt die die Dinge auf. Aber das ist doch ein guter, konkreter Tipp. Das finde ich tatsächlich ein guter konkreter Tipp. 0:26:45–0:26:51 Und sagt dafür, also 8 Zeichen ist in der Regel zu wenig, mehr Zeichen sind besser. Es gibt diese 0:26:51–0:27:00 Empfehlungen mit den Merk-Sätzen und dabei wirklich dann gucken, dass man verschiedene Passwörter für 0:27:00–0:27:08 unterschiedliche Seiten hat. Tatsächlich gibt es mobilsicher.de, kennen vielleicht einige das 0:27:08–0:27:13 Verbraucherschutzportal, was jetzt mittlerweile eingestellt wurde leider. Das BSI hat auch eine 0:27:13–0:27:19 ähnliche Webseite. BSI für Bürger ist das. Genau und mobilsicher hat tatsächlich den einen oder 0:27:19–0:27:25 anderen Passwortbüchlein vorgestellt kurz und vor allem nicht groß technisch, sondern wirklich, 0:27:25–0:27:30 dass es auch jemand, der jetzt nicht so groß in der Technik ist, das nachvollziehen kann. Das können wir 0:27:30–0:27:36 die schauen aus auf jeden Fall. Da steckt eine Behörde hinter oder? Ne, das ist ein eingetragener 0:27:36–0:27:42 Verein. Das ist das Institut für Technik und Journalismus ist das. Und die werden vom Ministerium 0:27:42–0:27:52 für Umwelt, Naturschutz, Nuklearer Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Okay, genau. Die 0:27:52–0:27:57 machen das jetzt mehrere Jahre und die werden halt von dem Verbraucherschutzteil quasi gefördert. 0:27:57–0:28:06 Und machen da verschiedenste Sachen, App-Checks und so. Und das ist tatsächlich sehr einfach, was du gerade 0:28:06–0:28:16 sprachst, nach einer Übersicht quasi. Ja, genau. Wie stehst du zum Thema Virenschutzprogramm? Das 0:28:16–0:28:22 ist ja immer so ein Punkt für oder wieder. Soll man eins installieren? Ja oder nein? Aus Ausbildung 0:28:22–0:28:28 kenne ich, unser Lehrer für Erziehungssicherheit quasi, den wir da hatten, der sagte, Defender, 0:28:28–0:28:41 Mindestdefender reicht. Heiße Eisner, du lässt heute nichts aus. Da kann ich jetzt auch nur verlieren, 0:28:41–0:28:50 also springe ich mit beiden Füßen rein. Es kommt natürlich drauf an, wenn du eine Behörde bist, 0:28:50–0:28:55 eine große Organisation, willst du einen Virenschutz haben, weil aus Compliancegründen 0:28:55–0:29:00 brauchst du das. Das ist keine richtig gute Begründung technisch, aber aus Compliancegründen 0:29:00–0:29:07 brauchst du den. Du hast damit zu tun, dass du eine Vielzahl von Anwendern hast, die nicht besonders 0:29:07–0:29:11 versiert sind, die auf viele Sachen klicken. Virenschutz schützt dich nur vor bekannten Sachen. 0:29:11–0:29:21 Es ist eine zusätzliche Software, die läuft, die damit auch wieder unter Umständen angreifbar ist. 0:29:21–0:29:26 Also man wird gleichzeitig verwundbarer. Andererseits schützt man sich vor Problemen, 0:29:26–0:29:33 die schon in der Welt sind und kann vielleicht verhindern, dass man damit drauf muss. In der 0:29:33–0:29:41 Regel ist es so, das ist ein Benefit, aber es ist nicht diese berühmte Silver Bullet. Das ist nicht 0:29:41–0:29:47 der heilige Gral in der IT-Sicherheit. Der löst nicht alle deine Probleme, der wird nicht jeden 0:29:47–0:29:53 Virus für immer abhalten, sondern es ist ein Baustein. Ob das ein guter Baustein ist, 0:29:53–0:29:59 das kommt immer so ein bisschen drauf an. Aber als Normalanwender willst du halt eine 0:29:59–0:30:05 Anti-Viren-Lösung haben in der Regel, gerade auf einer Plattform wie Windows, die halt den 0:30:05–0:30:16 meisten Angriffen ausgesetzt ist. Die Linus-Anwender kommen wahrscheinlich ohne aus. Im Konzern wirst 0:30:16–0:30:21 du dann eine Anti-Viren-Lösung drauf haben. Auch im Apple-Konzern? Weißt du das? Das weiß 0:30:21–0:30:27 ich nicht. Aber die werden gleich compliance-richtig unterlegen werden auch. Ob du jetzt privat eine 0:30:27–0:30:30 Anti-Viren-Lösung auf dem Mac installierst, weiß ich nicht. Es liegt auch immer so ein bisschen 0:30:30–0:30:35 daran, was machst du eigentlich die ganze Zeit im Internet? Wo man sagen muss, also Angriffe auf 0:30:35–0:30:42 Linux oder Mac sind ja nicht null, aber sie sind im Verhältnis zu den Angriffen auf Windows 0:30:42–0:30:52 pro-personal viel, viel weniger. Ja und nein. Im Desktop-Bereich. Genau. Weil es einfach viel, 0:30:52–0:30:59 viel weniger Linus-Anwender auf dem Desktop gibt. Ja. Leider. Muss das so sehen, wenn es viel mehr 0:30:59–0:31:04 Bedienungs-Anwender auf dem Desktop gäbe, gäbe es da auch mehr Angriffe. Und dann wären wir nicht mehr 0:31:04–0:31:09 in unserer bequemen Situation, wo wir hier großkotzig sitzen können und sagen können, 0:31:09–0:31:15 du dumm Windows-Anwender mit dem Behäbschutz-Programm. Ja. Da wäre unsere Welt anders. 