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Myzelium Podcast
MYZELIUM
MP116 - Wie wir gemeinschaftsbasiert Spielräume erweitern – Hartmut Rosas Diagnose und was wir daraus machen
2 СЕН, 202649 МИН
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Описание
Formulare, Algorithmen, Compliance-Regeln: Wir vollziehen, statt zu handeln. Wir drehen uns im Hamsterrad – und verlieren dabei, was Hartmut Rosa „soziale Energie“ nennt: die kollektive Kraft, gemeinsam Dinge in der Welt zu bewegen.
In seinem Buch „Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums“ (2026) beschreibt Rosa eine stille gesellschaftliche Energiekrise – nicht durch offene Herrschaft, sondern durch technische und bürokratische Verdichtung, die unsere Spielräume schleichend enger macht.
Hannah Heller spricht mit Timo Wans (MYZELIUM) darüber, wie gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften genau das aufbricht: Beitragsrunden, Verantwortungsgemeinschaften und CSX als Weg zurück in echtes Handeln – mit Urteilskraft, Verantwortung und der Erfahrung, wirklich zu gestalten statt nur auszuführen.
Eine Folge für alle, die raus wollen aus dem Hamsterrad – und wissen wollen, wie das gemeinschaftlich gelingt.
Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.
Transkription
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Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
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Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
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Und dieser Podcast unterstützt dich
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dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
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und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
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Mein Name ist Hannah Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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Herzlich willkommen zur 116. Folge des MYZELIUM-Podcasts. Ich freue mich sehr,
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dass wir heute ein bisschen mehr in die Theorie einsteigen, in die soziologische Theorie.
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Und wen hätte ich mir da sonst einladen sollen als Timo Wanz?
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Hi Timo, schön, dass du da bist.
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Hallo.
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Heute geht es darum, wie wir aus dem Hamsterrad rauskommen. Oder nein,
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wie wir unsere Spielräume gemeinschaftsbasiert erweitern.
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Und dafür reden wir über das neue Buch von Hartmut Rosa.
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Situation und Konstellation, das ist dieses Jahr erschienen.
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Mit dem Untertitel vom Verschwinden des Spielraums.
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Und Timo war ja so ein bisschen deine Idee, dass wir hier heute darüber reden.
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Sag doch mal, kurze Zusammenfassung. Um was geht es und warum hat es dich vielleicht
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auch so fasziniert? Oder vielleicht das auch erst im zweiten Zuge.
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Worum geht es? Situation und Konstellation.
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Also Hartmut Rosa hat eine ganze Reihe bekannter Bücher geschrieben,
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die sich eigentlich immer mit der Frage beschäftigen, wie wir eigentlich als Menschen,
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als Gesellschaft, ja, Welterfahrungen machen, ja, also wie sie uns vorkommt.
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Und seit, naja, 300 Jahren oder so kommen sie uns halt immer beschleunigt vor.
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Und es geht auch immer um die Frage, stehen wir in Resonanz zu der Welt,
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können wir über sie verfügen?
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Genau, mit solchen Fragen beschäftigt sich Hartmut Rosa in seinem Werk.
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Und jetzt hat er ein neues Buch rausgebracht und um Daumen soll es im Kern gehen.
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Und dieses Buch heißt Situation und Konstellation.
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Und er beschreibt eben Situationen als...
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Momente, in denen Menschen sich als handelnde Akteure wahrnehmen und sich vor
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allem dadurch kennzeichnen, dass wir soziale Energie schöpfen.
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Also wir können so müde sein, kennt jeder.
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Eigentlich hast du überhaupt keine Lust, dich mit Freunden zu treffen,
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bist total müde, du triffst sie und auf einmal bist du energetisiert.
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Oder du hast, um eigentlich direkt zum Thema zu kommen, stundenlang Formulare
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für irgendeine blöde Förderung ausgefüllt und der Computer ist dreimal abgestürzt und so weiter.
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Und dann hast du danach einen Termin mit jemandem, der dir einmal ganz kurz
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erzählt, vollkommen random, wie man die neue Ökonomie aufbaut.
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Und eigentlich dürftest du dich überhaupt nicht darum kümmern,
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aber du hast Energie ohne Ende.
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Und das ist eine Situation, ja?
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Ja, fühle ich. Ich fühle es.
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Genau, also die Sache mit den Förderhandträgen hatten wir gestern.
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Und tatsächlich hatte ich die andere Situation auch gestern.
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Und hintereinander. Und,
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eine Konstellation wird demgegenüber beschrieben als eine Situation,
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wo wir uns eben nicht als handelnde Akteure verstehen, sondern als vollziehende.
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Und was vollziehen wir? Wir vollziehen das, was in der Regel irgendeine Vorschrift
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von uns verlangt. Gesetz, aber auch unternehmensinterne Regeln.
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Sachen, die vielleicht gar nicht unbedingt Sinn machen. Und was Rosa beschreibt
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und was viele von uns kennen, ist ja, dass so ein bisschen der Regelbruch ganz häufig notwendig ist,
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um überhaupt dafür zu sorgen, dass ein Handeln überhaupt möglich ist.
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Lass mal noch kurz zwei Beispiele machen, so aus dem Alltag,
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die Hartmut Rose auch gebracht hat in einem Vortrag.
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Ich versuche die einfach ähnlich wie er mal, also damit man Gespür dafür bekommt,
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was ist denn der Unterschied zwischen Situation und Konstellation,
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bevor wir sozusagen in die Anwendung gehen dieses Konzepts.
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Er hat das Beispiel gebracht des Schiedsrichters. Also ein Schiedsrichter,
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der so ein Spiel früher gepfiffen hat,
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der hat dann auch mal irgendwie, der hat seine Spielräume genutzt,
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in denen er als Schiedsrichter sozusagen noch ein bisschen selbstständig entscheiden konnte,
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ist es jetzt hier schon die rote Karte oder ist es hier jetzt schon das Abseits?
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Und da werden Schiedsrichter beschrieben, die halt gesagt haben,
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naja, wenn es jetzt 5-0 für die Mannschaft steht und dann ist die unterlegene
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Mannschaft sozusagen, kriegt nochmal eine Chance, rennt nach vorne.
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Es könnte, es hätte auch in Abseits gepfiffen werden können, aber in dem Moment,
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lässt man es mal so laufen, weil es war nicht ganz klar und so,
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und der Schiedsrichter nimmt sozusagen seinen Spielraum da und sagt,
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komm, die kriegen jetzt nochmal eine Chance, weil sie halt 5 zu 0 zurückliegen.
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Das ist so eine Situation, während heute dann eben ganz klar Konstellation,
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Videobeweis, Schiedsrichter hat eigentlich keinen eigenen Handlungsspielraum mehr und,
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Und es wird nicht mehr situationsabhängig gepfiffen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl,
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wie Hartmut Rose immer wieder betont,
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sondern eben anhand strikter Regeln, die auch technisch überprüfbar vollzogen werden.
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Genau. Ich finde das sehr schön, weil das Thema Energie kann man dann wieder
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sehr schön reinbringen, soziale Energie.
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Während wenn der dumme Schiri jetzt was getan hat, was er gar nicht hätte tun
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dürfen, die Hütte brennt, alle sind energetisiert, alle stehen auf ihren Bergen.
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Während das Warten auf die Entscheidung, bis der VR wieder das Traumtor ablässt, alle fertig macht.
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Ja, das stimmt.
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Jetzt mach ich mal den Kaffeefilter.
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Okay, jetzt der Kaffeefilter, zweite Situation.
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Und in der Kaffeeküche in der Uni hat was entdeckt. Teilnehmende Beobachtung.
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Ich stelle mir das wirklich so vor. Du hast so eine Theorie im Kopf und dann
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machst du alles und wendest auf alles, was du tust, diese Theorie an.
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Und ich glaube, so ist auch dieses Beispiel entstanden.
