Das Neue Berlin

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Detaylar

Das Neue Berlin ist ein unabhängiger und werbefreier Podcast, in dem wir versuchen, Gegenwart und Gesellschaft zu verstehen. Die Geistes- und Sozialwissenschaften in all ihrer thematischen Breite helfen uns dabei. Wir sprechen mit Leuten, die noch nicht in jeder Talkshow saßen, und diskutieren mit ihnen über das, was uns interessiert: Wie funktioniert Gesellschaft? Was heißt es heute, politisch zu sein? Welches Wissen ordnet unsere Welt? Dafür nehmen wir uns Zeit in der Vorbereitung und im ausführlichen Gespräch — Zeit für die langen geschichtlichen Linien, die Schwierigkeiten der Methode, die Abgründe der Theorie und die ewige Unsicherheit aller echten Wissenschaft. Auf Bluesky: https://bsky.app/profile/dasneue.berlin Mit Video auch auf YouTube: https://dasneue.berlin/youtube

Yeni Bölümler

8 HAZ, 2026
Warum uns die Arbeit nicht ausgeht – mit Florian Butollo
Du willst uns unterstützen? Hier entlang. Folge uns auf Bluesky oder schreib uns an [email protected]. ⎯ Seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 häufen sich Studien, die massenhafte Jobverluste vorhersagen. Das klingt durchaus plausibel, denn wer die Maschine selbst nutzt, erlebt Fähigkeiten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Gleichzeitig sehen die Realitäten der Arbeitswelt anders aus. Pflegekräfte und Handwerker fehlen, IT-Fachkräfte werden durch KI nicht arbeitslos, sondern sind überarbeitet. In den OECD-Staaten arbeiten heute mehr Menschen als je zuvor. Die Warnung vor Jobverlust und die Klage über Arbeitskräftemangel stehen seltsam nebeneinander. Florian Butollo ist Arbeitssoziologe und erlebte in seiner Forschung, wie sich Unternehmen durch Digitalisierung große Arbeitseinsparungen erhofften und am Ende doch mehr Personal brauchten. In seinem neuen Buch „Das knappe Gut Arbeit“ vertritt er die These, dass uns die Arbeit gerade nicht ausgeht. Im Gegenteil: Sie wird zum knappen Gut. Grund dafür sind nach Butollo bestimmte „Rebound-Effekte der Automatisierung“. Der Bedarf an menschlicher Arbeit wächst immer weiter, weil auch die Komplexität einer Ökonomie wächst, die immer vielseitigere, immer kompliziertere Abläufe und Produkte hervorbringt. Das gilt auch für die Digitalisierung selbst, an der Hunderttausende mitwirken. Zuletzt hat auch die moderne Gesellschaft immer mehr Arbeit für die Folgen ihrer eigenen Entwicklung aufzubringen: Eine alternde Bevölkerung braucht immer mehr Pflege, gesteigerte Erwerbsquoten mehr Sorgearbeit und die ökologische Katastrophe immer mehr Transformations- oder Anpassungsarbeit. Während mancher Politiker noch ruft, Deutschland müsse mehr arbeiten und könne sich keine „Lifestyle-Teilzeit“ leisten, kommt der demografische Wandel erst jetzt richtig zum Tragen. Die Gesellschaft wird bewusster entscheiden müssen, wofür sie ihre knapper werdende Arbeit verausgaben will. Shownotes Das knappe Gut Arbeit. Buch von Florian Butollo (Suhrkamp Verlag) Weizenbaum-Institut \\ Forschung für die vernetzte Gesellschaft.: Weizenbaum Institut Maschinenfragment – Wikipedia Produktivitätsparadoxon – Wikipedia Baumolscher Kosteneffekt – Wikipedia Why Are There Still So Many Jobs? The History and Future of Workplace Automation — American Economic Association Andrew Ure – Wikipedia Industrie 4.0 – Wikipedia $1.5 Billion Huawei Headquarters Ulrich Beck – Wikipedia Rebound-Effekt (Ökonomie) – Wikipedia Imaginierte Zukunft. Buch von Jens Beckert (Suhrkamp Verlag) The GenAI Divide: State of AI in Business 2025 (MIT NANDA) (PDF) Industrious Revolution — Wikipedia Bullshit Jobs – Wikipedia The Foundational Economy Mariana Mazzucato: Das Kapital des Staates Merz fordert vor CDU-Parteitag mehr Leistungsbereitschaft Transkript Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen. Gast Florian Butollo Verwandte Episoden Das halbe Leben – Mit Lisa Herzog über die Zukunft der Lohnarbeit Höher, schneller, weiter – Mit Dirk van Laak über die Geschichte der Infrastruktur