0:31:15–0:31:23 Sicherlich. Aber ich glaube, hier auf dem Kongress ist es jetzt eher so, hörst du für 0:31:23–0:31:29 alles jeden irgendwie. Du hast irgendein Problem. Du hast auf jeden vermutlich jemanden, der dir das 0:31:29–0:31:36 Problem beheben kann. Ja. Und naja, so könnte ich mir das auch vorstellen bei einer Distro. Da 0:31:36–0:31:41 hast du dann irgendjemanden, einen Geek, der dann quasi in der Distro da irgendwie mitwirkt 0:31:41–0:31:48 oder sowas und dann vielleicht auch da Hilfestellung gibt, Dokumentationen macht. Ja, nein. Also 0:31:48–0:31:54 funktioniert das nicht. Gerade Dokumentationen, da muss die da sein, da muss jemand schreiben und da 0:31:54–0:32:00 muss die jemand lesen und dann auch verstehen und anwenden. Dadurch wird das halt sehr, sehr viel 0:32:00–0:32:05 komplexer. Und du bist jetzt in der Lage, komplexe Probleme und Fragestellungen im IT-Bereich zu 0:32:05–0:32:12 verstehen. Das ist aber für alle Leute außerhalb von dem Gebäude wird das wesentlich schwieriger. 0:32:12–0:32:19 Wie willst du, ich würde jetzt in den nächsten Blog quasi gehen. Gerne. Und zwar zum Thema Umgang, 0:32:19–0:32:26 Shard Software, Ransomware, was ist da so, was kann man präventiv tun? Was sollte man tun, 0:32:26–0:32:31 wenn es dazu kommt, man hat eine Ransomware auf seinem Rechner und was wäre so quasi das, 0:32:31–0:32:38 was man, was die lesson learned daraus ist? Vielleicht was man, gibt es da was, wo du sagen 0:32:38–0:32:47 würdest, das könnte man tun? Als Individuum oder als? Ich würde erst mal sagen als Individuum. 0:32:47–0:32:56 Also gibt es, die meisten Angreifer machen sich für dich als normaler Nenne nicht viel Mühe in der 0:32:56–0:33:02 Regel. Das heißt, die versuchen Standardprobleme und Standardlücken auszunutzen, die schon länger 0:33:02–0:33:08 bekannt sind. Das heißt, das einfachste, was du machen kannst, ist regelmäßig eine Software-Update. 0:33:08–0:33:15 Und sobald sie da sind. Vermutlich auch Betriebssystem-Updates oder nicht? Würde jetzt 0:33:15–0:33:21 für mich unter Software fallen, ja. Aber auch da wieder, das ist irgendwie lästig. Das erfordert, 0:33:21–0:33:27 dass ich mein Gerät irgendwie neu starten muss. Das ist doof. Und deswegen haben ja zum Beispiel 0:33:27–0:33:32 Hersteller wie Google und Apple angefangen, neue Emojis in die Betriebssystem und Sicherheits-Updates 0:33:32–0:33:39 mit reinzupacken, damit die - kannst du mal den Release ausgucken - damit die User eine Incentive 0:33:39–0:33:43 haben, ihre Software zu aktualisieren. Und sie machen auch dann irgendwann ein Zwangs-Update. Nach 0:33:43–0:33:47 sieben, vierzehn oder was weiß ich viele Tagen wird das dann automatisch installiert und neu 0:33:47–0:33:52 gestartet. Allein, um das durchzusetzen. Sonst würden die Leute nie die Updates machen. Die 0:33:52–0:33:57 Standardempfehlung darüber hinaus ist, man sollte seine Dateien irgendwo sichern, dass man die 0:33:57–0:34:04 wieder herstellen kann. Dann muss man gucken, als Normalanwender, wenn man eine Ransomware hat, 0:34:04–0:34:08 dann sind erstmal die Dateien verschlüsselt. Wenn das Backup mitverschlüsselt ist, ist es 0:34:08–0:34:13 natürlich sehr, sehr bitter. Vor allem nicht nur die Backups anlegen, sondern auch regelmäßig 0:34:13–0:34:17 prüfen, ob man im Falle des Falles das zurückspielen kann. Ja, ich meine, das ist für die meisten 0:34:17–0:34:21 Anwender ist ihr Backup. Sie schieben das irgendwie aufs Google Drive oder nach Dropbox oder ähnliches. 0:34:21–0:34:29 Dedizierte Backup-Software sieht man im privaten Bereich sehr, sehr selten. Das wissen aber auch 0:34:29–0:34:34 die Angreifer beispielsweise und gucken dann, dass sie die Daten löschen können. Da hat natürlich 0:34:34–0:34:41 dann, wenn da eine Versionshistorie drauf ist, hat Dropbox, glaube ich, standardmäßig, kann man da 0:34:41–0:34:44 gucken, dass man Sachen, da kann ich auch falsch liegen, da lasse ich mich gerne korrigieren. Ich 0:34:44–0:34:48 meine, Dropbox hatte das mal, dass man Dateien wiederherstellen konnte, die man gelöscht hatte. 0:34:48–0:34:57 Das wäre natürlich eine Lösung am Ende. Also bei SharePoint weiß ich, dass das geht. 90 Tage, 0:34:57–0:35:02 glaube ich, sind das quasi. Ja, die haben den Papierkorb und auch den endgültigen Papierkorb. 0:35:02–0:35:08 Da kann man dann noch mal später etwas rekonstruieren, was schon mal gelöscht oder 0:35:08–0:35:12 nach dem Papierkorb lehren, landet das dann im endgültigen Papierkorb. Ich habe das, als ich 0:35:12–0:35:19 damals in der Ausbildung war, nachdem wir quasi fertig waren, bevor der Abschluss und alles war, 0:35:19–0:35:26 habe ich das SharePoint noch komplett leergezogen. Ja, das ist jetzt aber dann, da bist du schon 0:35:26–0:35:30 wieder im Enterprise-Bereich in der Regel oder im Unternehmen. Und auch im Desktop-Bereich. Also 0:35:30–0:35:33 bei Smartphones sieht Backup ja, glaube ich, noch mal komplexer aus. Genau, da kannst du natürlich, 0:35:33–0:35:38 Apple bietet dir die Backup-Lösung an, Google mittlerweile auch. Dann hast du verschiedene 0:35:38–0:35:42 Anwendungen, die bieten ihre Backups an. Das ist dann WhatsApp und so weiter. Die haben eigene 0:35:42–0:35:48 Backup-Lösungen. Da ist es ja auch ein bisschen besser geworden, wenn man nur Mobilgeräte hat, 0:35:48–0:35:53 weil da noch mal ganz andere Berechtigungskonzepte greifen als auf dem Desktop. Du bist halt in der 0:35:53–0:35:57 Regel nicht der Admin. Anwendungen laufen mit unterschiedlichen Berechtigungen, können sich 0:35:57–0:36:05 nicht gegenseitig die Speicherbereiche und den Speicher auf den Geräten vollschreiben oder 0:36:05–0:36:08 löschen. Das ist dann schon ein bisschen komplexer. Da brauchst du dann auch andere, 0:36:08–0:36:12 andere Arten von Sicherheitslöten. Aber auch das ist ja wieder aus der Kategorie, das ist jetzt 0:36:12–0:36:18 nichts, was irgendwer in die Welt gemacht hat. Sondern das ist halt von oben aufgezwungen worden, 0:36:18–0:36:23 dadurch, dass halt iOS und Android bestimmte Implementierungsphilosophien verfolgt haben. 