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Hartmut Rosa kocht wohl immer noch Kaffeefilter. Kaffee?
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Und da ist es dann halt immer so die Abwägung, wie viel Kaffeepulver mache ich
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jetzt rein? Wie viele Tassen koche ich überhaupt?
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Kommen denn vielleicht hier noch Leute ins Büro? Wenn ich jetzt mehr Kaffee
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koche, dann brauche ich auch mehr.
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Und dann ist es eben so, mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl wägt man dann
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ab, wie viel Wasser man da rein tut und wie viel Kaffeepulver man da rein tut.
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Und während beim Vollautomaten oder bei der Tabs-Maschine es eben ganz klar
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ist, ich mache hier das und das und das und drücke den Knopf und fertig.
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Da mache ich überhaupt keine situationsbedingte Abwägung mehr,
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sondern ich mache halt mir mit einem Knopf drücken meinen Kaffee.
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Oder French Press, das ist ja auch die Frage, die Leute, die einfach reinkippen.
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Und es zeigt doch dann, also all die Siebträger-Menschen sind einfach alles,
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Konstellationalisten. Ich kann es gar nicht aussprechen.
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Also die alles sagen, ich mache den Perfekt Kaffee nach einer perfekten Vorgabe
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versus die anderen, die halt einfach irgendwie Kaffeepilver reinkippen und sagen, wird schon.
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Ja, ich weiß nicht. Ich glaube, bei so einer Barista-Maschine ist es schon auch
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wieder Fingerspitzengefühl und Augenmaß, weil da kommt es ja dann voll drauf
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an, welche Temperatur stellst du ein, wie viel Wasser lädst du dadurch.
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Es geht, glaube ich, schon Vollautomat versus Filterkaffee oder Vollautomat
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versus Barista-Maschine auch.
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Also da, wo doch die Kunst im Spiel ist.
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Genau, da dürfen wir uns jetzt nicht mit den ganzen Kaffee-Barista-Leuten anlegen hier.
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Die trinken beide auch gerne mal einen Barista-Kaffee.
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Ja, ich habe einen Vollautomat, ich gebe es zu und da können wir vielleicht
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auch schon in die Überleitung gehen, weil ich finde es super angenehm.
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Ich finde es super angenehm, einfach nur diesen Knopf zu drücken, Kaffee kommt raus.
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Ich muss überhaupt nichts situativ irgendwie denken morgens,
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wenn ich meinen Kaffee mache, weil meine Arbeit ja schon total situativ ist in einer Tour.
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Also wir beim MYZELIUM haben, glaube ich,
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Also wirklich fast die ganze Zeit, Situationen zu handeln, also wirklich Entscheidungen
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zu treffen, Situationen zu handeln.
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Wir sind total handlungsfähig in unserem Tun, weil wir eben alles immer neu
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erfinden, weil wir wenig standardisierte Prozesse haben, weil wir ganz wenig
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Konstellationen haben, wo wir einfach mal abarbeiten müssen.
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Also die Situation mit den Förderanträgen, wo man so, aber das ist ja auch,
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ein Förderantrag sich ausgedacht hat,
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situationsabhängig und dann aber halt die Herausforderung der konstellativen
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Maske, der Fördermaske, wo man diesen Förderantrag dann,
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reinquetschen muss, diese gemeinschaftsbasierte Idee, dann reinquetschen muss
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in 200 Zeichen oder 2000 Zeichen, wie auch immer.
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Das sind dann so die einzigen Situationen, wo wir konstellativ handeln müssen.
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Und das ist immer komplett mein Thema, Hannah, weil du hast gesagt,
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wir müssen konstellativ handeln. Also diese Förderanträge, also das ganze Fördersystem
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ist eine Riesenkonstellation.
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Und warum haben wir es geschaffen, nicht um die Menschen zu gängeln,
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sondern der Wunsch vom Staat ist ja, wir wollen zum Beispiel Organisationen
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wie dem MYZELIUM Geld geben.
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Aber dann ist es super wichtig, dass es vergleichbar ist und dass es nachprüfbar ist.
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Und jetzt wäre es natürlich am besten, wenn du genau für gesagt hättest,
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mein Ziel ist es als Organisation Fördergelder anzuziehen und deswegen gründe
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ich meine ganze Organisation und alle meine Abläufe, damit sie permanent Fördermittelkompatibel sind.
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Und diese Organisation wird eigentlich von niemandem so gegründet.
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Naja, doch. Sehr wohl. Chancengleichheitsgesetz. Schaut euch um.
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Das ist eine riesige Maschinerie der Konstellation. Die sind nur da.
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Bildungsträger, die nicht der Bildung wegen sich gegründet haben,
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sondern weil sie gesehen haben, da gibt es ordentlich Fördergelder abzuziehen.
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Und das machen die Konstellativ und machen sich einen Reibach und die Bildung dahinter ist schlecht.
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Also das ist die Situation, wenn man von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder auch
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in eine neue Arbeit suchend ist und man geht in so eine Fortbildung hinein,
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gefördert durch das Chancengleichheitsgesetz oder,
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Qualifizierungschancengesetz heißt es glaube ich und da kriegt man dann x Euro,
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für jeden Menschen, den man sozusagen wieder fit macht für den Arbeitsmarkt
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und man kann das so schlecht machen, wie man will.
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Es gibt bestimmte Kriterien, die werden geprüft vom Staat. Nach denen sind die
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natürlich optimiert, diese Unternehmen.
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Konzellative Kriterien?
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Genau. Konzellative Kriterien, die extern überprüfbar sind, aber die nichts
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mit Qualität zu tun haben oder mit der Zufriedenheit der Menschen oder der Bildung.
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Aber mit Nachprüfbarkeit.
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Aber mit Nachprüfbarkeit, richtig. Und deshalb sind die darauf ausgerichtet,
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diese Gelder anzuziehen, diese Kriterien zu erfüllen.
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Aber sonst passiert da nicht mehr viel.
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Und das ist übrigens, genau, und das sind wir wiederum genau beim Thema.
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Also eigentlich könnte man jetzt sagen, theoretisch könnte man sagen,
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auf eine gewisse Art und Weise könnte sich der Staat, der sagt,
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okay, ich will, dass die Gelder vor allem nach nachprüfbaren Kriterien vorausgleichen
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werden, genau solche Organisationen wünschen.
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Richtig witzig wird es dann natürlich bei Innovationsprogrammen,
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weil innovative Organisationen sind genau,
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spezialisiert auf situatives Handeln, auf das Maximieren von Handlungsspielräumen,
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weil sie sollen ja Dinge neu machen, sie sollen ja das alte aufbrechen, eigentlich auch die.
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Konstellationen und hier und dann auf der anderen Seite gibt es ein Förderprogramm
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und da müssen sich dann die innovativen Organisationen reinpressen.
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Und dann beginnt halt eben das Spiel, ja, dann musst du deine Organisation an
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die Programme anpassen und gleichzeitig, aber du willst innovativ weiter sein,
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deine Hand umspielräume zu machen.
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Und das ist, glaube ich, ein Spiel, was sehr viele Menschen vor allem spielen,
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die vor allem einen Anspruch haben, was ändern zu wollen.
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Was du beschrieben hast, sind natürlich Leute, die da sehr rational rangehen
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und sagen, da gibt es Geld abzugreifen, ich gründe die Organisation,
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die die ganzen Fördergelder kriegt, weil wir genau so handeln,
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wie die es gerne hätten und dann kriegen wir das auch an.
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Und die anderen sagen aber, ich bin aber keine Organisation,
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die nur mit Fördergeldern handeln will, ich will allgemein handeln und ich nutze
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das quasi ein bisschen als Booster.
