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Tales From The Needle - Tattoo Podcast
Sebastian Heering
Klaus Kummer: „Die Kalender sind nicht mehr so voll wie noch vor sieben Jahren"
14 EYL, 202692 DAK
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Bölüm Hakkında
Diese Woche geht's nach Hessen: Klaus Kummer tätowiert seit fast 18 Jahren – und ist trotzdem heute zum allerersten Mal in einem Podcast. Dabei hätte sein Weg beinahe gar nicht in die Branche geführt. Tattoos gab es in seiner Familie nicht, einen Berufswunsch hatte er auch keinen, und erst beim eigenen ersten Tattoo fiel der Groschen: Wenn es Menschen mit Tätowierungen gibt, muss es ja auch die geben, die sie machen. Was folgte, war ein herrlich unglamouröser Start – Erzieherausbildung als Sicherheitsnetz, ein 1.100-Euro-Starterset aus den Kleinanzeigen, lose Single Needles, die er mangels Lötkenntnissen erstmal mit Sekundenkleber bearbeitete, und eine WG in Darmstadt voller geduldiger Punks, die sich für „wenn's scheiße wird, sieht's ja keiner" tätowieren ließen. Erst Jahre später merkte er, dass in dem Billig-Set eine Micky-Sharpz-Maschine lag. Nach 17,5 Jahren im selben Shop in Gießen ist er seit einem halben Jahr in Marburg bei Strange Fantasy Tattoo – und hat in den ersten vier Wochen dort mehr gezeichnet als im gesamten Jahr davor.
Seb und Klaus sprechen über das, was zwischen Romantik und Realität liegt: über eine Branche, deren Niveau so hoch ist wie nie, in der aber gleichzeitig jedes Konzept nur ein schickes Label braucht, um als Stil durchzugehen. Über volle Kalender, die keine mehr sind, und über den Satz, dass einmal Tanken mittlerweile so viel kostet wie ein kleines Tattoo. Klaus erklärt, warum er sich ein bisschen mehr Gatekeeping und ein bisschen weniger Academy-Content wünscht, ohne dabei jemandem die Tür zuzuhalten, der wirklich brennt. Es geht um KI als Werkzeug statt als Abkürzung, um seine Arbeitsweise fast ohne Vorzeichnen („wenig Vorbereitung und viel Intuition"), um Home-Tattooing auf WG-Partys, das er ausdrücklich gut findet, und um die Frage, warum „Hast du Bock drauf?" eine nettere Frage ist, als es der Branche guttut. Dazwischen: Patchwork-Familie mit vier Kindern, Wasserfarbkleckse als Motivgenerator, Ringe aus Messing, Schmuck aus zerbrochenen Skate-Decks – und ein Mann, der jede Welle reitet, solange sie trägt, aber beim Tätowieren nie wieder aussteigen will.
@klauskummervsb
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