0:36:23–0:36:28 Das ist halt, das ist uns passiert. Da haben wir nichts aktiv für getan als Anwender. 0:36:28–0:36:35 Ja, danke. Ich würde jetzt gucken, dass wir vielleicht sogar in den großen Block quasi 0:36:35–0:36:47 springen. Denn IT-Sicherheit und kritische Infrastruktur, also Kritis, ist etwas, 0:36:47–0:36:53 was quasi allgegenwärtig ist. Es werden zum Beispiel das Energieversorger angegriffen, 0:36:53–0:36:59 und naja, die gehören zur Kritis. Und da ist IT-Sicherheit besonders wichtig, nicht? 0:36:59–0:37:04 Also ich fange mal vorab damit an, ich komme nicht aus dem Kritis-Bereich. Ich bin da 0:37:04–0:37:13 interessierter Laie. Und Kritis generell ist es halt das, was für viele Leute das tägliche Leben 0:37:13–0:37:16 einflößt. Das sind die Wasserversorger, das sind die Stromversorger, aber das kann auch ein 0:37:16–0:37:21 Zentrallager vom Supermarkt sein, weil da auch eine bestimmte Grenze von Personen dranhängt, 0:37:21–0:37:26 die da ernährt werden. Und da muss halt dafür gesorgt werden, dass deren Systeme funktionieren. 0:37:26–0:37:29 Das bezieht sich nicht nur auf die IT-Informationssicherheit, sondern natürlich 0:37:29–0:37:36 auf die allgemeine Verfügbarkeit von Denkungsleistung. Ich würde daran anknüpfen, naja, wie würde denn 0:37:36–0:37:41 Wikipedia kritische Infrastruktur beschreiben? Wenn man kritische Kritis sucht oder kritische 0:37:41–0:37:46 Infrastruktur, dann heißt es auf der Seite, Zitat, "Kritische Infrastrukturen, Kritis, 0:37:46–0:37:49 sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, 0:37:49–0:37:54 bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, 0:37:54–0:37:58 erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder anderer dramatischer Folgen eintreten." Und 0:37:58–0:38:04 das ist genau das, was du sagst. Genau. Wenn da irgendwie ein Lager von... Nimmst du eine große 0:38:04–0:38:10 Supermarktkette und dann stell dir vor, nächste Woche sind die Regale leer. Wenn das nur eine 0:38:10–0:38:14 Supermarktkette betrifft, ist das sehr ärgerlich und ein bisschen unangenehm. Wenn das jetzt zwei 0:38:14–0:38:21 Dreier betrifft, dann fangen wir an, LKWs mit Lebensmittel in die Stadt zu schicken. Vermutlich. 0:38:21–0:38:32 Genau. In dem Kontext wichtig jetzt tatsächlich ist die NIS II Richtlinie. Der offizielle Name 0:38:32–0:38:43 ist ein über zwei Zeilen gehender Name quasi, aber es ist die Richtlinie 40222555. Und die ist 0:38:43–0:38:51 tatsächlich wichtig, denn das betrifft 30.000 deutsche Institutionen und Unternehmen. Ja, das 0:38:51–0:38:56 geht ja weit überall kritisch dann hinaus. Es betrifft auch Firmen, die einen bestimmten 0:38:56–0:39:02 Anzahl von Nutzern haben, Marktplätze wie kleinanzeigen.de. Ist immer schön, wenn man andere 0:39:02–0:39:08 Leute mit reinreißen kann, da ist das Wichtigste. Kleinanzeigen, eBay und solche Konzerne betrifft 0:39:08–0:39:11 das automatisch auch, obwohl das eigentlich keine kritische Infrastruktur ist und niemand stirbt, 0:39:11–0:39:15 wenn die eine Woche nicht verfügbar sind. Genau. Aber sie sind halt Teil des öffentlichen Lebens. 0:39:15–0:39:21 Genau. Und diese Richtlinie hätte in diesem Jahr in nationales Recht umgesetzt werden müssen, 0:39:21–0:39:28 denn im Dezember 2022, am 14. Dezember, ist die beschlossen worden und man hätte bis zum 0:39:28–0:39:33 18. Oktober diesen Jahres es in nationales Recht umsetzen müssen. Ja, hätte man. Also auch in 0:39:33–0:39:40 Deutschland. Und dazu kommen wir jetzt. Nämlich in Deutschland hat man die Umsetzungsfrist nicht 0:39:40–0:39:48 einhalten können. Ab was? Oh, Wunder. Genau. Es war geplant, die Umsetzung im Ende des ersten 0:39:48–0:39:58 Quartals 2025 auf den Weg zu bringen quasi, dass das dann auch gesetzt wird. Naja, es ist weder der 0:39:58–0:40:06 Zeitplan für die Rechtsverordnung noch zu dem Umsetzungsgesetz quasi ist unklar, auch wegen 0:40:06–0:40:11 dem Diskriminitätsprinzip. Ich weiß nicht. Sagt dir das was? Das sagt mir was. Und zwar kann jetzt der 0:40:11–0:40:16 existierende Bundestag keine Gesetzesvorlagen behalten für den kommenden Bundestag. Das heißt, 0:40:16–0:40:21 alles, was an Gesetzesvorlagen und ähnlichem da ist, das ist tot. Genau. Bis auf ein paar Ausnahmen. 