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Und ich glaube, um das Ganze nochmal wieder so ein bisschen zusammenzuführen,
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ist es so zu sagen, um das einfach zu verstehen, Konstellationen wurden ins
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Leben gerufen, nicht um die Menschen zu gängeln, sondern es ging vor allem um so eine Bewegung,
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wo es nachgeht, um die Nachprüfbarkeit und Überprüfbarkeit und auch Chancengleichheit herzuführen.
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Und es geht hierbei vor allem auch um einen gewissen mathematischen Statistikenansatz.
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Kennzahlen generieren, das Handeln und so weiter. Das kennt ihr auch aus.
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Aber der Gedanke dahinter ist nicht per se Gängelung, sondern ganz häufig ist
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es auch Chancengleichheit.
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Ja, Gerechtigkeit halt.
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Der Spielraum als Problem, ja, das seht ihr zum Beispiel, der Schaffner ist
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auch so ein Beispiel, was Rosner bringt. Früher konnte er sagen,
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okay, ich kann verstehen, die Welt ist komplex und aus irgendeinem Grund hast
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du jetzt halt kein Ticket, ich lasse dich davon kommen oder du kannst es bei mir noch kaufen.
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Während es heutzutage nicht mehr geht und der Schaffner jetzt dann quasi entweder
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gezwungen ist, illegal zu handeln, wenn er Spielraum handeln würde,
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oder halt sagen muss, sorry, sich hinter die Vorschrift zurückziehen kann und
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sagen kann, sorry, ich kann nichts machen. Vorschrift ist Vorschrift.
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Und was zurückbleibt, ist halt ein Energieentzug auf allen Seiten.
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Der Schaffner darf die Situation nicht auflösen, die er aufgrund von seinen Erfahrungen,
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Und je krasser eine Konstellation wirkt, umso weniger vertrauen wir auch den
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Menschen. Das hat ganz viel auch was mit dem Menschenbild zu tun.
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Also der Homo economicus, Nutzenmaximierer.
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Die Leute, die diese Vorschriften ausmaximieren, denen ist dieser Handeln der
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Mensch und der Spielraum immer ein Problem, weil das könnte er ja zu seinem
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eigenen Vorteil nutzen.
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Ja, voll. Ich muss gerade an eine Situation denken, weil es,
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glaube ich, nochmal ganz schön diese soziale Energie deutlich macht.
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Ich musste mal irgendwie ganz früh zum Bahnhof und war halt zu spät für den
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Bus, für den Zug natürlich auf dem Weg zum Bahnhof, weil ich zu spät aufgestanden
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bin oder warum auch immer.
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Und bin dann halt so vor mich hingeschockt zum Bahnhof und neben mir fuhr dann
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tatsächlich diese Linie, die auch zum Bahnhof fährt, die Buslinie.
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Und in dem Bus saß niemand, außer der Busfahrer. Und der hat mich halt da joggen
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gesehen und dann hielt er einfach neben mir an und hat gesagt,
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wollen Sie zum Bahnhof? Dann habe ich gesagt, ja.
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Und dann hat er mich eben unabhängig von irgendeiner Bushaltestelle einfach
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einsteigen lassen und hat mich da schnell hingebracht.
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Obwohl er natürlich strikt die Regel hat, nicht außerhalb der Bushaltestellen
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darf man ja nicht anhalten und nicht Leute einsteigen oder aussteigen lassen.
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Aber es war einfach so, es waren nur wir beide auf dieser Straße und niemand
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anderes. Und situationsabhängig hat er dann eben gehalten und mir diese Freude gemacht.
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Und ich war so dankbar, dass er sich glaube ich halt auch gefreut hat.
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Genau, er hat sich die Freude auch selber getan.
0:15:28–0:15:28
Genau.
0:15:28–0:15:34
Also das ist auch, warum? Weil er sich als handelnder Mensch wahrgenommen hat in der Situation.
0:15:34–0:15:34
Genau.
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Er hat vielleicht einen total strikten Ablauf als Busfahrer,
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aber in dem Moment, also das war vielleicht auch das Highlight des Tages,
0:15:40–0:15:44
das ist die Geschichte, die er zu Hause seiner Frau oder so erzählt hat, ja?
0:15:44–0:15:44
Ja.
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Und ich hatte zum Beispiel auch so einen Moment erlebt,
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Tatsächlich habe ich das Buch im Urlaub gelesen und ständig,
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wenn mir solche Situationen passiert sind, habe ich es Hanna meiner Frau erzählt,
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das fand sie auch ein bisschen nervig.
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Aber wir waren dann zum Beispiel in einem Museum und da gab es eine Führung
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und die war eigentlich schon ausgebucht. Und dann guckt die Frau uns halt an
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und sagt, ach ja, euch vier, die hole ich noch dazu.
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Ja, gebt ihr ein Trinkgeld. Und das war genau so eine Sache.
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Sie hat es einfach gemacht und weil wir vier in der einen Situation nicht das
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Problem dargestellt haben, ja, aber es vielleicht irgendeine Vorschrift gab,
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so und um das zu verstehen,
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und wenn wir das auch so ein bisschen auf Organisationen hochen,
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jede Organisation ist im Grunde darauf gepolt, ja, es gibt Vorschriften,
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die Vorschriften sollen, sind häufig auch entstanden, weil Spielräume auch immer
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einklagbar sind, je größer,
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Organisationen werden, umso mehr Gerichtsentscheidungen gibt es dann zu irgendwelchen
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Themen, dann tat die Entscheidung so weh, also tut man die Vorschrift anpassen und,
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soziologisch gesehen gibt es ganz viele Untersuchungen, dass in jeder Organisation
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permanent kleinere und bis mittlere Regelbrüche notwendig sind,
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um die Organisation zum Laufen zu bringen,
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und die Menschen bereit sind, das zu tun, nicht um ihren Nutzen zu maximieren,
0:16:56–0:17:00
sondern weil sie gerne in einer funktionierenden Organisation arbeiten.
0:17:00–0:17:03
Stichwort Energie, weil wenn es funktioniert, haben sie Energie,
0:17:03–0:17:07
wenn es nicht funktioniert, haben sie nie Energie. Schrägstich Burnout und ähnliches.
0:17:07–0:17:11
Und nicht um Cousins, das ist eine der erfolgreichsten Streikmethoden,
0:17:11–0:17:12
Dienst nach Vorschrift.
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Also wenn du willst, dass deine Organisation nicht funktioniert,
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dann tut jeder Akteur nur mit Regelkatalog.
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Also drückt jeder sich den Regelkatalog aus und dann machst du genau das,
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was da drin steht. Und die Konsequenz ist, nichts passiert mehr.
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Und deswegen ist der Spielraum so wichtig, weil der das halt häufig auflöst.
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Aber du brauchst dafür ein anderes Menschenbild Und das beschreibt halt der
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Russe auch. Also die Erfahrung des Menschen.
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Nicht als Problem, sondern auch als Potenzial. Und ja, es kann auch ausgenutzt werden.
0:17:45–0:17:51
Das führt aber nur zur Frage, passiert es dann per se oder in welchen Situationen?
0:17:52–0:17:59
Wird es dann ausgenutzt? Und wie kann aber auch die Konstellation auch positiv
0:17:59–0:18:02
betrachtet werden? Also Herr Großer sagt gar nicht, dass alle Konstellationen
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immer schlimm sind, alle Regeln.
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Er sagt nur, sie werden nur dann zum Problem, wenn sie soziales Handeln gar
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nicht mehr ermöglichen.
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Und so sehr uns zwei, das natürlich hier Spaß macht, einen Theorie-Podcast zu
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machen, wo wir einfach mal random über soziologische Theorie uns austauschen.
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Ja, das ist schön.
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Genau, entdecken wir natürlich, haben wir das natürlich gelesen und gesagt,
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hey Mensch, das hat natürlich was mit uns zu tun.
0:18:30–0:18:33
Ja, ich denke da auch gerade drüber nach, weil ich mich schon manchmal frage.