5 MAY, 2026
Das Elend der Geopolitik – mit Klaus Schlichte
Du willst uns unterstützen? Hier entlang. Folge uns auf Bluesky oder schreib uns an [email protected]. ⎯ Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, sieht viele Karten: Frontverläufe in der Ukraine, Grönland in der Einflusssphäre der USA, die Straße von Hormus. Solche Karten suggerieren Übersicht und Objektivität – eine Welt natürlicher Einheiten, der Nationalstaaten, in einem großen strategischen Spiel um Macht und Einfluss. Für den Politikwissenschaftler Klaus Schlichte ist diese Sicht eine voraussetzungsreiche Deutung. In seinem neuen Buch beschreibt er „Das Elend der Geopolitik“: ein Denken, das die komplizierte politische Realität der Weltgesellschaft auf Konkurrenz zwischen Großmächten reduziert und in vermeintlich nüchterner Klarsicht die ewigen Regeln internationaler Politik erkennt. Für Schlichte ist das ein Relikt des 19. Jahrhunderts, ein Echo des europäischen Imperialismus und in der Forschung lange diskreditiert. Stattdessen brauche es soziologische Analyse und ein Bewusstsein für die historische Interpretationsabhängigkeit zwischenstaatlicher Beziehungen. Dann erweist sich die jüngere Geschichte nicht als Wiederholung eherner Gesetze von Dominanzstreben und Machtgleichgewichten, sondern als Abfolge unterschiedlicher Legitimitätsordnungen mit je eigenen kontingenten Regeln. Der machtpolitische Realismus erlebt seine Renaissance demnach nicht wegen seiner unabweislichen Wahrheit, sondern wegen der Einfalt mancher öffentlicher Debatte und der fragwürdigen Expertise seiner erfolgreichsten Fürsprecher. Shownotes Klaus Schlichte – Wikipedia Das Elend der Geopolitik Geopolitik – Wikipedia Realism (international relations) — Wikipedia Kongokonferenz – Wikipedia Konferenz von Jalta – Wikipedia Weltsystem-Theorie – Wikipedia Neorealismus (Internationale Beziehungen) – Wikipedia Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – Wikipedia Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – Wikipedia Mission creep — Wikipedia Rally ‚round the flag effect — Wikipedia Thomas Piketty – Wikipedia The Elephant Curve — Wikipedia Critical geopolitics — Wikipedia Transkript Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen. Gast Klaus Schlichte Verwandte Episoden Mit Johannes und Paul Simon über Trumps Amerika Grenzen als Sortiermaschinen – mit Steffen Mau Postkoloniale Soziologie – mit Marius Meinhof
112 DAK
27 MAR, 2026
Die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen – mit Leonhard Dobusch
Du willst uns unterstützen? Hier entlang. Folge uns auf Bluesky oder schreib uns an [email protected]. ⎯ Überall in Europa steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter Druck. Politisch, weil dort gespart werden soll, wo er unbequem wird. Aber auch von jenen, die ihm wohlgesonnen sind, wird die Kritik lauter: Das System sei zu schwerfällig, erreiche junge Menschen kaum noch, und der Übergang in die digitale Welt gehe zu schleppend voran. Ein solcher wohlgesonnener Kritiker ist Leonhard Dobusch. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck und saß mehrere Jahre im ZDF-Fernsehrat. Im Unterschied zu vielen anderen hat er über die Jahre aber nicht Kritik allein an den Öffentlich-Rechtlichen geübt, sondern immer wieder ganz konkrete Reformvorschläge vorgelegt. Mit ihm sprechen wir über seine Erfahrungen im Fernsehrat, über die Schwierigkeit journalistischer Unparteilichkeit und warum es wichtig ist, sich mit historischen und rechtlichen Voraussetzungen der Öffentlich-Rechtlichen auseinanderzusetzen. Wie sprechen darüber, warum öffentlich-rechtliche Mediatheken weniger wie TikTok, und mehr wie Wikipedia oder YouTube sein sollen. Und wir bekommen die vielen, weithin unbekannten Reformen in den Blick, seien es senderübergreifende Mediatheken, offene Empfehlungsalgorithmen oder internationale Kooperation für Freie Software. Dobusch betont, wie viel sich tut, gerade in Deutschland. Steht den öffentlich-rechtlichen Medien ihre