0:40:21–0:40:25 Der Petitionsausschuss ist beispielsweise eine Ausnahme. Das geht über Legislaturen unter Umständen 0:40:25–0:40:32 rüber hinweg. Aber man hat das jetzt angefangen. Darauf komme ich gleich nochmal. Naja, das wird 0:40:32–0:40:36 jetzt verworfen, weil der Bundestag wird vorgezogen. Und das heißt, man müsste das komplett neu 0:40:36–0:40:42 aufrollen. Warum das spannend wird, sehen wir gleich. Denn erst einmal ein Einschub. Am 23. Februar 0:40:42–0:40:49 sind Bundestagswahlen. Wählen gehen ist wichtig. Das ist in einem Rechtsstaat möglich. Und wenn 0:40:49–0:40:56 ihr die Möglichkeit habt, im Wahllokal oder per Briefwahl zu wählen. Genau, das wollte ich nur 0:40:56–0:41:01 einmal einschieben in dem Zusammenhang noch. Und jetzt kommen wir zum Ablauf, wie das quasi hier in 0:41:01–0:41:07 Deutschland gelaufen ist. Konkret. Ich würde gerne noch einschieben, wir sind jetzt inhaltlich 0:41:07–0:41:11 komplett weg vom privaten Normalanwender. Wir sind jetzt hier im Bereich, was Industrie, 0:41:11–0:41:20 Konzerne und die Wirtschaft betrifft. Genau. Guter Einwand. Jetzt zum konkreten Ablauf in 0:41:20–0:41:29 Deutschland. Also im Dezember 2022 hat der Rat das beschlossen auf EU-Ebene und im Mitte letzten 0:41:29–0:41:36 Jahres im Juni 2023 gab es einen Referentenentwurf aus dem Bundesministerium von Nancy Faeser, 0:41:36–0:41:47 aus dem BMI, zu der Umsetzung quasi. Und dann verstrich etwas Zeit. Es gab ein Werkstattgespräch 0:41:47–0:41:56 quasi. Und im Mai 2024 gab es dann einen neuen Referentenentwurf. Dann ist wieder ein paar Monate 0:41:56–0:42:06 vergangen. Und am 2. Oktober gab es auf der Bundestagsdrucksache 20/13184 den 0:42:06–0:42:13 Gesetzesentwurf durch die Bundesregierung zu der Umsetzung dieser NISZ-2-Richtlinie im nationalen 0:42:13–0:42:24 Recht. Dann, ja, neun Tage später hat der Deutsche Bundestag in seiner 192. Sitzung in erster Lesung 0:42:24–0:42:32 darüber gesprochen und das Ergebnis war Überweisung in die Ausschüsse. Und alleine das zeigt schon, 0:42:32–0:42:39 wenn man Anfang Oktober einen Gesetzesentwurf einbringt für die Umsetzung eines Gesetzes, 0:42:39–0:42:46 das am 18. Oktober hätte umgesetzt sein muss, das ist dann etwas sehr, sehr eng, 0:42:46–0:42:54 was man irgendwie nicht so ganz versteht. Das wird ja noch spannender. Denn de facto ist das halt, 0:42:54–0:43:02 wenn man das halbwegs ernst nimmt als Betroffener, als betroffene Konzern, dann weiß man das kommt. 0:43:02–0:43:06 Das ist völlig egal, ob das der Bundestag jetzt beschließt, ob der es nächste Woche beschließen 0:43:06–0:43:10 und so weiter und so fort. Das ist vielleicht noch relevant für die Übergangsfristen, die 0:43:10–0:43:15 passieren. Aber de facto wissen wir alle, dass das kommen wird und dass wir das umsetzen müssen. 0:43:15–0:43:22 Ja. Das heißt, viel relevanter für uns gerade, also auch in der Firma, wo ich bin, ist weniger 0:43:22–0:43:26 der Gesetzesentwurf. Also der ist natürlich relevant, weil wir uns daran halten müssen, 0:43:26–0:43:30 weil die Übergangsfristen drinstehen und so weiter und so fort. Was uns aber tatsächlich 0:43:30–0:43:36 auch interessiert sind, die sind die konkreten Umsetzungshinweise, die beispielsweise von der 0:43:36–0:43:43 INISA, das ist diese IT-Sicherheitsbehörde von der EU, die Empfehlungen gibt, die White Paper 0:43:43–0:43:49 rausgibt. Die haben jetzt ihre ersten Diskussionsvorschläge und Drafts dazu veröffentlicht, 0:43:49–0:43:52 wie das umgesetzt werden muss und was die Anforderungen sind, was konkrete technische 0:43:52–0:43:57 Anforderungen sind. Und das ist tatsächlich, wenn man mit der Implementierung betroffen ist, 0:43:57–0:44:04 ist das gerade für uns in der Praxis erst mal relevanter als jetzt der genaue Termin, wann 0:44:04–0:44:10 dieses Gesetz kommt, weil wir sehr, sehr fest davon ausgehen, dass das kommt, weil das schlicht und 0:44:10–0:44:16 einfach auf EU-Ebene schon geregelt ist. Ja. Genau. Nur, das muss halt neu aufgerollt werden. 0:44:16–0:44:21 Das muss neu aufgerollt werden, aber das ist jetzt nicht so, dass das nicht kommt. Sondern wir reden 0:44:21–0:44:27 jetzt über den konkreten Termin. De facto wird da aber jetzt inhaltlich nichts Bahnbrechendes drin 0:44:27–0:44:32 stehen, was einen jetzt in der Implementierung aufhalten sollte. Was jetzt die geneigte 0:44:32–0:44:38 Rechtsabteilung nicht davon abhält, das ist genau so zu argumentieren. Ja. Bei der Überweisung in die 0:44:38–0:44:41 verschiedenen Ausschüsse, das waren ein paar mehr, und der, der jetzt hier relevant wird, ist der 0:44:41–0:44:47 Ausschuss für Inneres und Heimat. Ja. Denn nach dem 11. Oktober, nachdem das quasi in die Ausschüsse 0:44:47–0:44:54 überwiesen wurde, gab es Ende Oktober eine Einladung zur neunzigeren Sitzung des Ausschusses 0:44:54–0:45:04 für Inneres und Heimat am 4. November. Und naja, da gab es dann unter anderem, es gab eine Anhörung 0:45:04–0:45:10 quasi zu diesem Gesetzesentwurf. Das war der einzige Punkt. Und es gab dazu 14 Stellungnahmen, 0:45:10–0:45:16 14 Stellungnahmen von Unternehmen, die dort betroffen sind. Und ich habe mir mal drei Stück 0:45:16–0:45:21 rausgesucht, die ganz interessant sind. Ich bin gespannt. Die erste ist die des Bundesamtes für 0:45:21–0:45:30 Sicherheit in der Informationstechnik, USPSI, und auf Ausschuss, Drucksache 20/4/523c. Die werden wir 0:45:30–0:45:35 in den Show notes auf jeden Fall verlinken. Und ich habe mir mal drei Punkte rausgesucht, die, 0:45:35–0:45:41 sozusagen ein paar mehr, aber drei Punkte, die da zentral sind. Denn das BSI soll erstens eine 0:45:41–0:45:46 zentralere Rolle einnehmen, konkret. Der Chief Information Security Officer der Bundesverwaltung 0:45:46–0:45:57 soll beim BSI angesiedelt werden. Dann soll zweitens das BSI zu einer selbstständigen 0:45:57–0:46:04 Bundesoberbehörde, sogenannte obere Bundesbehörden genannt, im Geschäftsbereich des BMI werden. 