0:18:33–0:18:38
Also gerade diese Konstellationen helfen dabei auch irgendwie nach messbaren
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Kriterien gerecht und nachvollziehbar zu handeln.
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Ja, ich denke, dafür wurden die geschaffen, auch um Kontrolle auszuüben,
0:18:50–0:18:55
aber auch um sich zum Beispiel bei der Verteilung von Fördergeldern zu legitimieren oder auch,
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im Wirtschaften miteinander gibt es ja auch irgendwie strenge Gesetze,
0:19:00–0:19:04
wie man sich, gerade wenn man Fördermittelgelder bezogen hat,
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wie man sozusagen Aufträge vergeben darf an andere Unternehmen oder an andere externe Tritte.
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Und damit es eben nicht ist, von wegen, ich habe jetzt hier Geld vom Start abgezogen
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und das verteile ich jetzt mal unter meinen Homies.
0:19:16–0:19:24
Und gleichzeitig ist ja das, was wir pushen, sag ich mal, was wir einführen
0:19:24–0:19:28
wollen, nämlich in stärkeres beziehungsbasiertes Wirtschaften,
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ja eigentlich einen Schritt wieder hin zu Vetternwirtschaft.
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Also wenn du es negativ formulieren willst.
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Wir wollen ja, dass Menschen ein bisschen die Kontrolle abgeben,
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die Kontrolle verlieren und sich voneinander abhängig machen und sich abhängig
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machen von einer Beziehung mit einem Menschen.
0:19:51–0:19:55
Der mit einem kooperiert oder eben auch nicht. Also bestenfalls schon.
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Und ich frage mich da schon manchmal, wenn man das jetzt mal denkt,
0:20:00–0:20:06
das machen jetzt nicht die moralisch legitimsten Leute, sondern eben die großen Unternehmen,
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die großen Bosi-profitorientierten Unternehmen, die unser System gerade maßgeblich
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gestalten, dann sieht man ja, dass die es schon längst tun.
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Also dass die sehr beziehungsbasiert wirtschaften in ihren Strukturen,
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wie sie sind, in ihren Elitenkreisen, in ihren Netzwerken.
0:20:26–0:20:30
Und dann bin ich schon irgendwo dankbar für diese Vorschriften und für diese
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Kontrollen, die aber eben nicht mehr tragen ab einem gestimmten Level von Macht
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und Machtgefälle auch zwischen Politik und Wirtschaft.
0:20:39–0:20:44
Also wo dann die mit mehr Ressourcen und mehr Einfluss aus der Wirtschaft dann
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oft eben politische Regularien dann trotzdem umgehen können,
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indem sie eben irgendwie gute Beziehungen in die Politik pflegen und in die
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Kontrollbehörden pflegen.
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Genau, die schaffen die Regeln. Also das ist ja auch der Punkt.
0:20:57–0:21:01
Also je mächtiger du wirst, umso weniger wirst du dominierend von den Konstellationen,
0:21:01–0:21:05
weil du halt ein Herr von Anwälten da drauf wachst und halt,
0:21:05–0:21:08
keine Ahnung, die richtige Wirtschaftsministerin installiert,
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die dann halt die richtigen Regeln, die für dich möglich sind.
0:21:12–0:21:15
Und genau diese Möglichkeit haben halt zum Beispiel alle anderen Organisationen
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ja nicht, die weniger Macht haben.
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Und die haben halt aber die Möglichkeit, auf bestehenden Beziehungen zu wirtschaften.
0:21:21–0:21:24
Und jetzt ist halt die Frage, wo wird das Problem? Natürlich wird das potenziell
0:21:24–0:21:26
zum Problem, wenn ein Schaden entsteht.
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Aber der Schaden entsteht ja vor allem auch wiederum in der Annahme,
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indem man gesagt wird, okay, wenn der Bürgermeister immer seinem örtlichen Bauunternehmer
0:21:35–0:21:39
den Auftrag gibt, dann wird das wohl ja negative Konsequenzen haben.
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Und das sind ganz viele neoliberale Annahmen, die hier sprechen,
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weil der Bauerunternehmer vor Ort dann halt nicht dem Wettbewerb ausgesetzt
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ist und dann hohe Preise nimmt.
0:21:52–0:21:56
Und stattdessen wird das Ergebnis ja besser, wenn ich es europaweit ausschreibe
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und dann ein Unternehmen aus
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Buxtehude in Stuttgart eine Straße verlegt oder ein Dorf bei Stuttgart.
0:22:05–0:22:08
Und dann hast du aber das Problem, dass die örtliche Ökonomie,
0:22:08–0:22:13
also das war Wachstum vor Ort, gar nicht so richtig erschaffen wird,
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weil nämlich die ganzen, die Löhne und so weiter, also vielleicht wird noch
0:22:17–0:22:20
das Hotel um die Ecke gebucht von den Monteuren oder so.
0:22:21–0:22:25
Aber die Wertschöpfung an sich passiert dann gar nicht mehr vor Ort.
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Und dann gibt es wieder Möglichkeiten zu sagen, okay, dann wollen wir das wieder
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ändern, dann passen wir die Sachen an. Aber es ist die ganze Zeit ein Spiel.
0:22:34–0:22:36
Und das ist, glaube ich, das, auf was wir hinaus wollen, dass eigentlich die
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ganze Zeit ein Spiel zwischen, da gibt es ein bisschen das Menschenbild,
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wie Menschen agieren, wenn sie Handlungsoptionen, Handlungsmacht bekommen versus,
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und die Leute, die ein positives Menschenbild haben, und dann gibt es Menschen
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mit einem eher schlechten Menschenbild.
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Also der Mensch ist als Nutzenmaximierer unterwegs und will vor allem seinen
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persönlichen Nutzen maximieren. Und ich glaube, in dieser Welt stecken wir jetzt
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drin. Und ich glaube, wenn wir halt so...
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Auf unsere Organisationen gucken, die wir so begleiten und die Projekte,
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die wir so begleiten, dann geht es auch ganz viel um die Wiedergelangung überhaupt
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von Handlungsmacht. Also ganz viele Menschen, mit denen wir zu tun haben,
0:23:19–0:23:21
haben das Gefühl, sie können nicht handeln.
0:23:21–0:23:26
Sie sind in der Konstellation komplett gefangen und kriegen keine Handlungsmöglichkeiten.
0:23:26–0:23:30
Ja, es ist halt dieses Hamsterrad-Gefühl, ne? Also ich halte mich an die Regeln,
0:23:30–0:23:34
ich spiele das Spiel, ich mache alles, erfülle die Vorschriften und trotzdem
0:23:34–0:23:35
komme ich auf keinen grünen Zweig.
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Und dann laden wir ja die Leute eigentlich einmal kurz innezuhalten und zu gucken,
0:23:41–0:23:45
okay, wofür renne ich hier eigentlich, wo will ich eigentlich hinrennen?
0:23:45–0:23:48
Machen diese Regulierungen gerade Sinn für mich oder kann ich,
0:23:50–0:23:54
nicht eine Situation draus machen, in der ich wieder zum handelnden Akteur werde
0:23:54–0:23:58
und dann eben nicht mehr der Marktlogik hinterher renne, sondern eben mir eine
0:23:58–0:24:03
Gemeinschaft aufbaue, die mich eben anders finanziert und ich mir andere Regeln setze,
0:24:04–0:24:08
in denen am besten Fall so nach und nach auch wieder Konstellationen entstehen dürfen.
0:24:08–0:24:11
Also regelmäßige Beitragsrunden, das ist ja auch so eine Konstellation.
0:24:11–0:24:15
So läuft es jedes Jahr, treffen wir uns und geben unsere Beiträge ab.
0:24:15–0:24:21
Aber genau, aber auch darin, also auch Beitragsrunden sind ja dann sehr situativ,
0:24:21–0:24:23
wo jeder entscheiden darf, wie handele ich darin.