beste Zeit erst noch bevor? Shownotes Leonhard Dobusch – Wikipedia Meike Richter: Einführungsvortrag: Lizenzen für das Internet-Zeitalter — CC Germany ZDF-Fernsehrat – Wikipedia D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt – Wikipedia Terra Xplain Commons – ZDF goes Schule leonido re:publica 2022: Leonhard Dobusch: Weniger Netflix, mehr YouTube und Wikipedia: … Potenzialanalyse: Digitaler Public Value im ZDF Wider die öffentlich-rechtliche Trägheitsvermutung – WRINT: Wer redet ist nicht tot Funk (Medienangebot) – Wikipedia Public Spaces Incubator | New_ Public Günther Ortmann – Wikipedia Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden – Wikipedia neunetzcast | neunetzcast 89: Was ARD und ZDF gerade online aufbauen und planen Fediverse – Wikipedia Algorithmen im ZDF | Das ZDF Empfehlungsystem media.ccc.de Transkript Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen. Gast Leonhard Dobusch
89 DAK
26 OCA, 2026
Wirkliches und Mögliches in der Klimakatastrophe – mit Frank Adloff
Du willst uns unterstützen? Hier entlang. Folge uns auf Bluesky oder schreib uns an [email protected]. ⎯ Die Hoffnung, die Klimakatastrophe noch vollständig abzuwenden, erscheint angesichts der aktuellen politischen Verhältnisse und der sich beschleunigenden globalen Erwärmung unrealistisch. Große historische Möglichkeitsräume der Prävention sind verspielt. Künftig drohen neben Naturkatastrophen und Mangel brutale Verteilungskämpfe, die Destabilisierung demokratischer Institutionen und sogar der Kollaps ganzer Gesellschaften. Herkömmliche Fortschrittserzählungen und emanzipatorische Hoffnungen werden dadurch radikal infrage gestellt. Welche gesellschaftlichen Perspektiven ergeben sich unter diesen Bedingungen? Und was können die Sozialwissenschaften dazu beitragen? In der Sendung sprechen wir mit Frank Adloff. In seinem neuen Buch plädiert er dafür, der sozial-ökologischen Lage so realistisch wie möglich ins Auge zu sehen. Anstatt die Rolle des außenstehenden Beobachters einzunehmen, sollten sich die Sozialwissenschaften klar positionieren und das Spannungsfeld von Wirklichem und Möglichem präzise vermessen. Einerseits müsse das Ausmaß möglicher zukünftiger Zerstörung wissenschaftlich bestimmt werden – einschließlich der schlimmsten Szenarien bis hin zum Aussterben der Spezies Mensch. Andererseits gelte es, weiterhin bestehende gesellschaftliche Reformperspektiven innerhalb eines sinnvollen Zeithorizonts zu verorten. Für Adloff werden weder grüne Modernisierung noch technische Innovationen ausreichen, um die ökologische Verheerung aufzuhalten. Kurzfristig bestehe jedoch keine politische Möglichkeit, einen grundlegenden Systemwandel durchzusetzen. Es gelte daher, unterschiedliche Strategien experimentell und tentativ zu verbinden: kurzfristig, um der rechten Demontage des Klimaschutzes entgegenzuwirken, und langfristig, um in den kommenden Jahrzehnten eine schrittweise Transformation gesellschaftlicher Grundstrukturen einzuleiten. In jedem Fall aber – selbst im Angesicht eines möglichen menschheitsgeschichtlichen Scheiterns – eröffnet sich für Adloff in jeder Katastrophe erneut die Möglichkeit, solidarisch zu handeln, Menschenleben zu schützen und der drohenden Barbarei entgegenzutreten. Shownotes Frank Adloff (2026): Wirkliches und Mögliches in der Klimakrise (transcript) Jens Beckert (2024): Verkaufte Zukunft (Suhrkamp) Ingolfur Blühdorn (2019): Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit (transcript) Imperiale Lebensweise – Wikipedia Abbott: Varieties of normative Inquiry Blumenfeld: Climate Barbarism Siehe auch: Können Konservative verzichten? – MERKUR Transkript Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen. Gast Frank Adloff Verwandte Episoden Wohlstand an der Grenze – Mit Max Koch über nachhaltige Wohlfahrt Gewerkschaften in der ökologischen Transformation – mit Jana Flemming Klimawandel als Klassenfrage im Werden – mit Linus Westheuser Die Entdemokratisierung der Staatsfinanzen – mit Sebastian Huhnholz