0:46:04–0:46:10 Beispiele für so obere Bundesbehörden sind das Bundesamt für Familie und Zivilgesellschaftliche 0:46:10–0:46:18 Aufgaben, das BAFZA im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder das 0:46:18–0:46:22 Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Bundesministerium des Innern und für Heimat. 0:46:22–0:46:28 Das Zweite ist, Doppelzuständigkeiten von Bundesnetzagentur und BSI sollen klar 0:46:28–0:46:35 definiert werden, weil es gibt im Energiebereich, konkret in dem Gesetz über die Elektrizitäts- und 0:46:35–0:46:43 Gasversorgung Doppelzuständigkeiten quasi von BNetzA und BSI quasi. Und hier schlägt das BSI 0:46:43–0:46:54 vor zu sagen, streicht Nummer 12 in Paragraph 5c Absatz 3 Satz 3 bis ENWGE. Der Drillpunkt ist, 0:46:54–0:47:04 die Unabhängigkeit des BSI stärken durch Änderungen im BSI-Gesetz quasi. Und zwei zentrale 0:47:04–0:47:08 Sachen, die ich mir da raus geschrieben habe, war zum einen, es sind zwei Anzüge quasi in 0:47:08–0:47:16 das bestehende Gesetz. Erstens, es soll drinstehen künftig in Paragraph 5 Absatz 1, 0:47:16–0:47:21 das Bundesamt wirkt unverzüglich auf die Behebung von Schwachstellen hin. Und zweitens, 0:47:21–0:47:27 in Absatz 5 des gleichen Paragraphen, soll stehen demnächst, Zitat, "Weisungen an das 0:47:27–0:47:31 Bundesamt, die die Weitergabe von Informationen über Sicherheitslücken und Produkten an den 0:47:31–0:47:35 Hersteller dieser Produkte untersagen, sind unzulässig." Was sagt ihr dazu? 0:47:35–0:47:44 Marco. Ich war ein bisschen jetzt durch die ganzen Zahlen und Abkürzungen überwältigt. Und auch die 0:47:44–0:47:51 Textformulierung, was war das? "Weisungen an das Bundesamt, die eine Weitergabe untersagen, 0:47:51–0:47:59 sind unzulässig." Und bisher ist das also scheinbar in Ordnung, dass das Bundesamt anweisen kann, 0:47:59–0:48:03 diese Informationen bitte nicht weitergeben oder diese Informationen nicht veröffentlichen? 0:48:03–0:48:07 Das kann die Anweisung bekommen, dass sie das nicht weitergeben an den Hersteller. Also dieses 0:48:07–0:48:13 Horten von Sicherheitslücken durch andere Sicherheitsbehörden. Das ist eine politische 0:48:13–0:48:16 Diskussion. Zumindest glaube ich ein Vorwurf, der jetzt länger irgendwie auch schon im Raum 0:48:16–0:48:23 stand, dass man damit ja zumindest irgendwie auch ja offene Schwachstellen offenlässt, 0:48:23–0:48:30 quasi von denen man weiß. Und für mich als Privatperson würde das natürlich jetzt entgegenkommen, 0:48:30–0:48:36 wenn diese Schwachstellen geschlossen würden. Also ich sehe jetzt im Moment noch nicht so, 0:48:36–0:48:42 dass die höhere Sicherheit, dass das geheim gehalten wird, außer eben, dass der Staat sie 0:48:42–0:48:47 dann ausnutzen kann. Genau. Das war länger Diskussion und jetzt könntest du sozusagen das BMI sagen, 0:48:47–0:48:55 das dürfte nicht weitergehen, weil das BMI quasi das Weisungsrecht hat. Und das soll damit quasi 0:48:55–0:49:02 dann jetzt nicht mehr möglich sein, richtig? Ich glaube, dass das eine Diskussion ist, wo wir die 0:49:02–0:49:08 Komplexität hier nicht abbilden können. Denn auch als Konsequenz kann es auch einfach sein, dass das 0:49:08–0:49:13 BSI dann keine Informationen mehr über Schwachstellen kriegt, sondern das landet dann halt bei den 0:49:13–0:49:19 Polizeien, bei den Geheimdiensten und die reden einfach nicht mehr mit dem BSI. Natürlich steigert 0:49:19–0:49:22 das BSI dadurch seine Vertrauenswürdigkeit gegenüber Third Parties, dass sie da in 0:49:22–0:49:28 Sicherheitslücken berichten und man dann davon ausgehen kann, dass die nicht missbraucht werden 0:49:28–0:49:32 oder gebraucht. Das ist jetzt dann wieder auch so eine politische Frage, wie man das sieht und wie 0:49:32–0:49:41 man dazu steht. Aber insgesamt sind das gerade die Einleistungen des BSI hochpolitisch. Wie möchte 0:49:41–0:49:47 man so eine Bundesbehörde strukturieren? Und das ist schon an der Grenze meines Kompetenzbereichs, 0:49:47–0:49:51 da mich fachlich zu äußern. Ich meine, das war jetzt ein Referentenentwurf? Nee, das war eine 0:49:51–0:49:59 Stellungnahme erst mal. Genau. Zu dem, nicht zum Referentenentwurf, sondern zu dem Gesetzesentwurf, 0:49:59–0:50:05 der aus dem Referentenentwurf... Aber da gibt es dann noch erste, zweite, dritte Lesung und so? Genau, 0:50:05–0:50:09 die erste Lesung war ja schon quasi... Nee, jetzt nicht mehr. Der Bundesrat wird ja aufgehört. Okay, 0:50:09–0:50:15 also wo dieser Text am Ende landet und ob er irgendwo