0:24:24–0:24:29
Aber das, was du sagst, ist ja total wichtig. Also auch wenn du denkst,
0:24:29–0:24:33
dass du keine Handlungsmöglichkeiten hast, weil du fest in der Konstellation
0:24:33–0:24:37
gefangen bist. Also zum Beispiel, ich habe einen kleinen Unverpacktladen oder einen Bioladen.
0:24:37–0:24:40
Ja, ein Grüße nach Dortmund, glaube ich, an der Stelle.
0:24:40–0:24:45
Da habe ich ganz viele Gespräche geführt mit jemandem, der sich überlegt hat,
0:24:45–0:24:50
mit uns zusammenzuarbeiten, aber so am Rennen ist, dass er eben diese Situation
0:24:50–0:24:52
nicht sieht. Er sieht nur die Konstellation.
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Genau, also er hat keine Handlungsmöglichkeiten. Und das ist,
0:24:55–0:24:58
glaube ich, nochmal richtig spannend. Also das ist ein Konzept.
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Und gerade wenn du Unternehmer bist, nicht irgendwo angestellt,
0:25:01–0:25:05
sondern Unternehmer bist, hast du in diesem Land das Recht,
0:25:06–0:25:12
Und das muss man auch mal unterscheiden. Es gibt Konstellationen, die sind Gesetze.
0:25:12–0:25:15
Und dann gibt es aber auch Konstellationen, die kann ich mir selber schaffen.
0:25:17–0:25:21
Und wenn ich einmal etwas tue, ist das keine Konstellation. Aber wenn ich etwas
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tue und das wiederhole, entsteht eine Konstellation. Und das kann aber auch
0:25:24–0:25:27
etwas Positives sein. Wie zum Beispiel, ich baue meine Gemeinschaft auf,
0:25:27–0:25:30
aus meinen Stammkunden, die mir monatlich Geld überweisen. Halleluja.
0:25:32–0:25:35
Daraus entstehen dann auch witzigerweise neue Geschichten.
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Es beginnt aber quasi mit dem Menschenbild. Glaube ich daran,
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dass Menschen in der Lage sind, mein Unternehmen zu unterstützen,
0:25:46–0:25:48
weil sie einfach gerne hätten, dass das existiert, weil es ihr Leben besser
0:25:48–0:25:51
macht. So, und jetzt passiert Folgendes.
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Der Stammkunde wird zum Mitglied. Und was passiert ist, ist,
0:25:55–0:25:59
dass in einem total klassischen Verhalten, wo alles Konstellation ist,
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ich gehe in den Laden, frage nichts für den Preis, kaufe, keine Energietransformation passiert.
0:26:05–0:26:13
Wenn die Person am Laden sagt, schön, dass du da bist, Frau Meier, wie geht dein Hund?
0:26:14–0:26:18
Auf einmal entsteht eine Situation, die Leute beginnen zu grinsen, Energie.
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Im gemeinschaftsversiebten Wirtschaft, wenn sich ein Kunde entscheidet,
0:26:21–0:26:26
Mitglied zu werden, monatlichen Beitrag zu überweisen und dann den Laden hält.
0:26:27–0:26:30
Also ich meine, in der ersten Beitragsrunde mit einem Laden,
0:26:30–0:26:34
hast du ja auch erlebt, Hannah in Speyer, ich meine, da haben Leute geweint.
0:26:35–0:26:40
Und warum haben sie geweint? Weil sie Handlungsmacht erlebt haben und zwar als
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Kunde. Einfach nur, weil sie gesehen haben, okay, wenn ich mein Handeln ändere
0:26:45–0:26:47
in der Situation, Beitragsrunde erstmal so,
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Und meine Handlungsoptionen nutze, dann können wir hier zusammen Energie schaffen.
0:26:54–0:26:57
Und das ist halt das, was gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ausmacht.
0:26:58–0:27:01
Wir kommen aus dem Moment, wir können nichts mehr ändern, weil wir uns an die
0:27:01–0:27:05
festgestehenden Regeln halten, wie Gesellschaft nun mal funktioniert,
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aber auch wie Märkte funktionieren.
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Und hier die Unterscheidung ist, es ist nicht illegal, gegen Marktgesetze zu
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verstoßen, wenn du selber Unternehmer bist. Ja, also du darfst als Unternehmer,
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selber handeln, selber Verträge machen, es gibt Vertragsfreiheit und so weiter.
0:27:21–0:27:23
Und du kannst auch einfach deinen Laden anders führen.
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Und deine Kunden können sich auch entsprechend anders verhalten.
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Und schlagartig hast du aus dem Moment, wo keiner Energie hat,
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der Unternehmer hat keinen Bock mehr, seinen Laden zu führen,
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und die Stammkunden sehen einfach nur, dass ein Lieblingsladen nach dem anderen
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schließt, hast du einen Moment, wo Energie geschöpft wird.
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Aber weil zum Beispiel wir mit ins Spiel kamen und den Leuten,
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sowohl dem Unternehmer als auch den Stammkunden, ihre Handlungsmacht zurückgegeben haben.
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Und das finde ich halt total spannend am gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
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Und dann eben ist gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, und ich hoffe,
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ihr ertragt das jetzt, aber das ist halt das Spannende, was uns,
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glaube ich, jetzt gerade so ausfuckt, ist,
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schafft dann halt seine eigene neue Konstellation, die eigenen Regeln.
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Und die Regeln sind aber anders.
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Der Mensch ist gut, wir unterstützen unsere Unternehmerinnen beim Wirtschaften,
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die die Verantwortung übernehmen, die werden von den Leuten,
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die das Angebot nutzen, unterstützt.
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Jeder schaut, was er beitragen kann.
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Es gibt in der Regel keine festgesetzten Preise, sondern jeder kann zum Beispiel
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für einen Gutschein zahlen, was er will.
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Uge, das mal in anderen Folgen unseres Podcasts oder Ecosia hat das bitte.
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Und so, und jetzt hast du eine neue Konstellation, die aber anders wirkt und
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hoffentlich immer wieder Situationen ermöglicht. Aber auch in solchen Fällen,
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gibt es potenziell immer wieder Verkrustungen, also Vorstellungen von,
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das Mitglied ist ja so oder es verhält sich nicht wie.
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Und deswegen ist es auch wichtig zu sagen, ja, es ist sowas wie eine Gegensozialisierung,
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an der man eigentlich kontinuierlich einfach auch weiterarbeitet.
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Und das ist so ein bisschen witzig, so die komische kleine Blase,
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die Anna und ich und die MYZELIUM-Unternehmerinnen, MYZELIUM-Menschen,
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und er hat eben drin Leben, dass das unsere Realität widerspiegelt.
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Und wir es manchmal, uns manchmal auch einfach Leute sagen, wie könnt ihr einfach
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sagen, dass das funktioniert, was ihr macht?
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Warum seht ihr die Probleme gar nicht, die wir sehen? Voll.
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Die sind ganz verwirrt davon. Hä, warum habt ihr so viel Energie und Lust da
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drauf? Das kann doch alles gar nicht funktionieren. Und ich glaube,
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das ist auch tatsächlich das,
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Unsere Hauptaufgabe als MYZELIUM ist eben,
0:29:39–0:29:44
in der Lage zu sein, diese Situation auch uns vorstellen zu können, aushalten zu können.
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Und ich meine, es wird einfacher mit jeder Situation, dass es funktioniert,
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also sozusagen mit jeder gelungenen Situation, in der wir erlebt haben,
0:29:51–0:29:54
okay, Menschen verhalten sich, wenn sie handlungsfähig sind,
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wenn sie handlungsmächtig sind, verhalten sich sozial.
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Und ich glaube, das ist so ein bisschen gekippt in unserem System.