landet, ist sehr fraglich. Ja, also 0:50:15–0:50:23 dafür müsste quasi jetzt bis zum 23. Februar zweite Lesung durch und das Gesetz müsste quasi 0:50:23–0:50:27 in Kraft treten und alle Ausschüsse müssten... Also es müsste eine zweite Lesung quasi in den 0:50:27–0:50:35 Bundestag. Ja, da muss man wollen, ne? Naja, genau. Unter Umständen wird auch der gleiche Text dann am 0:50:35–0:50:42 24. Februar nochmal auf den Tisch gelegt und dann das so beschlossen. Wir können ja jetzt beliebig 0:50:42–0:50:45 tief reinsteigen. Ich werde mich dann nicht qualifiziert zu äußern können über das, 0:50:45–0:50:50 was ich gesagt habe, denn das ist auch weit außerhalb meiner Expertise. Also ich habe mit 0:50:50–0:50:53 die schönen Damen, als ich die durchgelesen habe und gesehen habe, okay, das Bundesrat möchte da jetzt 0:50:53–0:50:58 ganz explizit reinschreiben, dass sie da unverzüglich darauf hinwirken sollen, dass die Behebung der 0:50:58–0:51:04 Schwachstellen in die Wege leitet. Die möchten vor allem eine Doppelrolleauflösung. Einerseits 0:51:04–0:51:09 kriegen sie Sicherheitslücken berichtet. Andererseits sollen sie die vielleicht ans BKA oder 0:51:09–0:51:14 andere Behörden weitergeben, damit die ausgenutzt werden können. Und damit schwächen sie halt ihre 0:51:14–0:51:23 Position gegenüber der, ja, ihrer Kundschaft, der Anwender, der Industrie, wo sie ja auch für 0:51:23–0:51:27 verantwortlich sind. Das haben wir ja geschrieben. Sie sind für KITES-Unternehmen zuständig, sind im 0:51:27–0:51:32 Rahmen von NES2, kriegen sie Probleme und Schwachstellen berichtet. Und um da die eigene 0:51:32–0:51:36 Glaubwürdigkeit zu erhöhen, wäre es natürlich gut, wenn man dann auch weiß, dass Schwachstellen nicht 0:51:36–0:51:41 nuss braucht werden. Richtig. Das ist die Idee, die dahinter steht. Du hast ja auch gesagt, sie machen 0:51:41–0:51:45 keine produktspezifischen Empfehlungen. Genau. Das kann sich natürlich auch ein bisschen ausschließen, 0:51:45–0:51:51 wenn ich über Sicherheitslücken weiß, aber nicht darüber informieren darf. Richtig. Deswegen 0:51:51–0:51:56 habe ich das so rausgeschrieben. Das war, das stach wirklich heraus, warum man das, es gab doch 0:51:56–0:52:04 noch ein paar andere Empfehlungen, die Sachen zu ändern, auch im BSIGE. Genau. Aber im Kern würde 0:52:04–0:52:07 ich sagen, eine starke Stellungnahme. Die zweite, die ich mir rausgesucht habe, war die der 0:52:07–0:52:12 Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Formationsfreiheit, kurz BFDI, auf der Ausschuss 0:52:12–0:52:27 Drucksache 204529. Die war recht umfangreich, die Stellungnahme. Und im Kern hat sie darauf 0:52:27–0:52:33 gezeigt, okay, hier, da und da könnte man nachbessern und das ist unsere Einschätzung. Und die 0:52:33–0:52:42 Kernaussage ist Grundrechte schützen. Das heißt vor allem BDSG und DSGVO und Co. und Grundgesetz 0:52:42–0:52:46 und Co. einhalten. Und die dritte, die ich mir rausgesucht habe, ist von der Arbeitsgruppe 0:52:46–0:52:54 Kritische Infrastruktur, AG Kritis, auf der Ausschuss Drucksache 204528. Und die tatsächlich 0:52:54–0:53:01 zeichnet ein sehr, sehr düsteres Bild und fasst, würde ich sagen, das alles ganz, ganz gut zusammen. 0:53:01–0:53:08 Hier heißt es nämlich, Zitat, mit dem neuen Referentenentwurf vom 2.10.2024 werden aus 0:53:08–0:53:12 unserer Sicht keine wesentlichen Verbesserungen zu den bisherigen Referentenentwürfen erreicht 0:53:12–0:53:25 und lediglich Defizite aufrecht gehalten. Hier heißt es zum Beispiel, dass, ja, das würde ich 0:53:25–0:53:31 sagen, mit Kritischste, neben den Sachen, die hier so noch stehen, also Einschränkungen auf 0:53:31–0:53:36 bekannte Schwachstellen für Schwachstellungsgenere des BSI, wäre ein Punkt, den Sie hier anmarken. 0:53:36–0:53:40 Und jetzt, und ein weiterer ist hier, die Berücksichtigung der Zivilgesellschaft 0:53:40–0:53:48 vor dem Erlassen von Rechtsverordnungen fällt komplett weg, was Sie hier scharf kritisieren. 0:53:48–0:53:52 Ich meine, man hat es ja schon bei dem einen oder anderen gesehen, dass wenn man die Zivilgesellschaft 0:53:52–0:53:56 nicht abholt oder mit einbezieht, dass das nach hinten losgehen könnte, nicht? 0:53:56–0:54:02 Vor allem lässt es die Komplexität von gesellschaftlichen Prozessen außer Acht, 0:54:02–0:54:05 ne? Als Behörde hat man natürlich einen bestimmten Blick auf die Welt, als Ministerium hat man 0:54:05–0:54:09 einen bestimmten Blick auf die Welt, man wird von bestimmten Notwendigkeiten getrieben und eine 0:54:09–0:54:13 Konsultation der Zivilgesellschaft erweitert halt schlicht und einfach auch das Blickfeld für die 0:54:13–0:54:18 Probleme und Komplexitäten und Fragestellungen, die berücksichtigt werden müssen. Das würde halt 0:54:18–0:54:23 dazu führen, dass es schlechte Gesetze gibt, schlechte Rechtsverordnungen. Das lässt sich sicherlich sagen. 