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Also man kam aus einer, ich sage jetzt mal, ich fange mal beim Zweiten Weltkrieg
0:30:05–0:30:08
an, aber man kam aus einer Situation, in der sozusagen nichts geklärt war,
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alles ist kollabiert, alles musste neu verhandelt werden,
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Gemeinschaften mussten sich
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organisieren, weil der Staat quasi nicht mehr da war, zum Glück damals.
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Und dann fing man langsam an, wieder Konstellationen aufzubauen.
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Die Bundesrepublik hat sich gegründet, zumindest im Westen, im Osten nochmal
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eine eigene Geschichte. Aber genau, es fing wieder an, Konstellation zu werden.
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Und das war auch gut und das ist prosperiert, aber weil auch man in diesen sich,
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also es war noch nicht alles so verkrustet, wie du es gesagt hast,
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sondern man hatte Konstellationen, man hat wieder Prozesse und Strukturen und
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den Staat und Institutionen aufgebaut, aber innerhalb,
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dieser Konstellation, dieser Strukturen,
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Waren die Leute noch viel handlungsfähiger, hatten noch viel mehr Spielräume.
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Also wenn ich mit meiner Oma spreche und sie mir von damals erzählt,
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wie das war, wie sie da sich organisiert haben, wie sie, die hatten auch nichts
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nach dem Weltkrieg und wie sie sich da langsam,
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die Sachen aufgebaut haben, wie sie sich gegenseitig unterstützt haben,
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wie auch die Verwaltungsstrukturen, Behörden und so weiter, die,
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also auf kurzen Dienstwegen wirklich sich unterstützt haben gegenseitig,
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dann kriege ich so eine Sehnsucht danach, weil ich so denke, ja warum?
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Und meine Oma regt sich auch wahnsinnig auf, wenn sie jetzt auf eine Behörde
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geht. Und dann sitzt da so ein junger Typ, Milchgesicht, grün hinter den Ohren
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und sagt dir, nee, das geht nicht, weil das ist nicht meine Abteilung und das
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ist nicht mein Verantwortungsbereich.
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Wir haben in diesem Land Vorschriften.
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Genau. Und dann sagt sie, ja, aber das geht schon. Und dann weißt du ja auch
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immer noch, dass es diese Grauzonen gibt. Weil die gibt es ja.
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Die gibt es auch bis heute noch.
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Ich habe auch eine witzige Geschichte von meiner Uroma, die erzählen sie in
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unserer Familie. Und zwar war die über 90.
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Und weil sie ja gut sozialisiert ist, hat sie gemerkt, oh, der Waffenschein
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für den Revolver, den ich von meinem,
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Mann geerbt habe, der ist abgelaufen. Und dann läuft sie mit dem Revolver aufs
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Ordnungsamt, legt ihn auf den Tisch und sagt,
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ja, ich hätte gerne bitte den Waffenschein nochmal länger ausgeführt und bitte
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nicht nur fünf Jahre, weil ich will ja nicht, also ich will ja nicht wiederkommen. Ja, so.
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Genau, aber auch witzig, in der Situation ruft dann diese Ordnungsbeamte vollkommen
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widerrichtlich meinen Opa an und fragt, ihre Mutter ist da, hat das alles recht.
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Aber das Witzige ist hier auch, der Beamte hat die Konstellation gebrochen,
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weil wahrscheinlich hätte er das gar nicht gedurft.
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Ja, Datenschutz, der darf ja gar nicht wissen, wer der so ist.
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Die alles bedroßen, was es so geht, ja, aber genau, also er hat offensichtlich
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gesagt, irgendwie, also muss man ja hier handeln.
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Aber ich glaube, worauf wir bei diesen ganzen Sachen immer wieder raus müssen,
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Und ich glaube, das Witzige ist, immer wenn es eine Situation entsteht,
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wird es häufig auch irgendwie witzig. Wir lachen.
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Niemand lacht dabei, wenn er ein Förderformular ausführt und denkt,
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Mensch, das ist aber jetzt witzig hier.
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Sondern das ist irgendwie so, ach nee, meine Realität passt nicht in das blöde
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Formular. Das beschreibt Rosa auch immer.
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Und dann muss man irgendwas machen. Und das ist die Realität von sehr vielen
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Menschen in diesem Land.
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Und das kommt ja auch mit dem Begriff der Entfremdung.
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Das sorgt man halt auch für Entfremdungserfahrungen. Also der Staat tritt mit
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mir gegenüber in meine Welt in Form von Formularen und echt böse geschriebenen
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Briefen vom Finanzamt oder so.
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Ich würde auch mal echt vorschlagen, dass die mal gewaltfreie Kommunikation
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für Finanzbeamte oder so.
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Ey, mein Finanzbeamter schreibt mir super Sachen.
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Das ist schön.
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Meiner ist gut.
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Ja, cool, guck, aber dann nutzt er seinen Handlungsspielraum, ne?
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Ja.
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Genau, und ich glaube für die Art, wo wir wirtschaften, haben wir auf der einen
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Seite diesen Punkt mit den Unternehmen, wo wir den Unternehmerinnen zeigen, wie es geht.
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Und auf der anderen Seite gibt es aber auch, sind wir auch immer mehr mit komplexeren
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Organisationen unterwegs, mit Kommunen, aber auch mit Gesundheitsorganisationen.
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Und auch dort geht es eigentlich immer wieder um die Frage auch der bestehenden
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Leute, die ganz in ihren Konstellationen hängen, mit uns zusammenzuarbeiten,
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um Handlungsspielräume aufzumachen, die auch teilweise außerhalb ihrer bestehenden Logik ist.
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Und das ist, glaube ich, das, was wir, glaube ich, hier reinsteigen.
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Legen wollen. Wenn du anders denkst und in der Lage bist, dein anderes Denken
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in Handeln zu übersetzen, also Situationen zu schaffen,
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dann kannst du die festgefahrenen Strukturen, Konstellationen,
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in denen du lebst, eben aufbrechen oder eine zweite Realität daneben setzen.
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Also das ist das, was wir in der Regel machen.
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Also wir helfen niemandem, sein festgefahrenes Unternehmen jetzt irgendwie agiler zu machen oder so.
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Aber was wir sagen ist, ja, dein bestehendes Unternehmen ist irgendwie dein
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Job, ja, aber das löst irgendein Problem nicht.
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Und was wir in den Regeln machen ist, wir schaffen ein zweites Spielfeld,
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was nach anderen Regeln funktioniert.
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Und was es dann halt natürlich braucht, ist ein Mensch in verantwortlicher Position,
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der vielleicht ein bisschen auch Spieler ist.
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Also wenn du Handlungsspielräume haben willst, dann musst du natürlich auch spielen wollen.
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Ja, was heißt spielen? Ich glaube, es braucht erstmal richtig viel Mut,
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die Handlungsspielräume zu nutzen, aber auch dieses Mutigsein,
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sich den Menschen wieder, weil sich in Situationen zu begeben ist,
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auch sich in die Hand von anderen Menschen zu begeben.
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Also nicht mehr in die Hand von Regeln und Strukturen, sondern sich auch so
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hinzugehen und zu sagen, hey, kannst du mir bitte helfen? Kannst du mich bitte
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unterstützen? Kannst du bitte dich neben mich an meine Seite stellen?
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Und ich glaube, was mich so traurig über unsere heutige Zeit oder was mich manchmal
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so traurig macht, ist, dass so viele Leute dieses Vertrauen nicht mehr haben
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in andere Menschen. Also dass sie davon ausgehen, dass Menschen eigentlich nicht
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helfen und unterstützen wollen. Und.
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Es ist so sozial in uns drin, wenn wir sonst nicht abtrainieren über die Konstellation,
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in den Konstellationen, in denen wir aufwachsen, dass wir sozial sind.
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Ich habe gestern so ein TikTok-Video gesehen oder Instagram-Video,
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wo so Kinder dabei gefilmt wurden, tausende von Kindern.
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Wie immer, die saßen neben ihren Eltern und haben alle so ein Blatt weggezogen
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von ihrem Teller. Der war versteckt sozusagen unter so einem Tuchblatt. Und.
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Auf einem Teller lagen zwei Kekse, beim Kind nämlich, und bei der Mutter oder
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beim Vater lag ein Keks und ein Teller war leer.
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Und das Kind konnte das nicht aushalten. Die haben so gelitten,
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jedes Mal, wenn es hervorgezogen wurde, und haben sofort ihren Keks geteilt. Sofort.
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Als erste soziale Reaktion. Und ich glaube, das ist das, was wir unseren Kindern
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beibringen, natürlich, bis zum Kindergarten.
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Wo sie dann beigebracht bekommen, nein, ihr dürft euer Essen nicht teilen,
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weil das ist Corona und es gibt Hygienevorschriften. Das darf man nicht.
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Das war ja ganz krass während Corona. Ich glaube, mittlerweile dürfen die auch
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wieder teilen im Kindergarten. Aber ich glaube, dieser soziale Instinkt ist
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da. Nur wir haben den so überschattet mit irgendwelchen Regeln und Strukturen,
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die uns davon abhalten, zu helfen und abhalten, uns gegenseitig zu unterstützen.
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Dass wir echt den Glauben daran verloren haben oder auch nicht mehr oft die
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Erfahrung machen, dass uns geholfen wird.
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Und das macht mich so traurig. Ich würde mir so wünschen, dass viel mehr Menschen
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die Erfahrung machen, dass andere Menschen ihnen halt helfen und dass es ein
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sozialer Instinkt ist, uns zu helfen.
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Und das ist auch empirisch mittlerweile echt hoch und runter bewiesen,
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dass es so ist. Bei Kindern, aber auch in Extremsituationen,
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wo halt Strukturen und Regeln nicht mehr greifen.
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Wir helfen uns gegenseitig, wir killen uns nicht.
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Ja, und ich glaube, dass gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
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so wie wir es aufziehen, eben immer wieder diese Erfahrung einlädt.
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Guck mal, hier sind Leute, die wollen dir helfen.
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Die wollen dir helfen, liebe Unternehmerinnen, liebe Unternehmer,
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liebe Anbieter, dass du aus diesem Hamsterrad aussteigen kannst.
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Und ich glaube, in den meisten Fällen muss man halt nicht mal,
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so für uns gesprochen, nicht mal die Regeln brechen.
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Nee, man muss dir nur neue schaffen.
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Man muss dir neue schaffen und halt im Rahmen der bestehenden Regeln halt deine
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Spielräume finden, weil die gibt es.
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Die gibt es immer. Und das ist zum Beispiel als Unternehmer.
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Ich habe als Unternehmer die Möglichkeit, meine Produkte gegen klassisch festgesetzte
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Preise im Laden zu verkaufen.
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Oder ich setze ein Gutschein-System auf und lasse die Leute für den Gutschein zahlen, was sie wollen.
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Beides geht, aber es verändert das Verhältnis komplett.
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Wenn ich jetzt noch sage, ich mache einmal im Jahr eine Beitragsrunde,
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wo ich meine Kosten vorne bereit will zu teilen und dann jeder quasi für sich
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im Hintergrund überlegt, okay, was er beitragen möchte, ja super,
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dann habe ich das Unternehmen faktisch vom Markt genommen.
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Aber, also faktisch oder in Teilen,
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Aber im Außen ist es einfach meine unternehmerische Freiheit, das zu tun.
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Ja, und es nennt sich Vertragsfreiheit. Und das ist, glaube ich,
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richtig wichtig zu verstehen.
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Wir leben in einer Welt, wo wir selber uns einreden, dass wir nicht handeln
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können. Und wenn man in einer Organisation arbeitet, die dir keine Handlungsmöglichkeiten
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gibt und du nichts anderes tun kannst und du siehst auch keine Möglichkeit,
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irgendetwas zu ändern, ja, dann geh.
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Aber da draußen kann man sich halt das Neue aufbauen, ja.
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Und das kann man jetzt so leicht sagen und so weiter. Das tun wir halt die ganze
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Zeit. Wir schaffen die ganze Zeit neue Organisationen oder begleiten dabei.
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Und das ist, glaube ich, halt auch wichtig. Damit reden wir jetzt nicht vom
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nächsten Startup-Kunden, bitte, ja.
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Also überlegt jetzt nicht, dass ihr den Strohhalm gegen essbare Eislöffel ersetzt
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und da jetzt ein Multimillionen-Startup hinsetzt, ja.
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Viel Spaß in der nächsten Konstellation.
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Denk eher nach, was deine Nachbarschaft braucht.
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Und dann rede mit den Leuten, ob sie da mit in Verantwortung gehen wollen.
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Und dann sagen die ja. Und dann sagst du, ja, okay, cool. Dann vielleicht mache
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ich dir das Angebot. Wenn ihr mit in Verantwortung geht, dann sagen die auch
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wieder ja. Und am Ende setzt ihr es um.
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Und denk da einfach praktisch. Also was brauchen die Leute bei dir in der Umgebung?
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Also für ein Projekt habe ich jetzt mal so ein Nachbarschafts- und Haustürgespräche
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gemacht, erst kürzlich.
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Und wir sind überhaupt gar nicht durch die Nachbarschaft durchgekommen,
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weil wir ständig am Küchentisch saßen von Leuten, die uns erzählen wollten,
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was ihre Themen sind und sich total freuen, dass mal jemand kommt und auf Vorsicht mit ihnen redet.
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Und genau, wir haben ihnen diesem Projekt Nachbarschaftskantine vorgeschlagen
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und die waren alle total begeistert.
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Man wird jetzt doch Bürgermeister von Denkendorf.
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Nein, nein, wir haben einen guten Bürgermeister.
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Ja, Top-Bürgermeister.
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Top-Bürgermeister, bester Bürgermeister.
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Aber es sind auch ganz witzige Situationen entstanden. Also meine Lieblingsgeschichte
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ist halt, die Frau lädt uns ein, wir sitzen am Tisch, erzählen das,
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kommt der Mann rein und sagt, ah, sowas brauche ich nicht. Und dann sagt die
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Frau, doch, das brauchst du.
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Woher weißt du, was ich brauche? und sagst, ich höre auf zu kochen und ich schicke dich an.
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Aber alle lachen und warum lachen sie? Wegen der Situation, ja?
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Aber auch wegen der Möglichkeit, dass das Realität werden könnte. So.
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Und darum geht es. Und dann zeigt das aber auch, da brechen ja viel mehr auf.
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Also das ist ja feministische Theorie, kannst du ja reinlegen,
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alles in dieses kurze Gespräch, was da drin steckt.
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Und deswegen halt auch zu überlegen, so, wen will ich eigentlich empowern in
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meiner Umgebung? Wen will ich Wer
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profitiert am meisten in meiner direkten Umgebung von dem, was ich tue?
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So und dann geh hin zu den Leuten und stell dir es denen vor.
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Und es könnte einfach sein, dass die Leute sich wahrscheinlich freuen.
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Und warum freuen sie sich? Weil sie aus einer Konstellation rauskommen.
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Du bist die Alternative zu Essen auf Reden dann, ja? Also beschissenes Essen
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in Plastik verpackt, alleine bei dir zu Hause von einem unmotivierten Menschen überreicht, ja?
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Zu, ah, ich komme da hin und esse mit denselben Leuten, die ich kenne,
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darfst vielleicht sogar selber zubereiten, ja?
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Wenn ich will, wenn ich kann und so weiter. Und das ist genau das,
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was die Leute sich quasi wünschen.
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Also ausbrechen, neue Situationen schaffen, diese neuen Situationen in neue
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Konstellationen packen, die anders funktionieren.