0:54:23–0:54:36 Und im Kern würde ich sagen, also es sind sich alle einig, dieses Gesetz, dieses Umsetzungsgesetz muss 0:54:36–0:54:42 kommen, es wird auch kommen, davon auch im neuen Deutschen Bundestag wird es den beschäftigen, 0:54:42–0:54:48 offensichtlich. Auch wenn du schon sagst, das EU-Ding gilt und auf Basis dessen könnte man auch 0:54:48–0:54:54 schon das ein oder andere machen. Man muss ja dazu sagen, NES2 betrifft jetzt nicht nur das BSI und 0:54:54–0:54:59 dass es schwach stellen geht, sondern es adressiert auch die Unternehmen im Bereich IT und Information, 0:54:59–0:55:06 sich halt sich aufstellen müssen, ne? Und das erzwingt auch gerade in so mittelgroßen Unternehmen, 0:55:06–0:55:15 die hoffentlich besser werden. Zum Beispiel, es wäre ein Risikomanagement erfordert, 0:55:15–0:55:21 es läuft darauf hinaus, dass es das Erfordernis ist, dass Bedrohungsmodellierung stattfindet. Welche 0:55:21–0:55:27 Probleme erwarte ich? Wie gestalte ich meine Sicherheitsmaßnahmen? Das ist alles Teil von NES2. 0:55:27–0:55:35 Also es geht darum, dass mehr Intention dahinter steht, wie Unternehmen Sicherheit gestalten. Und 0:55:35–0:55:43 was auch drin ist, sind Bußgelder. Das kennen wir schon von der DSGVO, dass Obergrenzen aufgehoben 0:55:43–0:55:48 worden sind und ersetzt worden sind durch so und so viel Prozent des Konzernmutterjahresumsatzes 0:55:48–0:55:55 global. Also das ist auch eine Verordnung, die DSGVO, die durchaus auch Zähne hatte. Und genauso haben 0:55:55–0:56:00 die das bei NES2 auch ausgestaltet, dass da auch entsprechende Bußgelder und Maßnahmen hintendran 0:56:00–0:56:04 hängen. Wobei man hier zumindest anmerken muss bei der DSGVO, wenn jetzt beispielsweise Behörden 0:56:04–0:56:11 so was haben, dass da kein Bußgeld erteilt werden kann, sondern nur von den jeweiligen 0:56:11–0:56:19 Aussichtsbehörden. Ja, aber NES2 richtet sich auch erstmal anderen Firmen und Konzerne. Ja, 0:56:19–0:56:26 ich würde jetzt sozusagen auf die Zielgerade abbiegen und sagen, ok, was ist so 2025 der Ausblick 0:56:26–0:56:33 und was das generelle Fazit dazu zur IT-Sicherheit. Naja, beim Ausblick würde ich sagen, die Umsetzung 0:56:33–0:56:42 der NES2-Richtlinie wird vielleicht in 2025 kommen, vielleicht auch erst in 26. Und naja, 0:56:42–0:56:47 ansonsten IT-Sicherheit relevant, würde ich sagen, kommt noch die elektronische Patientenakte. Hier 0:56:47–0:56:54 sei gesagt, es gab hier einen Talk auf dem 38C3, der ist sehr empfehlenswert von Bianca Kaste und 0:56:54–0:57:02 einen zweiten Menschen, der ist sehr zu empfehlen, den gibt es die Slides und den Talk selber dürfte 0:57:02–0:57:06 es wahrscheinlich schon auf media.ccc.de geben, würde ich vermuten. Ja, der illustriert auch schön, 0:57:06–0:57:12 warum Komplexität immer so ein Problem ist und so schwierig ist. Genau. Die Zeit hat, glaube ich, 0:57:12–0:57:18 auch schon Artikel verfasst. Das hat, glaube ich, ziemlich wellen geschlagen, ja, auch in der allgemeinen 0:57:18–0:57:28 Presse. Ja, sicherlich auch die Geschichte mit dem Volkswagen-Konzern, der es jetzt hier war, 0:57:28–0:57:34 sicherlich auch im Hinblick auf IT-Sicherheit ganz interessant, wie Unternehmen handeln werden. 0:57:34–0:57:42 Das ist auch wieder so ein Beispiel. Ich nehme jetzt die Sekunden dafür. Da geht es wieder um 0:57:42–0:57:44 Komplexität, da geht es nicht nur um die IT-Sicherheit, da geht es tatsächlich auch 0:57:44–0:57:51 um die Informationssicherheit. Wie ist so eine Architektur gebaut? Wie ist das strukturiert? Welche 0:57:51–0:57:54 Daten werden eigentlich, warum gespeichert? Darf man die überhaupt speichern? Sollten die überhaupt 0:57:54–0:57:59 gespeichert werden? Hat man sich da um den Informationssicherheitsaspekt ausreichend 0:57:59–0:58:04 Gedanken gemacht im Vorfeld? Die Antwort ist offensichtlich nein. Aber das ist auch wieder 0:58:04–0:58:09 so ein super komplexes Problemfeld, weil da auch Produkte dranhängen, die man in Zukunft anbieten 0:58:09–0:58:15 wollte. Also auch hier hat man wieder diese widerstreitenden Incentives und Anreize dafür. 0:58:15–0:58:20 Ja, auch hier gab es auf dem 38.3 einen Talk zu, den müsste man wahrscheinlich auch auf 0:58:20–0:58:25 media.ccc schon zu sehen sein. Auch hier eine Empfehlung. Sehr guter Talk, der auch nochmal 0:58:25–0:58:33 illustriert, warum IT-Sicherheit und eben Informationssicherheit so relevant ist. Naja, 0:58:33–0:58:40 was ziehen wir für ein Fazit von der Lage der IT-Sicherheit in Deutschland und generell in Europa? 0:58:40–0:58:47 Was würdet ihr sagen? Fazit ist immer so schwierig, weil das so schwierig in einem 0:58:47–0:58:53 Satz zusammenfassen lässt. Ich denke immer so an diesen Begriff auch, dass IT-Sicherheit nichts mit 0:58:53–0:58:57 einem Zustand, sondern stärker mit einem Prozess zu tun hat, der Klassiker Hendrik Schmunzelt schon. 