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Die Handlungsspielräume ermöglichen und auch einladen, das zu tun,
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weil das ist eigentlich, wenn man es jetzt nochmal zusammenbringt, ist es das MYZELIUM
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und das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, wir schaffen neue Konstellationen,
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die Handlungsspielräume erlauben und nicht verbieten, weil wir ein positives
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Menschbild haben und das ist auch wichtig.
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Konstellationen können Handlungsspielräume aufgrund vom negativen Menschenbild
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ausradieren oder sie können sagen, wir finden das voll cool.
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Und das war früher auch der Fall. Früher hat viele Leute Handlungsspielräume
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und vollkommen frei zugestanden.
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Und das ist auch ein Riesenproblem, weil wir weiterhin davon ausgehen,
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auch ältere Menschen, dass Leute Handlungsspielräume haben. Aber heute ganz
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viele Leute in Organisationen arbeiten, bei Polizei, Rettungsdienst,
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sonst wo, die sagen, ich habe gar keinen Handlungsspielraum, ich vollziehe nur.
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Und das zu danken, hey, es ist eine Kopfsache, wir können die neuen Organisationen
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schaffen, aber die Leute müssen ihren Handlungsspielraum dann auch nutzen und
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potenziell kündigen, potenziell wechseln.
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Und dafür gibt es in dieser Welt aber ganz viele Supportmechanismen und auch
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Möglichkeiten und wir sind nur eine ganz kleine davon.
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Man kann die Welt ändern, wenn man Spaß in ihr haben will.
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Wenn man die Welt nicht ändert und in den Konstellationen bleibt,
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wird man keinen Spaß haben. Und das wird aber dadurch, dass es den permanenten
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Entzug von Freude, wird es uns jetzt auch mal einen raus, wahrscheinlich dem
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Faschismus näher bringen.
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Weil wir ständig die Situation schaffen, die uns Energie entziehen,
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anstatt dass wir sagen, hey, mein Nachbar ist eigentlich ganz cool so.
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Ja, ich meine, das kann in beide Richtungen. Also ich glaube,
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es gab auch Zeiten, in denen sozusagen so viel Situation, so viel Chaos,
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so viel Unklarheit da war, wo man irgendwie dankbar war um die Konstellation,
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die geschaffen wurden, mit Spielräumen. Und ich glaube, es ist dann halt irgendwann gekippt.
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Also wenn so Systeme sich immer weiter verkomplizieren, immer mehr Kontrollmechanismen,
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immer mehr Standards, immer mehr Regeln einführen und dann.
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Diese Handlungsspielräume erstmal verschwinden und dann auch Generationen entstehen.
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Und das finde ich bei unserer Generation manchmal auch ein bisschen gruselig,
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dass diese Obrigkeitshörigkeit sozusagen gegenüber Regeln, dass man irgendwie
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denkt, man müsste jetzt die ganze Zeit,
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Genau, man geht so davon aus, man hat keine Handlungsspielräume. Und ich glaube,
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wenn ihr Lust bekommen habt, nach diesem Gespräch auch wieder soziale Energie
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zu spüren und eigene Handlungsspielräume zu entdecken und diese Konstellation
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ein bisschen auszutrippeln, sage ich mal, die uns eben auch,
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also nicht alle, aber die, die uns sozusagen nicht weiterbringen,
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in der Situation, in der wir gerade sind, weil es ist eine einmalige menschheitliche,
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Situation, in der wir gerade sind und alle agieren regelkonform,
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was mich wahnsinnig macht und,
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nutzen ihre Handlungsspielräume nicht und ich habe echt Sorge,
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dass es irgendwann zu spät ist,
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dass es irgendwann, halt irgendwann sind wir wieder gezwungen in die Situation
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rein, weil Systeme crashen, aber man kann schon, bevor die Systeme crashen,
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eben die eigenen Handlungsspielräume nutzen.
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Und da würde ich dir ein Beispiel erzählen.
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Ja, mach gerne.
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Weil es gibt eine Organisation, da ist zum Beispiel der Betriebsrat auf mich zugekommen.
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Weil er witzigerweise herausgefunden hat, dass er in seinem Leben schon in zwei
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gemeinschaftsbasierten Projekten Mitglied war.
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Übrigens Shoutout Grüne Perle in Witten und der Reiherhof in Stuttgart.
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Der ist einmal umgezogen und ist in beiden Mitglied und hat darüber die dann
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gefragt, hey, wie seid ihr auf ihre Ideen gekommen?
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Die haben die erzählt, ja, MYZELIUM hat uns begleitet. Und dann ist er wegen
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dem Betrieb, in dem er jetzt arbeitet, auf uns zugekommen.
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Und wir haben da im Jahr gearbeitet und halt überlegt, okay,
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wie können wir die Konstellation, in der der Betrieb gefangen ist und die Akteure,
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wie können wir das in Bewegung bringen, wie können wir hier Handlungsspielräume reinbringen,
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und das will ich auch mal sagen, also wenn du und das Spannende fand ich dir, es ist ja nicht,
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die Betriebsführung, die den ersten Impuls gemacht hat, sondern hier ist es
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tatsächlich der Betriebsrat gewesen und das ist jetzt auch eine sehr interessante
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Bewegung, die wir einfach anschauen und eigentlich sind wir die ganze Zeit dabei zu gucken,
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Wie bringen wir hier die Spielräume rein?
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Und ganz häufig kommen wir dann aber sehr schnell wieder auf Menschenbild,
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Überprüfbarkeit, Konstellation und Situation. Und deswegen auch für alle Leute,
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die in diesen Bereichen arbeiten, hey, lest dieses Buch, es ist als Brille unglaublich wertvoll.
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Und natürlich, es sagt dir am Ende aber nicht, was du konkret tun sollst.
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Du kannst erkennen, das ist ein Erkenntnisinstrument.
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Dein Methodenwissen und so weiter, das brauchst du am Ende tatsächlich in der
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Umsetzung auch noch. Aber wenn du natürlich erkennst oder eine Ahnung davon
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hast, was dir gegenüber tritt als Welt, dann hilft das schon.
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Also mir hilft das eigentlich immer.
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Ja, mega. Und wenn ihr diesen Podcast gehört habt und wenn ihr Lust habt,
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sozusagen da mit dieser Brille euch euren Alltag auch anzuschauen, tut das.
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Und es ist ja hier kein passives Zuhören mehr, sondern wir laden euch auch herzlich
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ein in die MYZELIUM-Mitte.
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Auch um sozusagen diese Erfahrung oder diesen neuen Blick auf die Welt auch
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mit anderen zu teilen und sich vielleicht auch gemeinsam zu überlegen,
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hey, was sind denn gerade die Konstellationen, aus denen ich raus will und wie
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kann ich sie in Situationen umwandeln, die mir wieder Kraft und Energie geben.
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Genau, schaut auf unserer Website vorbei, guckt rein, wann MYZELIUM Mitte stattfindet
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und zu welchem Thema. Wir werden sicher mal eine machen, zeitnah zur Konstellation
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und Situation und darüber mit euch in den Austausch gehen.
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Und natürlich freuen wir uns, wenn ihr den Podcast unterstützt,
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indem ihr es irgendwie auf euren, ja, das sage ich auch nie, auf diesen ganzen,
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wenn ihr sie abonniert und anklickt und teilt und natürlich Fördermitgliedwert,
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bei uns im MYZELIUM-Ökosystem.
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Vielen Dank fürs Zuhören. Ich wünsche euch ein schönes, wildes, situatives Leben.
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Genau. Und nicht zu viel zu Berge stehende Haare in den Konstellationen,
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in denen wir uns befinden.
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Vielen Dank, Timo, dass du da warst und danke, dass du das Thema eingebracht
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hast und bis bald. Tschüssi.
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Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen?
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MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
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Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
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dass du heute mit dabei warst.
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Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
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dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
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Wirtschaftens weiter zu verbreiten.
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