0:58:57–0:59:02 Und genauso ist es wahrscheinlich mit dem zusätzlichen Problem, dass immer wenn es um 0:59:02–0:59:06 behördliche Prozesse geht, das alles nochmal ein bisschen langsamer und behäbiger funktioniert 0:59:06–0:59:12 und das nicht unbedingt so korrespondiert mit, wie schnell man auf sowas eigentlich reagieren 0:59:12–0:59:16 müsste. Und vielleicht ist das nochmal ein ganz anderes Thema irgendwie, wie schnell kann 0:59:16–0:59:22 man eigentlich als Staat auf sich ändernde Lagen reagieren. Oder vielleicht ist das auch gerade ein 0:59:22–0:59:26 Feature, dass das einfach alles so langsam passiert, weil man damit auch extremistische 0:59:26–0:59:31 Strömungen natürlich verlangsamt an der Stelle. Aber das ist gerade in so einem Fall jetzt dann 0:59:31–0:59:38 tatsächlich eher ein Problem. Aber ich bin ja grundsätzlich immer wieder optimistisch und wir 0:59:38–0:59:43 haben ja auch ein paar optimistische Beispiele gehört mit Passwortmanagern oder eben auch mit 0:59:43–0:59:49 einer wahrscheinlich erst mal gestiegenen Sicherheit insgesamt so für die Privatbevölkerung durch 0:59:49–0:59:54 Multifaktor oder was immer mehr auch irgendwie kommt und dass man nicht mehr die Tarnlisten zu 0:59:54–0:59:58 Hause liegen hat, sondern jetzt irgendwie auf andere Weise sich authentifiziert. Deswegen ist 0:59:58–1:00:05 meine Hoffnung, dass es weiterhin besser wird. Also ganz optimistisch. Würdest du das sehen? 1:00:05–1:00:16 Es kommt drauf an, glaube ich, der meistgesagte Satz heute. Tatsächlich, es kommt drauf an. Auch 1:00:16–1:00:20 als normaler Männer ist man nicht schutzlos. Es gibt Maßnahmen, die man greifen kann. Sei es der 1:00:20–1:00:26 Passwortmanager, sei es Passkeys zu benutzen, wo sie angeboten werden. Das ist ein signifikanter 1:00:26–1:00:31 Sicherheitsgewinn. Also man ist nicht machtlos. Es gibt Möglichkeiten, die eigene Position zu 1:00:31–1:00:37 verbessern. Und es ist auch wichtig, die wahrzunehmen. Und da ist auch für Leute, die jetzt hier auf dem 1:00:37–1:00:42 Kongress sind, vielleicht so eine Botschafterrolle wichtig, dass sie die Leute dafür sensibilisieren 1:00:42–1:00:52 und mitnehmen. Das ist das eine. Dann haben wir mit NES2, werden vielen Unternehmen Sicherheitsmaßnahmen 1:00:52–1:00:59 aufgezwungen. Es wird ihnen aufgezwungen, sich bewusster mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die 1:00:59–1:01:05 empfinden das auch als Zwang. Da hat keiner Spaß dran. Aber auch da ist so ein bisschen ein Weg nach 1:01:05–1:01:11 vorne zu sehen. Der ist lang, der ist steinig, der ist sehr steil und der tut auch sehr, sehr weh. Und 1:01:11–1:01:14 wir werden das nicht heute gewinnen. Wir werden das auch nicht morgen gewinnen. Aber es ist zumindest 1:01:14–1:01:23 die Möglichkeit da, dass es besser wird. Gleichzeitig leben wir in einer Welt, wo organisierte 1:01:23–1:01:29 Kriminalitäten, organisiertes Verbrechen dabei ist, Schwachstellen auszunutzen, sei es jetzt 1:01:29–1:01:37 technisch oder menschlich. Gab es auch Talks dazu. Das muss man sich sehr, sehr bewusst sein. Der 1:01:37–1:01:41 dicke Junge, der irgendwo im Keller sitzt, das ist nicht das Angreifermodell, was man im Auge haben 1:01:41–1:01:47 sollte, sondern das ist organisiertes Verbrechen. Das sind Kriminelle, die regelrechte Sklavenlager 1:01:47–1:01:54 betreiben mit Leuten, die andere dann ausnutzen, ausbeuten müssen. Und so sollte man auch damit 1:01:54–1:01:58 umgehen. Das ist ein sehr ernstes Thema. Das ist ähnlich, wie wir unseren Kindern Verkehrssicherheit 1:01:58–1:02:01 beibringen, sollten wir uns darüber Gedanken machen, wie wir unsere IT-Informationssicherheit im 1:02:01–1:02:09 Griff haben. Aber da gibt es Werkzeuge und da kann man auch als Normalanwender schon viele 1:02:09–1:02:14 Maßnahmen ergreifen, um besser dazustehen als das von einem Jahr zum Beispiel oder als der 1:02:14–1:02:23 Durchschnitt. Ja, also ich finde der Lagebericht des BSI zur IT-Sicherheit in Deutschland fasst 1:02:23–1:02:27 das ganz gut zusammen. Hier heißt es nämlich, Zitat, die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 1:02:27–1:02:32 war und ist besorgniserregend. Dabei unterliegt die Bedrohungslage weiterhin einer rasanten 1:02:32–1:02:38 Entwicklung. Die digitale Angriffsfläche nimmt stetig zu. Schwachstellen bieten allzu oft gravierende 1:02:38–1:02:44 Eingriffsmöglichkeiten und Angreifer finden immer schneller und geschickter Wege diese auszunutzen. 1:02:44–1:02:53 Also es ist schon, es war, vieles hat sich natürlich verbessert in den über die letzten Jahre, 1:02:53–1:03:09 zeichnet sich natürlich hier ab, aber man sollte nie sozusagen, ja, es zeichnet sich quasi immer 1:03:09–1:03:15 Verbesserungen ab. Weiter nämlich heißt es hier in dem Fazit quasi, Zitat, doch niemand ist dem 1:03:15–1:03:21 Schutzlos ausgeliefert. Dem ist nämlich so. Denn das Gebot der Stunde ist, Deutschlands Resilienz 1:03:21–1:03:25 gegenüber Cyberbedrohung und Vorfällen drastisch zu erhöhen. Das tut man jetzt, das versucht man 1:03:25–1:03:34 jetzt immer weiter. Und das hat man ja mit der NIS 2 auch vorangezogen auf europäischer Ebene, 1:03:34–1:03:43 damit das einen einheitlichen Standard in Europa gibt. Dann würde ich sagen, vielen Dank Marco, 1:03:43–1:03:47 vielen Dank Henrik. Sehr gerne. Danke für die Einladung. Sehr gerne. Und vielen Dank an 1:03:47–1:03:55 das Sendezentrum, dass ich hier auf dem 38C3 wieder eine Podcast-Folge machen konnte. 1:03:55–1:03:58 [Musik] 1:03:58–1:04:00 [Musik]